Peter Achten - De Gustibus

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Strassenkoch Xiao Li: Baozi zum Z’Morge

Zum Frühstück Gipfeli und Kaffee, das gibts in den Grossstädten Chinas ohne Problem. Schliesslich ist China nach über dreissig Reformjahren international geworden, zumindest im reichen Küstengürtel von Peking über Shanghai bis ins südliche Guangzhou (Kanton) und Shenzhen. Allüberall sind Starbucks-Kaffee und andere Café-Ketten entstanden, landesweit soviele wie Pilze nach einem warmen Regen. In französischen Bäckereien mit angeschlossenem Café sind knusperfrische Baguettes und herrliche Croissants zu erstehen.

Noch vor wenigen Jahren wurden diese Etablissements vor allem von Ausländern frequentiert. Heute hat sich das geändert. Die überwiegende Mehrheit sind Chinesen und Chinesinnen. Auch das ein Zeichen für den wachsenden Wohlstand, denn Kaffi und Gipfeli sind nicht gerade billig. Im Starbucks bei der Jianguo Brücke in Peking kostet der günstigste kleinste Normalkaffee 15 Yuan (umgerechnet 2 Franken 50), und für ein eher gummiges Croissant legt man 10 Yuan auf den Tisch. Im Vergleich mit der Schweiz ist das natürlich billig, aber die Löhne auch von gut Verdienenden sind in China viel tiefer.

Die meisten Chinesen und Chinesinnen frühstücken ohnehin lieber à la Chinoise. Mehr und mehr auf die Schnelle, auf dem Weg zur Arbeit ins Büro. Im Zentralen Pekinger Geschäftsviertel CBD arbeiten Zehntausende. Davon profitieren unternehmerische Wanderarbeiter, die behelfsmässige Stände mit leckerem chinesischen Frühstück feil bieten. Ganz legal und ohne grosse Bürokratie.

An der Heng-Hui-Strasse ist Li Huidong mit seinem Baozi-Stand zwischen sechs und zehn Uhr morgens tätig. Sommers und winters. Bei jedem Wetter, jetzt gerade bei eiskalten Minus-Temperaturen. Tausende strömen aus der nahen Untergrundbahnstation Yong Anli und eilen zu ihren Arbeitsplätzen in den CBD-Hochhäusern. Ein gutes Dutzend Strassenköche warten auf Kundschaft. Von Teigstangen im heissen Öl frittiert über Pfannkuchen bis hin zu Baozi und heisser Soya-Milch gibt es alles, was das chinesische Frühstücksherz begehrt. Günstig, billig, lecker.

Li Huidong stammt aus der Provinz Hunan, ist 32 Jahre alt und stellt  Baozi her. Die besten in Peking, finde ich. Mit seinem Schicksal ist Li zufrieden: "Ich verdiene genug, um noch einige hundert Yuan pro Monat nach Hause zu  schicken. Dort auf dem Dorf habe ich eine Frau und eine kleine Tochter." Nur zweimal im Jahr besucht Xiao Li – der kleine Li, wie ich ihn als älterer Herr vertraut nennen darf – seine Heimat Hunan, am chinesischen Neujahr und am Nationalfeiertag.
 
Die Kinderfaustgrossen Baozi gibt es in einer Gemüse- und einer Fleischvariante, das Stück zu anderthalb Yuan. Sie werden in Bambuskörbchen gedämpft. Hier ist das Rezept (ausdrucken und nachkochen!) – E Guete.

Baozi

• Teig: Aus Mehl, etwas frischer Hefe und Wasser einen Teig rühren. Eine Stunde stehen lassen. Auswallen in runde Plätzchen (Durchmesser etwa 8 Zentimeter)

• Fleischvariante: fein gehacktes Schweinefleisch

• Gemüsevariante: fein gehackter China-Kohl oder anderes Gemüse

• Fleisch oder Gemüse mit einer Marinade aus Sesam-Öl, Sonnenblumen-Öl, Soya-Sauce, Lauch und/oder Knoblauch, einer Prise Zucker, einer Prise Pfeffer und etwas fein geschabtem Ingwer verühren

• Die Fleisch- oder Gemüse-Mischung auf die runden Teigplätzchen legen. Teig nach oben zusammenfalzen

• Baozi ins Bambuskörbchen legen. Dämpfen

10. Januar 2011
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Peter Achten, geboren 1939 in Basel, lebt und arbeitet in Peking. Er ist seit 1967 journalistisch tätig. Seine Karriere begann er bei "National-Zeitung" und "Basler Nachrichten" als Lokalredaktor, arbeitete später als Radio-Korrespondent aus Madrid. 1974 wechselte er zum Schweizer Fernsehen, wo er Produzent / Moderator der "Tagesschau" und Mitglied der Chefredaktion wurde. Mit Sitz in Beijing, Hanoi und Hongkong arbeitete Achten ab 1986 als Fernost-Korrespondent für Schweizer Radio DRS sowie verschiedene Schweizer Tageszeitungen. Zwischen 1990 und 1994 war er in Washington USA-Korrespondent für SF DRS. Von 1997 bis 1999 war er Chief Representative für Ringier in Vietnam. Von 1999 bis 2008 war Peter Achten Asienkorrespondent für Schweizer Radio DRS sowie für Ringier-Titel und Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins "China International Business". Spektakulär waren seine Radio-Reportagen über den blutig niedergeschlagenen Volksaufstand im Frühjahr 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Beijing, den Tsunami in Banda Acah 2004 und den Zyklon in Burma 2008. Heute arbeitet PA als freier Asien-Korrespondent mit Sitz in Peking.

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Alles mit scharf

Schlagende Argumente
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"Insgesamt kamen 1'000 Mitarbeiter und 450 Milliarden Euro Umsatz in die Schweizer Gruppe."

Schweiz am Wochenende
vom 20. Mai 2017
über den Zukauf der
deutschen "Bilfinger Hochbau"
durch Implenia
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Das muss eine Firmen-Perle sein: 450 Millionen Euro Umsatz pro Mitarbeiter.

RückSpiegel


Telebasel online geht in ihrem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.

• Ab 1. Januar 2018 soll die "Sanitätsnotrufzentrale beider Basel" (SNZbB) für die Entgegennahme von Notrufen und die Disposition der Einsätze in der Region verantwortlich sein, wodurch die bisherigen Zentralen der Sanität Basel und des Kantonsspitals Baselland zusammengelegt werden.

• Die Basler Ethnologin Tabea Buri wird als Nachfolgerin von Dominik Wunderlin neue Leiterin der Abteilung Europa am Museum der Kulturen Basel (MKB).

Manuela Hobi ist die neue Präsidentin der Sektion CVP Grossbasel Ost, dies als Nachfolgerin von Andreas Peter.

Anna Wegelin, bisher Leiterin Marketing und Kommunikation bei Pro Senectute beider Basel, wird ab 1. Juni "Head of Communication" beim Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

• Statt mit einem budgetierten Defizit von knapp zwei Millionen Franken schliesst die Rechnung 2016 der Stadt Liestal mit einem Verust von 950'00 Franken ab.

Stephan Bachmann, Direktor des REHAB Basel, ist von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten der "Basler Privatspitäler-Vereinigung" gewählt worden.

• Die "Basler Zeitung" erhöht ihren Jahresabonnements-Preis von 466 auf 485 Franken.

• Das Kunstmuseum Basel besetzt per 1. Mai drei Stellen neu: Daniel Kurjaković übernimmt den neu geschaffenen Posten des Kurators Programme, Anita Haldemann wird Leiterin des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.

• Der 56-jährige Renzo Simoni, bis im Juni noch CEO der AlpTransit Gotthard AG, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Gruner AG gewählt.