© Foto by OnlineReports.ch
"Volles Vertrauen": Neuer Basler SVP-Präsident Jean Henri Dunant* (Mitte)

Basler SVP: Der starke Mann heisst Joel Thüring

Nationalrat Jean Henri Dunant ist vor allem ein Delegier-Präsident


Von Peter Knechtli


Nach dem Abgang der monokratischen Angelika Zanolari präsentierte sich die Basler SVP in veränderter organisatorischer Form und einer vierköpfigen Geschäftsleitung. Dabei wurde rasch deutlich: Der neue Präsident Jean Henri Dunant (72) ist vor allem Aushängeschild, neuer starker Mann ist der 22-jährige Grossrat und neue Geschäftsleiter Joel Thüring.


"Ich möchte klarstellen: Es gibt in der Basler SVP nur einen Präsidenten", sagte Jean Henri Dunant heute Montagmorgen an einer Medienkonferenz - und meinte selbstredend sich selbst. Er versuchte aber gar nicht erst, die faktischen Verhältnisse schön zu reden - nämlich, dass er vor allem ein Delegier-Präsident sein wird, der seinen um zwei Generationen jüngeren Joel Thüring (neuer Geschäftsleiter) und Sebastian Frehner (Vizepräsident) "das volle Vertrauen schenkt".

Dunants Tessiner Teil-Residenz

Während 16 Wochen, so Dunants Voraus-Begründung für allfällige Absenzen, gingen allein durch seine Funktion als Nationalrat in Bern drauf, zudem lebe er "zum Teil im Tessin". Für nationale Belange, so Dunant weiter ("es wird viel delegiert"), sei er weiterhin zuständig, für kantonale Angelegenheiten Joel Thüring. Frehner wird in der Geschäftsleitung für finanzielle und juristische Fragen zuständig sein.

Aber Thüring, in seinem politischen Stil klar geprägt durch seine Ziehmutter Angelika Zanolari, wird es sein, der der SVP Basel-Stadt künftig den Stempel aufdrückt: Er ist nicht nur Grossrat und (ehrenamtlicher) Geschäftsführer, sondern auch Fraktionspräsident - und vor allem zu aussergewöhnlichem Einsatz bereit, um die an den Mandatsgewinnen gemessene Erfolgsgeschichte der Basler SVP als wählerstärkste bürgerliche Kraft fortzuschreiben.

Scharfer Oppositionskurs bleibt

Am verbalen Kurs der Basler SVP dürfte sich somit wenig ändern: Multifunktionalist Joel Thüring dokumentierte in seinen programmatischen Ausführungen den scharfen Oppostitionsstil gegen die links-grün dominierte Basler Politik. "Mehr als dürftig", so Thüring, falle die die bisherige von VEW und DSP mitbestimmte rot-grüne Bilanz aus: Mehr Staatsaufgaben, höhere Gebühren und Abgaben, neue Gesetze und Verordnungen. Gegen das Integrationsgesetz werde es ein Referendum geben, "wollen wir nicht verhindern, dass wir uns in zehn Jahren in unserer Stadt zu integrieren haben".

Auch die Sicherheit ("allerhöchste Priorität") habe sich unter rot-grüner Ägide nicht verändert, deshalb werde die SVP nicht zulassen, dass "bei der Polizei gespart wird". Gespart werdem müsse dagegen im Sozialbereich, vor allem im Bereich der IV-Bezüger. Erste Versuche der FDP-Regierungsratskandidatin Saskia Frei, in diesem Bereich neue Akzente zu setzen, seien "von linker Seite bereits hysterisch bekämpft" worden. "Machthungrig" dagegen habe Links-grün letzte Woche dagegen die Wahl von SVP-Grossrat Michel-Remo Lussana zum Statthalter des Grossen Rates hintertrieben.

Bürgerliche Zusammenarbeit noch suboptimal

"Besser als auch schon" sei die Integration der SVP ("wir sind die bürgerlichste der bürgerlichen Parteien) in die Allianz der traditionellen bürgerlichen Parteien LDP, FDP und CVP. Doch optimal, so Grossrat Sebastian Frehner, sei sie noch keineswegs. Als Beispiel nannte er die Wahlen in den Riehemer Gemeinderat, die SVP und bürgerliche Parteien auf getrennten Wegen bestreiten, die Basler Bürgerratswahlen oder die Wahlen in den BVB-Verwaltungsrat. Immerhin habe die traditionelle Allianz "gemerkt, dass es ohne SVP nicht geht". Frehners weitere Zielsetzungen: Ein Vierer-Ticket unter Einbezug der SVP bei den Regierungsratswahlen von 2008, ein gemeinsamer bürgerlichen Kandidat für die Ständeratswahlen. Die SVP sei aber "nur bereit, Kandidaten anderer Parteien zu unterstüzten, wenn unsere Kandidaten auch deren Unterstützung haben".

Damit gibt die Basler SVP klar zu verstehen, dass für sie in den nächsten drei Jahren die Zeit auch für Exekutiv-Mandate gekommen sein wird. Die Frage allerdings, wie weit die traditionelle bürgerliche Allianz daran interessiert ist, ihre Macht mit der SVP zu teilen, wird wohl noch einige Zeit für Gezerre sorgen. Wie lange wiederum der rüstige Polit-Rentner Dunant nach dem Wechsel "von der Ein-Frau-Leitung zum Drei-Männer-Team" (Frehner) die Fernsteuerung seiner Partei pflegen will, bleibt offen. Er wolle sein Amt, sagte er, "so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig" besetzen.

* Mit Joel Thüring (links) und Sebastian Frehner

16. Januar 2006

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

Stucki-Fest: Wer soll zahlen - der Staat? Der Gastgeber? Die Gäste?

Stucki-Fest: Wer soll zahlen - der Staat? Der Gastgeber? Die Gäste?


Reaktionen

Abschieds-Fest auf Schloss Wildenstein zahlte die Staatskasse

Abschieds-Fest auf Schloss Wildenstein zahlte die Staatskasse


Reaktionen

Kraftwerk auf der "Birsköpfli"-Badewiese

Kraftwerk auf der "Birsköpfli"-Badewiese


Reaktionen

Zwischen Hoffnung und Risiko: Startschuss zum Basler Geothermie-Kraftwerk

Zwischen Hoffnung und Risiko: Startschuss zum Basler Geothermie-Kraftwerk


So will die Basler Finanzdirektorin das Milliarden-Loch stopfen

So will die Basler Finanzdirektorin das Milliarden-Loch stopfen


Messe Schweiz bereitet sich auf den Weltmarkt vor

Messe Schweiz bereitet sich auf den Weltmarkt vor


Video: Robert A. Jeker und Erich Straumann

Ein "Flirt" mit störenden Neben-Effekten

Ein "Flirt" mit störenden Neben-Effekten


Video: "Flirt": Er ächzt und kracht
Reaktionen

Wasserzins-Raubzug in Millionenhöhe missglückt

Wasserzins-Raubzug in Millionenhöhe missglückt


Einsturz des Sissacher Sorgen-Tunnels: Einigung über Kosten

Einsturz des Sissacher Sorgen-Tunnels: Einigung über Kosten


Umfahrung Sissach: Baselbieter "Bock" kostet den Kanton 16 Millionen

Umfahrung Sissach: Baselbieter "Bock" kostet den Kanton 16 Millionen


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Erläbed Sie bi eus die 'drey scheenscht Dääg'"

Hotel Basel
Betreffzeile einer Werbe-Mail
vom 20. Februar 2020
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Baseldeutsch für Hotelbasler.

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die 44-jährige Sabine Knosala, die in den letzten sieben Jahren die Redaktion des "Birsfelder Anzeigers" führte, wird als neue Redaktionsleiterin der "ProgrammZeitung" Nachfolgerin von Dagmar Brunner, die Ende Februar in Pension geht.

Die Basler Regierung lehnt ein mit Steuergeldern finanziertes flächendeckendes WLAN ab.

Die Baselbieter Regierung und die Verbände des Lehrpersonals haben sich auf die wesentlichen Eckwerte zum zukünftigen Mitarbeitenden-Gespräch geeinigt.

Baselland Tourismus hat ab Mai 2020 einen neuen Geschäftsführer: Michael Kumli übernimmt dann als Nachfolger von Tobias Eggimann die Leitung der touristischen Dachorganisation.

Die über Funk gesteuerten Sirenen in Basel-Stadt und Baselland haben die Bewährungsprobe bestanden: Das System funktionierte während des Probealarms vom 5. Februar ordnungsgemäss.

Der BVB-Verwaltungsrat hat am 3. Februar den 48-jährigen Bauingenieur und Leiter "Infrastruktur" Ramon Oppikofer zum Vize-Direktor gewählt.

Der 19-jährige FCB-Spieler Noah Okafor wechselt per sofort vom FC Basel 1893 zum FC Red Bull Salzburg in die österreichische Fussball-Bundesliga.

Melanie Nussbaumer, Tochter des Baselbieter SP-Nationalrats Eric Nussbaumer, wird als Nachfolgerin von Kerstin Wenk neue Vizepräsidentin der SP Basel-Stadt.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, das Gesetz "über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal" formell aufzuheben, da es "seinen Zweck erfüllt" habe.

Kilian Winkler wird als Nachfolger von Marco Natoli neuer Präsident der JCVP Basel-Stadt.

Wegen des Baus eines neuen Kreisverkehrs im Schweizer Sektor der Basler Flughafenstrasse wurde eine temporäre Verkehrsumleitung auf der rechten Strassenseite auf der Höhe von dem Parkplatz S4 eingerichtet worden.

Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.