Peter Achten: Brief aus ...

<< [ 1 | (...) | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 ]

Vogelnest und Barfi

Von PETER ACHTEN

Hoch, höher, am höchsten. Der Wirtschaftsboom in Asien kennt, so scheint es, keine Grenzen. "Only the sky is the limit", flüsterte schon vor rund zehn Jahren der Basler Remo Riva mit glänzenden Augen ins Mikrophon angesichts des Bank-of-China-Wolkenkratzers in Macao. Den hat Riva entworfen, ebenso wie viele andere Hochhäuser von Peking bis Singapur und von Taipei, Hong Kong bis Shanghai.

Die asiatische Wachstumseuphorie, könnte man sagen, spiegelt sich modellhaft im Bau von möglichst hohen Monumenten wieder. Das höchste Haus der Welt steht schon längst nicht mehr im Eldorado des Kapitalismus, in Amerika. Seit drei Jahren hält Taipei, Hauptstadt des Tigerstaates Taiwan oder - je nach Leseart - Hauptort der abtrünnigen chinesischen Provinz Taiwan, diesen Rekord. Das Internationale Finanzzentrum, kurz Taipei 101 genannt, ragt 509 Meter in den Himmel. Damit wurden die Petronas-Türme in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur entthront, die es "nur" auf präzise 451,9 Meter bringen.

Das Rennen um hoch, höher, am höchsten geht weiter. Architekten von Projekten in Shanghai, Hong Kong, Jakarta oder Tokio träumen schon von tausend Meter hohen Monstergebäuden. Wohl mit Sauerstoffanschluss zuoberst in den teuersten Büros. Vorerst aber ist der Nahe Osten am Zug, denn dort in Dubai entsteht derzeit das Burj Dubai. Geplante Höhe: Rund 800 Meter.

Im Gegensatz zu Shanghai wird in Peking, da mehr Platz vorhanden, nicht nur, aber auch in die Höhe gebaut. Im Zentrum der Stadt sieht es bald aus wie in Manhattan. Das neue Zentrum des Nationalen Chinesischen Fernsehens beispielsweise wird zwar nur 250 Meter hoch, dafür formal kein Turm, sondern eine ganz wilde Skulptur (ohne Volksabstimmung!), entworfen vom holländischen Architekten Rem Koolhaas. Oder das Olympiastadion in Form eines Vogelnestes von Herzog & de Meuron (ohne Volksabstimmung!). Oder die Nationaloper beim Tiananmen in Form einer durchsichtigen Perle vom französischen Architekten Landreu (ohne Volksabstimmung ... ja, ja, ich weiss, China ist ein autoritärer Staat, manche sagen auch Diktatur). So was ist eben in China und zumal im chinesischen Kulturzentrum Peking möglich. Denn nur der Himmel ist die Grenze, auch kulturell, um Freund Remo Riva nochmals zu zitieren.

Damit sind wir in der Schweiz angekommen, genauer in Basel. Aber Nein, wo denken Sie, geneigter Leser, verehrte Leserin, auch hin. Nein und nochmals Nein, in den Abstimmungskampf ums neue Casino am Barfi (für Ausser-Basler: Barfüsserplatz im Stadtzentrum) will ich mich aus über 10'000 Kilometern Entfernung nun wirklich nicht einmischen. Es geht ja in dieser Kolumne um Hochhäuser, nicht wahr.

Also, das Basler Messeturm ist mit 105 Metern das höchste Haus der Schweiz. Es ist so hoch, wie das Wohnhaus in Peking, in dessen oberstem Stockwerk ich wohne. Aber schon kommen, eh, die Zürcher. Die nämlich wollen unique wie sie eben Downtown Switzerland einmal sind, einen "Prime Tower" bauen. Sage und schreibe 126 Meter hoch. Man stelle sich das in Basel nur einmal vor. Die Basler aber lassen sich nicht lumpen, denn sie können sich in extremis wie immer auf die Chemie verlassen. Der Roche-Turm nämlich, ob er nun kommt oder nicht, soll sagenhafte 163 Meter hoch werden. Wenn das mit den Wolkenkratzern zwischen Basel und Zürich so weiter geht - ähnlich wie im Fussball eben - dann sind wir bald soweit wie in China, wo Peking und Shanghai - im Fussball wie im Hochhäusle bauen - den Ton angeben.

Fazit: Weder in China noch in der Schweiz wachsen die Bäume in den Himmel, die Bauten aber manchmal schon. Mit oder ohne Abstimmung.

28. Mai 2007
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Achten, geboren 1939 in Basel, lebt und arbeitet in Peking (Beijing). Er ist seit 1967 journalistisch tätig. Seine Karriere begann er bei "National-Zeitung" und "Basler Nachrichten" als Lokalredaktor, arbeitete später als Radio-Korrespondent aus Madrid. 1974 wechselte er zum Schweizer Fernsehen, wo er Produzent / Moderator der "Tagesschau" und Mitglied der Chefredaktion wurde. Mit Sitz in Beijing, Hanoi und Hongkong arbeitete Achten ab 1986 als Fernost-Korrespondent für Schweizer Radio DRS sowie verschiedene Schweizer Tageszeitungen. Zwischen 1990 und 1994 war er in Washington USA-Korrespondent für SF DRS. Von 1997 bis 1999 war er Chief Representative für Ringier in Vietnam. Von 1999 bis 2008 war Peter Achten Asienkorrespondent für Schweizer Radio DRS sowie für Ringier-Titel und Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins "China International Business". Spektakulär waren seine Radio-Reportagen über den blutig niedergeschlagenen Volksaufstand im Frühjahr 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Beijing, den Tsunami in Banda Acah 2004 und den Zyklon in Burma 2008. Heute arbeitet PA als freier Asien-Korrespondent mit Sitz in Peking.

© Foto by OnlineReports.ch

mailto:peter.achten@usa.net

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Den Geruch spürt man bis nach Basel."

20 Minuten online
vom 26. September 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Die Gschpürigen rochen sogar etwas.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).