Angegriffener WWF wehrt sich gegen "grünen Kolonialismus"

Vorwurf der zunehmenden Profitorientierung des Umweltkonzerns zurückgewiesen


Von Ruedi Suter


Den immer lauter werdenden Vorwurf, der WWF habe sich zu einem zunehmend profitorientierten Konzern entwickelt, der aus berechnender Rücksicht auch zerstörerische Wirtschaftszweige mit Samthandschuhen anfasse, weisen die Verantwortlichen von sich. Auch im Kongo-Becken, wo die einflussreiche Umweltorganisation zahlreiche Schutzprogramme betreibt: Dank viel Fingerspitzengefühl seien zahlreiche Erfolge zu verzeichnen.


Der WWF spielt eine wichtige Rolle im Kongo-Becken. Dank seiner Initiative versammelten sich mit Hilfe der Weltbank im März 1999 die fünf Regierungschef der Staaten Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Republik Kongo (Brazzaville), Gabun und Äquatorial Guinea in Yaoundé, um in einem historischen Akt die "Yaoundé-Deklaration" zur nachhaltigen und grenzüberschreitenden Erhaltung der Regenwälder im Kongo-Becken zu unterschreiben. Seither sind neue Schutzgebiete ausgeschieden, neue Aktionspläne gegen die illegale Holzfällerei umgesetzt und neue Initiativen zur Rettung bedrohter Arten ergriffen worden.

Am aktivsten war das politisch relativ stabile Kamerun, wo der WWF in der Hauptstadt Yaoundé sein regionales Hauptquartier unterhält. Er wirkt in den Bereichen Parkgründungen, Wildschutz, Ausbildung und Besoldung von Wildhütern, Einbindung von Pygmäen und lokaler Bevölkerung in Schutzzonen wie dem Lobeke National Park, Forschung, Beratung von Behörden und Holzfirmen in Sachen Nachhaltigkeit.

Gegenüber OnlineReports schilderten Programmleiter Martin Tchamba vom WWF Kamerun und der regionale Direktor Laurent Some die vielen Probleme im Kampf gegen die illegal fällenden und auf Zeit spielenden Holzkonzerne. Das Land hänge von ihnen ab, und man habe trotz guter Gesetze nur begrenzte Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.

Dank diplomatischem Vorgehen sei der WWF aber mit den meisten Holzfirmen in Kontakt. Übeltäter würden kontrolliert, kritisiert und angezeigt. Laut Leonard Usongo, dem Projektleiter des Jengi Schutzprojekts, habe der WWF zusammen mit der deutschen GTZ in dem von uns bereisten Südosten Kameruns den neun Holzfirmen vor Ort sogar das Versprechen abringen können, die Wilderei bekämpfen zu helfen. Usongo ist überzeugt, Wilderei wie auch illegales Abholzen in den Griff zu bekommen. "Verglichen mit den schlimmen Zuständen von früher, sind riesige Fortschritte gemacht worden."

"Das Wichtigste ist für uns die Legalität der Holzfirmen"

"Das Wichtigste ist für uns die Legalität der Holzfirmen", sagt Tschamba. Leider sei die Einführung des in Afrika noch nirgends gültigen FSC-Labels* für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder nicht in Sicht, "Zwischenlösungen" seien eher durchführbar. Mit dem Staat - ihm gehören die Wälder - klappe die Zusammenarbeit aber insgesamt gut, versichern die Kameruner, ohne allerdings auf die Folgen der Korruption einzugehen.

Dass es mit der notwendigen FSC-Einführung harzt, erklärt Afrika-Kennerin Monica Borner, verantwortlich für internationale Projekte beim WWF Schweiz so: "Der Staat möchte eher ein &Mac226;panafrikanisches Label‘, weil das FSC-Label von aussen kommt und von der Regierung als neokolonialstisch empfunden wird. Man will sich von aussen nichts vorschreiben lassen."

Chris Elliot, Leiter des Programms "Wälder für Leben" am Sitz des WWF International im schweizerischen Gland, ergänzt: "Bisher ist FSC das einzige vertrauenswürdige Label für sozial- und umweltverträgliche Waldbewirtschaftung . Ein panafrikanisches Label müsste deshalb qualitativ mindestens dem FSC ebenbürtig sein, um vom WWF unterstützt zu werden. Wir arbeiten deshalb auch mit Holzfäll-Konzessionären zusammen, sofern sie sich für wirklichen Fortschritt in Richtung Zertifizierung verpflichten. Da die meisten Wälder Zentralafrikas den Regierungen gehören, müssen wir mit ihnen zusammenarbeiten, um Einfluss auf die Geschehnisse vor Ort nehmen zu können. Wir müssen mit ihnen verhandeln und ihnen nicht Lösungen von aussen aufzwingen wollen. Denn dies würde uns als 'grüner Kolonialismus' ausgelegt."

Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wie der Bruno-Manser-Fonds, "Rettet den Regenwald" oder die von Wissenschaftlern gegründete, hauptsächlich aus Kenia operierende "Ecoterra" kritisieren, mit dieser Haltung sei der WWF in vielen Fällen das willkommene Feigenblatt für korrupte Regierungen und illegal operierende Holzindustrien, denen mit der Öffnung der Regenwälder die kolonisierten und rechtlosen Urwaldvölker zum Opfer fielen. Um dies zu verhindern, dürften die Urwälder überhaupt nicht angetastet werden. Die Antwort des WWF: Dies sei "unrealistisch".

* Das FSC-Zertifikat ist von den grossen Umweltverbänden und vielen sozialen Institutionen anerkannt, weil es von der Holzindustrie eine nachhaltige, sozial verträgliche, von Pestiziden und Genmanipulationen freie Bewirtschaftung der Wälder abverlangt.

23. März 2004

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