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"Das ist doch nicht der Punkt": Sanitäter-Einsatz im Basler Bahnhof

Rettungssanitäter: "Die teuersten Chauffeure Basels"

Personalakte Sanität Basel ungelöst – manchmal muss das Deutsche Rote Kreuz aushelfen


Von Fabian Schwarzenbach


Die schlechte Stimmung unter den Basler Rettungssanitätern hält an. Um Personal-Engpässe zu überbrücken, werden Temporär-Sanitäter engagiert, die sich in der Stadt nicht auskennen. Zudem sollen die Einsatzkräfte ständig mit Pagern erreichbar bleiben, um bei Krankheitsfällen einsatzbereit zu sein. Die Gewerkschaft VPOD droht mit Klage.


Die Sanität Basel schreibt in den Stellenbeschreibungen ihrer Sanitäter eine "Pager-Tragpflicht" fest. Alle Basler Rettungssanitäter sollen einen Pager mittragen, damit sie schnell erreicht werden können. Doch das Personal sieht dadurch die Freizeit schwinden und einen Zwang, ständig auf Abruf arbeiten gehen zu müssen. Dominik Walliser, Bereichsleiter Rettung, relativiert: "Die Mitarbeitenden können selber entscheiden, ob sie den Dienst antreten werden oder nicht." Dies sei ein wesentlicher Unterschied zum Pikettdienst. Jeder Mitarbeitende leistet drei Wochen im Jahr Pikettdienst und wird dafür speziell entlöhnt.

"Das ist doch nicht der Punkt!", entgegnet Matthias Scheurer, Regionalsekretär der Gewerkschaft VPOD. Wenn drei Stunden nach einem Nachtdienst ein Alarm ausgelöst werde, werde die benötigte Ruhezeit gestört und der Gesundheitsschutz missachtet. Der Gewerkschafter berichtet von einem Pager-Alarm, der an einem Sonntagmorgen ausgelöst wurde, nur weil zu wenig Personal den Dienst angetreten habe.

Pager ist "wie eine Fussfessel"

OnlineReports wurde aus der Mannschaft der Sanität zugetragen, dass, wer sich bei einem Pager-Alarm nicht meldet, vom Einsatzleiter zur Rede gestellt werde. "Er muss sich vor dem Chef rechtfertigen", bestätigt auch Scheurer.

Darf Arbeitnehmenden eine allgemeine Pager-Tragpflicht überhaupt auferlegt werden? "Nein", antwortet der St. Galler Professor Thomas Geiser. "Das ist ja wie eine Fussfessel", entfährt es dem Experten für Arbeitsrecht und er ergänzt: "Ein Arbeitnehmer muss nicht 24 Stunden und sieben Tage die Woche erreichbar sein." Genauso könne ein Arbeitnehmer auch nicht gezwungen werden, in den Ferien die geschäftlichen E-Mails zu lesen.

Der Zentrale Personaldienst (ZPD) des Kantons Basel-Stadt ist mit der Frage, ob eine Pager-Tragpflicht zulässig ist, konfrontiert worden. Deren Leiterin Andrea Widemann bestätigt gegenüber OnlineReports, dass "wir unsere Einschätzung abgegeben haben". Über deren Inhalt konnte sie keine Auskunft geben, vielmehr verwies sie an das Justiz- und Sicherheitsdepartement. Dessen Bereich Rettung analysiere die Antwort und berücksichtige sie in den weiteren Arbeiten zum Projekt "Systempflege", erklärt Walliser. In diesem Projekt werden sämtliche Staatsstellen überprüft und neue Stellenbeschreibungen ausformuliert. Scheurer macht klar, dass der VPOD klagen werde, sollte die Antwort des ZPD nicht in ihrem Sinn ausfallen.

Den Streit um den Pager bezeichnet Ralph Büchelin, Präsident des Personalausschusses der Sanität Basel, allerdings als "Nebenschauplatz". Er erinnert an die Petition, die Mitte Februar 2012 an den damaligen Departementsvorsteher Hanspeter Gass gerichtet wurde. Darin war von Kommunikations- und Führungsschwächen die Rede. Daneben tauchten noch Mobbing-Gerüchte auf.

Rettungs-Profis als Chauffeure

Aber auch weitere Fragen geben zu reden. So stellte die Leitung der Sanität temporär Rettungssanitäter ein, um die Personalknappheit aufzufangen. Dabei werden die Zweier-Besatzungen einer Ambulanz immer zwischen Festangestellten und Temporären gemischt. "Es ist logisch und sinnvoll, dass der ortskundige Festangestellte das Fahrzeug führt", erklärt Walliser. Das sehen viele Festangestellte anders. "Wir haben nicht eine Ausbildung zum Rettungssanitäter HF gemacht, nur eine Ambulanz zu steuern", benennt ein Sanitäter, der nicht genannt werden möchte, seine Frustration und fügt lakonisch an: "Wir sind die teuersten Chauffeure Basels".

Die Temporären kennen Material, Fahrzeug und Einsatzdoktrin anfänglich noch ungenügend. "Wir müssen während des Fahrens noch beobachten, was der Temporäre macht", erklärt der Sanitäter und unterstreicht dies mit einem Beispiel: Bei einem Einsatz habe ein Temporärer den Patienten nicht nach dem genauen Alter gefragt. Er sei davon ausgegangen, dass dieser älter als 16 Jahre sei. Bei der Einlieferung in die Notfallstation des Universitätsspitals sei festgestellt worden, dass der Patient aber jünger sei. Daher habe die Besatzung den Patienten wieder einladen und mit Notsignal ins Kinderspital fahren müssen.

Die Temporär-Sanitäter stehen zudem in Notsituationen nicht zur Verfügung, da sie meist noch bei anderen Schweizer Rettungsdiensten, so in den Kantonen Bern und Wallis, tätig sind. Personalausschuss-Präsident Büchelin ist trotzdem über die Temporären froh: "Sie stopfen die Löcher." Er weiss, dass die Temporären nur noch bis Ende dieses Jahres ein Thema sind, dann kommen neue Rettungssanitäter aus der eigenen Ausbildung.

In gewissen Situationen eine Besatzung weniger

"Bei kurzfristigen Ausfällen von Mitarbeitenden wurde im vergangenen Jahr öfters darauf verzichtet, neben dem Pikettdienst zusätzliche Mitarbeitende aus der Freizeit aufzubieten", erläutert Walliser. Dies sei eine weitere Massnahme zur Entlastung des Personals. "Demzufolge stand in solchen Situationen jeweils eine Besatzung weniger zur Verfügung und dementsprechend früher musste bei Belastungsspitzen auf Partnerorganisationen zurückgegriffen werden", erklärt der Kommandant Rettung weiter.

"Ein bisschen mehr Einsätze als früher sind es schon", sagt Hans Rohrbach. Der Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuzes beziffert die monatlichen Notfalleinsätze in Basel auf rund zehn. Er betont die gute unbürokratische Zusammenarbeit mit der Sanität Basel, die im Gegenzug Einsätze in Weil am Rhein fährt. "Wir sind schneller in Riehen", weist er auf einen Vorteil der Lörracher Einsatzkräfte hin.

"Die Anzahl der Transporte ist stabil", nennt Mediensprecher Urs-Peter Modespacher seine subjektive Wahrnehmung der Liestaler Sanität. Genaue Zahlen würden erst seit Anfang dieses Jahres erfasst und seien daher noch nicht aussagekräftig. Der Sanitätsdienst Käch, der Rettungseinsätze im unteren Baselbiet und in Teilen des Kantons Solothurn fährt, wollte auf die Anfrage von OnlineReports keine Stellung beziehen. "Die Anzahl der durch Partnerorganisationen geleisteten Einsätze beträgt nach wie vor weniger als zwei Prozent", betont Walliser.

Vorwürfe der Petition gelten immer noch

In das Malaise um die Basler Rettungssanitäter hat sich auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates eingeschaltet. Sie hat den Personalausschuss der Sanität auf morgen Mittwoch vorgeladen. Kommissions-Sekretär David Andreetti weist darauf hin, dass "bis zum Abschluss der Untersuchung weder Departement noch GPK weitere Informationen bekannt geben werden". Damit kann nicht geklärt werden, weshalb die GPK seit Bekanntwerden der Vorwürfe im Januar 2012 so viel Zeit verstreichen liess. Zudem dauert auch der vom ZPD geleitete Personal- und Organisationsentwicklungs-Prozess, der zu gleichen Zeit ins Leben gerufen wurde, immer noch an. Ein Umstand, den das Sanitätspersonal unzufrieden macht, wie Büchelin bestätigt: "Die Vorwürfe stehen nach wie vor im Raum".

Das Personal hofft auf den neuen Departements-Chef Baschi Dürr - und dass "er nicht den Kopf in den Sand steckt, wie sein Vorgänger", sagt Scheurer. Büchelin wie Scheurer betonen, dass trotz der Unstimmigkeiten die sanitätsdienstliche Sicherheit in Basel gewährleistet sei. "Das Personal wird aber mehr beansprucht", kommt Büchelin zum Punkt.

21. Mai 2013


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"Hoffnung wird sich erfüllen"

Was der VPOD-Scheurer gesagt hat und was nicht, das steht im Artikel, und auch Herr Thiriet wird es bei nochmaligem Lesen sicher erkennen, womit sich dann auch seine eingangs formulierte Hoffnung erfüllt: Er hat falsch gelesen und falsch verstanden!


Matthias Scheurer, VPOD-Regionalsekretär, Basel



"Aussage zweifach in Frage gestellt"

Ich hoffe, ich habe das falsch verstanden und gelesen: "... Daher habe die Besatzung den Patienten wieder einladen und mit Notsignal ins Kinderspital fahren müssen ..." nur, weil der "Temporäre" das Alter falsch eingeschätzt hat? Ich gehe davon aus, dass es dem Patienten nicht gut ging, wenn er schon mit Blaulicht ins vorerst falsche Spital gefahren wird und danach mit Notsignal weiter gekarrt wird! Warum wird denn das Kind nicht im angelieferten Spital als Notfall betreut? Ich stelle deshalb die Behauptung von Matthias Scheurer (VPOD) zweifach in Frage! 1. Wieso kann ein VPOD Sekretär eine solch wichtige, fachspezifische Aussage tätigen und 2., wie sicher ist eine Stadt, wo ein Kind, weil es zu jung ist, nochmals verladen wird um mit Blaulicht in ein anderes Spital gefahren zu werden?


Daniel Thiriet, Riehen


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BaZ-Autorenzeile: SDA. BZ-Autorenzeile: Stefan Wyss. Wer suggeriert mehr Eigenleistung?

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RückSpiegel


Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

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In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• An der 1. Mai-Feier in Liestal wird etwas Ständerats-Vorwahlkampf spürbar, indem die grüne Nationalrätin Maya Graf und SP-Nationalrat Eric Nussbaumer mit als Hauptredner auftreten.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.

Matthias Hubeli, Leiter des Polizeistützpunkts Liestal und stellvertretender Leiter der Sicherheitsabteilung Ost, wird Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 in Pratteln.

• Der von der Wirtschaftskammer Baselland eingereichten Gesetzesinitiative "Für eine faire steuerliche Behandlung der Wohnkosten" (Wohnkosten-Initiative) stellt die Regierung einen Gegenvorschlag gegenüber.

Naomi Reichlin und Florian Sennhauser gehören neu dem Vorstand der FDP-Sektion Liestal an.

Melchior Buchs (FDP) ist neuer Gemeindepräsident von Reinach, indem er mit 2'544 Stimmen die CVP-Kandidatin Béatrix von Sury (CVP) mit 2'452 Stimmen knapp schlug.

• Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 findet laut Beschluss des Eidgenössischen Schwingerverbands definitiv in Pratteln statt.

• Die Universität Basel erhält fünf von 39 neuen Förderungsprofessuren, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) dieses Jahr vergeben hat.

• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.