© Foto by OnlineReports.ch (den technischen Support durch die LDP verdankend;-)
"Alles andere als genug": Basler LDP-Kandidierende*, Kulisse Rhein

Basler Liberale wollen auf Eymann-Kurs nach Bern segeln

Sie setzen grüne Akzente und fordern tiefere Steuern, dafür mehr Ausgaben für Bildung und Forschung


Von Peter Knechtli


Mit dem Rückenwind von Ständeratskandidat Andreas Albrecht und einer mehrheitlich von Frauen besetzten Liste segeln die Basler Liberalen in die Nationalratswahlen. Die LDP gibt sich grün angehaucht, gleichzeitig aber auch wirtschafts-, kultur- und bildungsfreundlich. Ganz nach dem Vorbild ihres Regierungsrates Christoph Eymann.


Die bürgerlichen Parteien in Basel-Stadt haben derzeit einen schweren Stand: Drei von fünf Nationalratssitzen besetzten SP-Abgeordnete, einen die Freisinnigen (Urs Schweizer) und einen die SVP (mit Jean Henri Dunant). Nun wollen sie die Mehrheitsverhältnisse umkehren und den Genossen einen Sitz abjagen. Die Liberalen gehen dieses Jahr von besonders guten Aussichten aus: Sie haben sich das Privileg ausgehandelt, mit Andreas Albrecht den bürgerlichen Ständeratskandidaten stellen zu dürfen, was die LDP naturgemäss stärker ins Gespräch bringt als ihre Allianzpartner.

Betonung der "ökologischen Tradition"

"Unsere Politik hat Zukunft" gab sich LDP-Vizepräsident und Wahlkampfleiter Felix Werner heute Dienstag an einer Freiluft-Medienkonferenz im "Schmalen Wurf" am Rhein zuversichtlich. Es sei unter dem Motto "Liberal hoch 3" das Ziel der Liste 3, dass seine Partei in Bern eine Fraktion bilden könne, sagte Werner. Gleichzeitig wies er den Eindruck zurück, die LDP sei eine reine Wirtschaftspartei. Vielmehr vereinige sie "liberale und grüne Anliegen zugleich". Werner: "Die Liberalen haben sich zwanzig Jahren konsequent für grüne Anliegen eingesetzt." Als Beispiel nannte er den ökoliberalen Vorzeigepolitiker und Regierungsrat Christoph Eymann, der massgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des Alternativenergie-Kongresses "sun21" beigetragen habe.

Handelskammer-Direktor und Kandidat Andreas Burckhardt erwähnte, dass in Basel liberale Unternehmensführer, Gerichtspräsidenten und Regierungsräte auch auf dem Fahrrad anzutreffen seien. Er selbst fahre "Vespa", weil damit zwei Personen gleichzeitig transportiert werden können, flachste er.

Ansonsten aber redete Burckhardt einer prosperierenden Entwicklung der Arbeitswelt das Wort. Bildung, Kultur und ein adäquates Wohnungsangebot seien für Arbeitnehmer ebenso wichtig wie für Unternehmen. Auch die Infrastruktur in Verkehr und Telekommunikation müsse "stimmen". Allerdings seine Arbeitsplätze in der Schweiz "wegen der zu hohen Regelungsdichte teilweise gefährdet". Darum müssten jetzt "Reformen angegangen werden", etwa durch Abbau von "administrativen Hindernissen", eine "Verbesserung" der Unternehmensbesteuerung und staatliche Anreize zu Investitionen. Keinesfalls dürften neue Lohnnebenkosten aufgebaut werden.

Mehr Geld für Bildung und Innovation

Patricia von Falkenstein nahm - wie zuvor schon die SP-Bundespolitiker Anita Fetz und Claude Janiak - die Berner Finanzpolitik ins Visier, die für Bildung, Forschung und Innovation in den kommenden vier Jahren bloss mit einem jährlichen Ausgabenwachstum von sechs Prozent vorsieht: "Was der Bund hier investieren will, ist alles andere als genug.". Auf Nachfrage von OnlineReports, wie stark dieser Ausgabenbereich wachsen soll, meinte die LDP-Kandidatin: "Mindestens acht, am liebsten zehn Prozent." In der Berufsbildung müsse der Bund den Kanton im Bestreben unterstützen, "dass jeder Schulabgänger eine Ausbildung oder eine Stelle hat".

Der junge Grossrat Conradin Cramer, dem ein gutes Wahlergebnis zugetraut wird, "möchte in der Energiepolitik an die Tradition von Christoph Eymann anknüpfen". Die Schweiz liege bezüglich der Förderung alternativer Energie-Technologien "weit hinten". Hier öffne sich für die Schweiz die Chance einer Führungsrolle - beispielsweise bei der Entwicklung von Technologien zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser in Afrika. In der Frage neuer Atomkraftwerke hielt sich Cramer etwas zurück: Wenn er Ausstieg aus der Kernenergie "ein Ziel sein soll", dann müsse der Bundesrat bald einen Grundsatzentscheid herbeiführen.

Warnung vor kultureller Abstinenz

Die Kultur sei "Hefe und Salz der Gesellschaft", führte Parteipräsidentin und Kandidatin Maria Iselin aus, "und die Voraussetzung für ein erfolgreiches Bildungssystem". Deshalb sei sie mit dem Entwurf des Kulturförderungsgesetzes aus dem Departement von Bundesrat Pascal Couchepin nicht einverstanden. So weigere sich der Bund, kulturelle Leuchtturm-Projekte zu unterstützen. Auch sollte er den Basel-Stadt darin unterstützen, den mehr als 60 Prozent Basler Schülern nichtschweizerischer Nationalität helfen, "Zugang zur Kultur" zu finden. Andernfalls bestehe die Gefahr, "dass sie sich an unserer Kultur vorbei entwickeln".

Für regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit machte sich die Bettinger Alt-Gemeinderätin Gabi Ess stark, um die weltweite Bedeutung des Life Science-Standorts zu erhalten. Sie forderte gar, "Gebietskörperschaften" müssten "neu zusammengestellt" werden. Wenn vier Kantone eine gemeinsame Hochschulpolitik betreiben und ihre Schulsysteme harmonisieren, dann liege der Gedanke nahe, "weshalb nicht noch mehr Gemeinsames geschaffen werden soll". Darum dürfe "die Fusion von Kantonen nicht tabuisiert" werden.

Als die Medienschaffenden nach Präsentation der Kandidierenden in alle Richtungen davoneilten, dürfte der Eine oder die Andere bemerkt haben, dass die aufliegenden knallgrünen Velo-Hosenbeinschoner auch als liberale Serviettenringe oder trendiger Armschmuck Verwendung finden können.

* v.l.n.r.: Patricia von Falkenstein, Conradin Cramer, Maria Iselin, Andreas Burckhardt, Gabi Ess



14. August 2007

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Pro Einwohner kam es 2016 zu 110,1 Delikten."

Basler Zeitung
vom 28. März 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Ergäbe in Basel-Stadt für letztes Jahr 22 Millionen Delikte. Da soll noch einer sagen, Basel sei sicher.

"Und übrigens ..."

Gegen Eliten und Sunniten
RückSpiegel


Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Das Medienportal persoenlich.com zog die OnlineReports-Meldung über die Kündigung des BaZ-Abos durch den ehemaligen BaZ-Verleger Matthias Hagemann nach.

Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

Die Sissacher Volksstimme, die Basler Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über den Bolzenschuss im Gelterkinder Ortskern auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über den erneuten Parteiwechsel von Grossrat Michel Rusterholtz auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung griff die OnlineReports-News über den Sammelerfolg des Referendums gegen Alkohol in Jugendzentren auf.

Die OnlineReports-Story über Andrea Strahm und die Präsidiums-Suche der Basler CVP nahmen das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche, die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Im oberen Teil der Inzlingerstrasse in Riehen soll ab Sommer "Tempo 30" gelten, wodurch die Verkehrssicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger und für Velofahrende erhöht werden soll.

• Die Homosexuellen Arbeitsgruppen Basel (habs) ändern "unter dem Einfluss des modernen Gender-Verständnisses zur bunten Community sexueller und geschlechtlicher Identitäten" ihren Namen in "habs queer basel".

Ivo Corvini-Mohn wird neuer Präsident des Personal-Verbandes Polizei Basel-Landschaft (PVPBL) als Nachfolger von Sven Oppliger.

• Der Basler Gewerbeverband hat die beiden Initiativen "Zämme fahre mir besser" mit 3'811 Unterschriften und "Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer" mit 3'917 Unterschriften im Rathaus eingereicht.

Riehen muss den Kunstrasen auf der Grendelmatte ersetzen, wofür dem Einwohnerrat ein Kredit von 520’000 Franken beantragt wird.

• Die frühere Baselbieter Juso-Copräsidentin Samira Marti (Ziefen) wird Vizepräsidentin der SP-Kantonalpartei, wobei sie den ehemaligen Juso-Präsidenten Florian Schreier (Birsfelden) ersetzt.

• Die Kantonstierärzte der beiden Basel haben die regionalen Verfügungen über die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe als abgeschlossen erklärt.

Thomas Mächler wird Anfang April neuer Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport (JFS) im Basler Erziehungsdepartement als Nachfolger von Hansjörg Lüking, der das Departement im Januar verlassen hat.

• Weil für sie keine Ersatzteile mehr verfügbar sind, treten demnächst 111 Betten aus dem Rehab Basel, die 2002 beschafft wurden, ihre Reise in die Slowakei an.

Stephan Wetterwald wird neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Baselbieter Pensionskasse und damit Nachfolger von Hans Peter Simeon, der Ende November in den Ruhestand tritt.

• Die Stadt Basel hat den Zuschlag für die Durchführung des Eidgenössischen Jodlerfestes im Jahr 2020 erhalten, wodurch sich vom 26. bis 28. Juni jenes Jahres rund 12'000 aktive Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger treffen werden.

• Der FC Basel hat mit seinem 32-jährigen Mittelfeldspieler Davide Callà den ursprünglich bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Die Baselbieter Jungsozialisten (Juso) haben Ronja Jansen (21) und Nils Jocher (20), beide aus Frenkendorf, einstimmig als ihr Co-Präsidium gewählt.

• Der Leiter der Basler Stadtreinigung, Peter Schär (47), hat seine Stelle beim Tiefbauamt auf 1. März gekündigt, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen.

• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).