Gekauft und nicht bezahlt

Baselbieter SP-Nationalrat Theo Meyer mit Immobilien in Schwierigkeiten


Von Peter Knechtli


Der Baselbieter SP-Nationalrat und Architekt Theo Meyer steckt geschäftlich in Schwierigkeiten: Letzten Frühling kaufte er formell eine Liegenschaft - doch die Verkäufer warten noch heute auf ihr Geld.


Im April letzten Jahres hatte Meyer in der Kernzone von Münchenstein BL ein 300jähriges Wohnhaus mit Oekonomiegebäude und 2'600 Quadratmetern Bauland gekauft. Ein Teil der Immobilien soll abgebrochen, ein Teil saniert und das Grundstück mit drei Einfamilienhäusern überbaut werden. Verkäuferinnen waren eine 91jährige Frau und ihre 54jährige Tochter.

Doch den ausgehandelten Verkaufspreis von 1,4 Millionen Franken hat Meyer bis heute nicht bezahlt. Vielmehr wurden die Verkäuferinnen bisher immer wieder vertröstet. Grund sind massive Finanzprobleme Meyers: Gegen ihn liefen letztes Jahr laut "K-Tip" Betreibungen in Höhe von 2,3 Millionen Franken.  Schulden in Millionenhöhe drücken auf das Geschäft.

Theo Meyer bestätigte auf Anfrage die Zahlungsschwierigkeiten. Sie hätten damit zu tun, dass ein Vertrag über 2,5 Millionen Dollar mit einer US-Bank geplatzt sei. Ausserdem seien ihm von einer Schweizer Grossbank alle Kredite in Millionenhöhe gekündigt worden. Durch seinen amerikanischen Broker habe er jetzt eine neue investitionswillige Bank gefunden. Laut Auskunft des Brokers, so Meyer weiter, "können die Verträge in den nächsten Tagen unterschrieben werden". Damit könnten auch die Verkäuferinnen demnächst entschädigt werden.

"Ich habe niemanden hereingelegt", beteuerte Meyer und kündigte an, er werde die Verkäuferinnen zusätzlich mit Zinsverlustausgleich und einer Genugtuungssumme zufriedenstellen, wenn das Geld aus den USA eintreffe. Das Projekt sei planerisch schon weit fortgeschritten. Zweck der Uebereinkunft sei es, die Ueberbauung an die amerikanischen Investoren weiterzuverkaufen.

3. März 1998


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Dieser Sattel muss einiges an Gewicht ausgehalten haben.

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