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"Ich sehe keine Probleme": Geschützter Amphibienlaichplatz in Riehen

Schutz der Amphibien in Basel-Stadt noch ungeklärt

Zwei Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung befinden sich im Bann der Gemeinde Riehen


Von Matthias Brunner


Amphibien sind schweizweit in ihrem Überleben gefährdet. Im Kanton Basel-Stadt gibt es nur zwei Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung. Sie seien nicht explizit geschützt, bemängelt der WWF. Bedroht sind die Gebiete nicht, aber ihr Schutz-Status ist noch unklar, wie eine OnlineReports-Recherche ergab.


Der Frühling ist überall zu spüren. Mit den steigenden Temperaturen und der längeren Sonneneinstrahlung beginnen auch die Amphibien ihre von der Winterruhe starren Glieder zu strecken und setzen sich wie jedes Jahr instinktiv in Bewegung. Sie machen sich auf dem beschwerlichen und gefährlichen Weg zu den Laichgebieten, wo sie schon selber zur Welt gekommen sind.

Der Kanton Basel-Stadt verfügt nur gerade über zwei derartige Laichgebiete, die von nationaler Bedeutung sind: den Eisweiher mit den angrenzenden Wiesenmatten sowie das Autal, beide auf Riehemer Boden. In diesen Biotopen tummeln sich nebst laut quakenden Wasserfröschen so selten gewordene Tiere wie Geburtshelferkröten, Kamm- und Fadenmolche oder Laubfrösche.

Schutz durch Vereinbarung gewährleistet

Doch bis jetzt stünden beide Gebiete nicht offiziell unter Naturschutz, bemängelt Jost Müller, Geschäftsführer des WWF Region Basel, gegenüber OnlineReports. Die Grüne Partei will dazu demnächst eine Anfrage im Grossen Rat stellen und erwartet vom Regierungsrat unter anderem Auskunft darüber, wie Amphibienlaichgebiete besser geschützt werden sollen.

Yvonne Raisner von der kantonalen Naturschutzfachstelle äussert sich gegenüber OnlineReports nur sehr vage, was den effektiven Schutzstatus der beiden Biotope betrifft. Doch gibt sie sich überzeugt, wenn sie sagt: "Ich sehe keine Probleme beim Schutz dieser zwei Gebiete." Denn es bestehe eine Vereinbarung zwischen dem Kanton und der Gemeinde Riehen zur Betreuung und Pflege dieser Biotope. Dabei trage der Kanton 80 Prozent der entstehenden Kosten.

Für Béatrice Werffeli vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) sind damit die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung der "Verordnung über den Schutz der Amphibiengebiete von nationaler Bedeutung" geschaffen, wie sie auf Anfrage erklärte.

Schleppende Zonenplanung

Gänzlich geklärt scheint der Schutzstatus dennoch nicht zu sein: So sind zwar beide genannten Gebiete im kantonalen Richtplan, der als "behördenverbindlich" gilt, als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Im Prüfungsbericht des Bundes von 2010 wird allerdings angemerkt, dass das Objekt "Eisweiher und Wiesenmatten" nur zum Teil als Naturschutzgebiet eingezeichnet ist und entsprechend angepasst werden sollte.

Die exakten Parameter werden erst in den kommunalen Zonenplänen festgelegt. Momentan ist in Riehen – wie in Basel – eine Zonenplanrevision im Gange. Bis diese jedoch abgeschlossen ist, können noch Jahre vergehen, wie eine Gemeindemitarbeiterin zu OnlineReports sagte.

28. März 2012


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