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"Aufbruchstimmung enorm": LDP-Kapitäne Bürgenmeier und Iselin

Neue LDP-Führung will keine BüZa mit der SVP

Liberale liebäugeln mit bürgerlichem Vierer-Ticket – ohne SVP, aber mit Gass und Malama


Von Peter Knechtli


Die Basler Liberalen haben eine stark erneuerte Spitze: Einstimmig wählte eine gut besuchte Parteiversammlung heute Montagabend Christoph Bürgenmeier zum Präsidenten und Patricia von Falkenstein zur Vizepräsidentin. Die abtretende Präsidentin Maria Iselin wie die neue Führung distanzierten sich unüberhörbar von der SVP als Wahlbündnis-Partnerin.


Christoph Bürgenmeier sprach von laufenden Gesprächen mit den bürgerlichen Parteien im Hinblick auf eine Zusammenarbeit bei den Kantonalwahlen vom kommenden Herbst. Er könne aber noch keine Namen nennen. Da gab sich Patricia von Falkenstein viel unbeschwerter: Nur ein Vierer-Ticket für die Regierungsratswahlen könne die links-grüne Mehrheit brechen, sagte die Grossrätin. Und sie nannte auch konkrete Namen: Christoph Eymann (LDP), Carlo Conti (CVP), Hanspeter Gass und Peter Malama (FDP), wobei sie nach Malama "mein Wunschkandidat" hinzufügte. Die Namensliste wurden von der Parteibasis ohne spürbare Regung hingenommen.

Nur sachpolitisch offen

In sachpolitischen Fragen, betonte die nach vier Jahren abtretende Maria Iselin, seien die Liberalen bereit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten. Sie nannte insbesondere auch grünliberale Kreise. Zu den wahltaktischen Perspektiven räumte sie ein, dass sich die von ihr massgeblich vorangetriebene "Allianz" aller bürgerlicher Parteien als Misserfolg erwiesen habe. Dagegen sei es ihr ein Anliegen, sämtlichen Basler Bundesparlamentariern etwas besser auf den Zahn zu fühlen. Denkbar seien Gespräche zwischen ihnen und den Parteileitungen auf dem Riehemer "Wenkenhof", regte sie an.

Über den Zustand ihrer "tollen Partei" mit ihren "tollen Mitgliedern" war Maria Iselin voll des Lobes. Ohne auf den verstärkten Fusions-Druck durch die FDP einzugehen, präsentierte sich das abtretende wie das neue Führungs-Team vor dem  Slogan "Eigenständig". Christoph Bürgenmeier, ein schon fast intimer politischer Lebensgefährte seiner Vorgängerin – "in 23 Jahren gemeinsamer Politik sind wir 6'500 Stunden zusammengesessen" – scheint deren liberale Grundsätze entschlossen weiterverfechten zu wollen.

Stehende Ovation für Maria Iselin

Schon fast vergessen waren die tiefen Wunden der erfolglosen eidgenössischen Wahlen, der zermürbende Streit um die "Gewerbeliste" und die harte Isolation durch die bürgerlichen Partner-Parteien. Maria Iselin, gelobt ihren überdurchschnittlichen Einsatz und Kampfgeist zugunsten der Partei, wurde mit Blumensträussen und einer dankbaren stehenden Ovation geehrt. Patricia von Falkenstein machte der Basis Mut: "Wir werden nach dem September gestärkt in die neue Legislatur gehen." Und Bürgermeier doppelte nach: "Die Aufbruchstimmung an der ersten Vorstandssitzung war enorm."

An die Stelle von vier demissionierenden Vorstandsmitgliedern wurden Lukas Faesch, Michael-A. Michaelis, Markus Stadlin, Thomas Strahm und Michael Wieser in den 13-köpfigen Vorstand gewählt.

25. Februar 2008

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