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"Den Königsweg gibt es nicht": Referierende* am EBL-Podium

Vom Bändigen der Energie-Löwen in Filippos Arena

Unterhaltsamer Podiums-Talk der Elektra Baselland über den richtigen Energie-Mix der Zukunft


Von Peter Knechtli


Ein Bekenntnis zur Förderung der nachhaltigen Energie-Erzeugung legte gestern Mittwochabend die Baselbieter Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider in Liestal ab. An einem emotional hochgehenden Podium der Elektra Baselland debattierten Fachleute kontrovers darüber, mit welchen Strom-Arten der wachsende künftige Bedarf gedeckt werden soll.


Der Liestaler "Engel"-Saal war voll besetzt, die TV-Kameras von TeleBasel standen zur Live-Übertragung in Position und die Zuschauerränge waren angeordnet wie in der TV-"Arena". Nicht einmal Verbal-Dompteur Filippo Leutenegger fehlte: Er moderierte das Podiumsgespräch über die Frage, ob der Stromedarf der Zukunft mit Atom- oder erneuerbarer Energie gedeckt werden soll.

"Gefahr, den Anschluss zu verlieren"

Die Baselbieter Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider (CVP) liess es sich auch vor dem wohl eher kernenergiefreundlichen Publikum nicht nehmen, sich klar zum Atomschutz-Artikel der Kantonsverfassung und zur Förderung der nachhaltigen Energieproduktion zu bekennen. Vier zentrale Aspekte, so Schneider, prägten die Baselbieter Energiepolitik: Die Versorgungssicherheit, die Umweltverträglichkeit, die Wirtschafts- und die Sozialverträglichkeit. Obschon auch das Baselbiet seine Elektrizität zu 40 Prozent aus Atomenergie bezieht, liess Schneider ihre Präferenz für sanfte Energietechnologien erkennen. Denn in den Sparten Biomasse, Geothermie, Wind- und Solarenergie laufe die Schweiz Gefahr, "den Anschluss an Europa zu verlieren und damit auch Unabhängigkeit und wirtschaftliche Innovationskraft einzubüssen".

Als eine der - von den Fischern wenig geliebte - Möglichkeiten, die Wasserkraft besser zu nutzen, nannte die Bau- und Umweltschutzdirektorin Pläne, die Abtiefung des Rheins zu prüfen. Einen "Königsweg" allerdings, räumte die Politikerin ein, gebe es nicht.

Warnung vor "neuem Subventionssumpf"

Für den Basler Wirtschaftsprofessor Silvio Borner ("Wir treiben auf eine Stromlücke zu") allerdings ist klar: Mit staatlich unterstützten Ökostrom-Anlagen werde nur ein "neuer Subventionssumpf" geschaffen und zudem die sichere Grundversorgung mit Bandenergie nicht sicher gestellt. Die erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind seien auch auf absehbare Zeit "vernachlässigbar" sagte Borner und forderte ohne Umschweife: "Ohne neue Kernkraftwerke geht es nicht." Allerdings räumte Borner ein: "Ich weiss nicht, wie der Strom-Mix in 20 bis 30 Jahren aussieht."

Auch Manfred Thumann, CEO des Bereichs Kernenergie der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK), verteidigte die Atomenergie mit ökologischen Argumenten - sie sei frei von CO2-Emissionen und die sichere Entsorgung der Abfälle sei nachgewiesen - sowie mit dem Vorteil der Versorgungssicherheit rund um die Uhr.

Rechsteiner wirft Atom-Lobby "Völkermord" vor

Mit dieser Aussage liefen die Kernkraft-Befürworter dem radikalen Atomstromgegner Rudolf Rechsteiner ins Messer. Er kanzelte seine politischen Gegner "Arena"-konform regelrecht ab: Die Atomindustrie ("eine Sekte") bezichtigte er unter Verweis auf Katastrophen wie Tschernobyl des "Völkermords" (Raunen im Saal). Die in der Umgebung des Unfallreaktors lebenden Kinder seien "Strahlenmüll". Professor Borner gab er Saures, indem er ihm riet, "in Pension zu gehen". Was Borner einige Zeit später zur Bemerkung provozierte, er habe gescheitere Studenten gehabt als Rechsteiner.

Doch der Basler SP-Nationalrat, per Kaltstart in rasante Fahrt geraten, liess sich nicht vom Kurs abbringen. Nachdem für die schickliche Beerdigung der AKW-Projekte von Kaiseraugst und Graben schon 577 Millionen ausgegeben worden seien, müsse künftig in Windenergie investiert werden, der ein "völlig sensationelles Potenzial" voraussagte: "Im Jahr 2020 wird die Windenergie die Atomenergie überholen." Es sei denn auch kein Wunder, dass Ölfirmen "in Windenergie investieren und nicht in Atomenergie".

Windmühlen auf den Wasserfallen?

Das flammende Plädoyer für - grösstenteils importierte - Windenergie konterten die AKW-Befürworter. Borner: "1'000 Windräder auf der Wasserfallen?" Thumann: "Niemand gibt Platz für Hochspannungsleitungen von der Nordsee in die Schweiz."

Gastgeber und EBL-Direktor Urs Steiner erinnerte daran, dass sein Unternehmen "schon vor über einem Jahrzehnt die strategischen Weichen für einen ökologischen Strom-Mix gelegt" habe. Die Umsetzung sei jetzt erkennbar in den Biomasse-Kraftwerken, die im Baselbiet in den nächsten Jahren sukzessive errichtet werden sollen, sowie im Geothermie-Projekt, das der Strommanager immer noch mit Zuversicht vertrat, wenn nun auch einige Vorbehalte und Konjunktive gegenüber der "möglichen Schlüsseltechnologie" des 21. Jahrhunderts nicht zu überhören waren. Bis ins Jahr 2020, so Steiners Vision weiter, könnte die Biomasse in der Region Basel 10 Prozent, Geothermie 20 Prozent und Wind/Solarenergie 3 bis 5 Prozent des Energiebedarfs decken.

Steiner lobte in diesem Zusammenhang auch den Stromkonzern Axpo, dass er sich entschlossen habe, mit sechs Millionen Franken am Geothermie-Projekt ("Geopower Basel AG") zu partizipieren.

Lokale Brisanz ausgeklammert

Lebendig und unterhaltsam war die Veranstaltung ohne Zweifel, auch wenn es wegen der teilweisen TV-Übertragung zu Redundanzen kam. Filippo Leutenegger machte seinen Job formal professionell. Inhaltlich schien er allerdings mit den regionalen Begebenheiten und Hochspannungs-Situationen nicht sonderlich gut vertraut. So kam die politisch brisante Frage, wer, wie und mit welchen Mitteln erneuerbare Energieprojekte ausserhalb Geothermie und Biomasse fördert, ebenso wenig zur Sprache wie die wenig tauglichen Ökostrom-Paragrafen der Baselbieter Energiegesetzgebung. Pikant: Am selben Abend beschloss der Verwaltungsrat der lokalen Konkurrenz Elektra Birseck Münchenstein (EBM), einen Energie-Förderfonds in Höhe von 2,64 Millionen Franken.

* von links: EBL-Direktor Urs Steiner, Moderator Filippo Leutenegger, Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider und SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner.

15. September 2005


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• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.