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"Humor und Glück": Designierte CVP-Präsidentin Sabrina Mohn

Sabrina Mohn wird neue Baselbieter CVP-Präsidentin

Nach langer Suche schlägt die Parteileitung den Delegierten die 25-jährige Aescherin zur Wahl vor


Von Peter Knechtli


Die Baselbieter CVP hat ein neues Präsidium: Die 25-jährige neue Landrätin Sabrina Mohn übernimmt nach einem Jahr des Interregnums die Führung der Partei. Diesen Antrag stellt die Parteileitung der Delegiertenversammlung, die am 25. August entscheidet, wie heute Donnerstagmorgen an einer Medienkonferenz in Liestal bekannt wurde.


Die Parteileitung zeigte sich erfreut darüber, eine Frau als künftige Präsidentin zu präsentieren, die "das CVP-Gen im Blut" hat. Dies, nachdem die Pateiführung während Monaten nicht nur mit Erfolg nach geeigneten Persönlichkeiten Ausschau gehalten hatte. Laut den Vizepräsidenten Toni Lauber und Remo Franz wird Sabrina Mohn "die jüngste Parteipräsidentin weit und breit" sein.

Die Kandidatin betonte, sie wolle ihre Arbeit auf drei Schwerpunkte fokussieren. So will sie die Zusammenarbeit der Ortssektionen intensivieren, die Parteibasis stärker als bisher mobilisieren ("Wir wollen im Wahljahr 2011 weitere Erfolge"), die junge Generation vermehrt einbinden und damit "eine junge Wählerschicht ansprechen". Noch vor einem Jahr wäre sie für diese Aufgabe nicht zur Verfügung gestanden, meinte die neue Vorstzende. Inzwischen habe sie sich aber beruflich und privat so organisieren können, dass sie als Sekundarlehrerin mit 22 Lektionen (Deutsch, Geschichte und Geografie) jetzt "mit voller Kraft" einsteigen könne.

Teamgeist und Enthusiasmus

Ihre Ziele wolle sie mit Team-Arbeit ereichen: "Meine Stärken liegen in der Kommunikation, im Teamgeist und im Enthusiasmus. Ich will begeisterungsfähig bleiben und meinen Optimismus beibehalten. Und nicht zuletzt spielen auch Humor und Glück eine Rolle."

Sabina Mohn ist familiär eng mit der CVP verbunden. Ihr Vater sass während über zwanzig Jahren im Vorstand der CVP-Sektion Aesch. "Ich bin schon am Mittagstisch politisiert worden", meinte die designierte Präsidentin zu OnlineReports.

Die Jung-Politikerin fiel schon als Zwanzigjährige durch ihr überdurchschnittliches Partei-Engagement auf. Während drei Jahren führte sie die Junge CVP Baselland – ein Amt, von dem sie sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge getrennt habe. Diese Erfahrung sei "Ausschlag gebend" für ihre Zustimmung gewesen, das Präsidium der kantonalen Mutterpartei zu übernehmen. Seit kürzerem gehört das Mitglied der Aescher Fasnachtsclique "D'Sytestächer" auch dem Vorstand der kantonalen und eidgenössischen CVP-Frauen an. Als Nachrückende wird sie demnächst an ihrer ersten Landratssitzung teilnehmen. Als Hobbies nennt sie Sport, Lesen, Reisen und Kunst. Sabrina Mohn kandidierte bei den letzten Nationalratswahlen auf der CVP-Liste.

Frauen-Power bei den Partei-Christen

Mit der Nomination von Sabrina Mohn, die mit ihrem Lebenspartner in Aesch wohnt, ist die Baselbieter CVP unvermittelt zur Partei mit der höchsten Frauenquote am Top-Positionen aufgerückt, nachdem ihr schon mit Elsbeth Schneider die Wahl der ersten Frau in die Kantonsregierung geglückt war. Lauber: "Es kann uns niemand vorwerfen, wir würden keine Frauenförderung betreiben." Einziger Mann in einer Spitzenfunktion ist Regierungsrat Peter Zwick, Nationalrätin ist Kathrin Amacker, Fraktionschefin Elisabeth Schneider, Geschäftsführerin Christina Inglin.

Auf die OnlineReports-Frage, weshalb sich die beiden Vizepräsidenten Lauber und Franz nicht für das Präsidium zur Verfügung stellten und der "hervorragenden jungen Frau" den Vortritt liessen, sagte Lauber: "Wir Männer sind top-engagiert. Sabrina Mohn hat Zeit und Kapazitäten." Remo Franz ergänzte: "Sie ist keine Lückenbüsserin, sondern war von Anfang an unsere Wunschkandidatin."

CVP entdeckt Basisdemokratie

Ihre Führungsarbeit will Sabrina Mohn auf der Basis einer beträchtlich reorganisierten Partei aufbauen. Um näher ans Volk zu gelangen, hebt die CVP Baselland die Delegiertenversammlung auf und ersetzt sie durch einen drei- bis viermal jährlich stattfindenden Parteitag, von dem sich die Parteileitung mehr basisdemokratischen Einfluss und mehr Nähe zu den Wählerinnen und Wählern verspricht. "Dieser Ansatz passt in die heutige Zeit. Sonst verpasst man langfristig den Zug", meinte Toni Lauber.

Um bei künftigen Wahlen ein erneutes Finanzloch in der Pateikasse zu verhindern, will die CVP einen "Donatoren-Club" von Spendern aufbauen, die jährlich eine Grössenordnung von 500 Franken springen lassen und als Gegenleistung eine "direkte Verbindung zur Parteipolitik der CVP" sowie jährlich einen "grossen Event" bieten.

Durch Totalrevision straffen liess Jurist Lauber auch die Partei-Statuten, deren Entwurf "bereit zum Versand ist".

Kommentar zur Nomination von Sabrina Mohn

13. August 2009



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