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"Ohne Kühlschrank über den Atlantik?": Solar betriebener Katamaran*

Einspruch, Herr Geering!

Weshalb der Umweltschützer Martin Vosseler Respekt statt Spott und Häme verdient


Von Peter Knechtli


Lieber Matthias Geering, Sie sind interimistischer Chefredaktor der "Basler Zeitung" und Sie haben vor einiger Zeit die nach Ihrer Meinung zu hohen Löhne der BVB-Chauffeure ins Visier genommen. In diesen Tagen haben Sie nun in einer Kolumne, wenn ich dies so sagen darf, am Umweltaktivisten Martin Vosseler ("Angenehme Reise, Herr Vosseler") Ihr Mütchen gekühlt. Der unermüdliche Botschafter der Energie-Wende brach vor einer Woche in Basel mit dem ersten ausschliesslich solarbetriebenen Katamaran auf eine Reise über den Atlantik auf.

Sie machen sich über Martin Vosselers Äusseres lustig ("handgestrickter Wollpullover", "plötzlich im feinen Anzug mit Krawatte"), Sie halten ein hochseetaugliches Boot, das 700'000 Franken kostet, für "Luxus", und finden es bemerkenswert, dass es sogar mit einem Kühlschrank und einem Herd mit Glaskeramikkochfeld ausgestattet ist, nachdem Vosseler und seine "Anhänger" bei der Besetzung des Bauplatzes an der Wiese doch noch kürzlich "auf einfachstem Feuer ihr Süpplein gekocht" haben.

Dass Ihnen Martin Vosseler offensichtlich auf den Keks geht, weil er als Individuum im Mittelpunkt steht und sich auch in den Mittelpunkt setzt, habe ich begriffen. Weniger verstehe ich hingegen, wenn Sie an der Schifflände "eine regionale Prominenz" ausgemacht haben wollen, die eine "treue, fast jüngerhafte Fan-Gemeinde" bilden soll.

"Wir sind nicht legitimiert,
mit dem Finger auf jene zu zeigen, die ihren Kühlschrank solar betreiben."




Ich bin Ihnen, lieber Matthias Geering, beim Start des Katamarans letzte Woche in Basel nicht begegnet. Aber ich habe gesehen, dass sich an der Schifflände zahlreiche engagierte Menschen - selbst der 100-jährige Wissenschafter Albert Hofmann kam - versammelten, die weit davon entfernt sind, als "Jünger" einem Guru nachzuwatscheln. Ihre Anwesenheit galt nicht der Person von Martin Vosseler, sondern seiner Nachhaltigkeits-Vision, der er sein Leben und seine Kraft verschrieben hat. Es scheint Ihnen beim Versuch, Vosselers Supporter als Sektenangehörige und Vosseler als Heiligen Martin zu archivieren, das für Sie möglicherweise pikante Detail entgangen zu sein, dass der Katamaran nach der Atlantik-Traversierung auf den Bahamas als erste Insel - ausgerechnet! - Saint Martin ansteuert.

In der Funktion von hoher Verantwortung, die Sie derzeit ausüben, ist es Ihre Aufgabe, an vorderster Front die grossen Entwicklungen der Zeit zu antizipieren und lokale Nachhaltigkeits-Initiativen zu unterstützen. Ihre Aufgabe ist stilbildend, nach innen wie nach aussen. Sie wissen, dass wir die Erde plündern und damit für einige Generationen das schaffen, was allgemein als "Wohlstand" bezeichnet wird. In einigen Jahrzehnten wird das Öl dieser Erde verbrannt sein, dann wird das Erdgas zur Neige gehen. Spätere Generationen werden sich auf ein Leben danach einrichten und den Preis für unseren "Wohlstand auf Kredit" bezahlen müssen - sofern bis dann nicht neue Technologien, wie zum Beispiel die Sonnenenergie, für die sich Vosseler einsetzt, zur Verfügung stehen. Davor können Sie die Augen nicht verschliessen.

Welches Ihr persönlicher Beitrag zur Energie-Wende ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wahrscheinlich wird Ihr Kühlschrank elektrisch betrieben wie meiner, und ebenso die Keramikkochfelder Ihres Herdes. Wir sind somit nicht legitimiert, mit dem Finger auf Andere zu zeigen, die Kühlschrank und Kochherd solar betreiben, sondern sollten uns vielmehr selbst die Frage stellen, was wir zur unumgänglichen Energie-Wende beitragen, und uns auch vor beschämenden Ergebnissen nicht scheuen. Häme über andere auszuschütten, die uns um eine Nasenlänge voraus sind, dürfte nicht das geeignete Rezept sein.

"Die Bundesrätin war mit einer bemerkenswerten Botschaft nach Basel gekommen."




Haben Sie sich in den engen Kajüten umgesehen und den Eindruck gewonnen, hier werde dereinst auf hoher See in Saus und Braus geprasst? Sind Sie der Meinung, ein mit Sonnenenergie betriebener Kühlschrank unter gleissender Sonne sei auf einer wochenlangen Meeresüberquerung übertriebener Luxus? Und vor allem: Haben Sie die ungewöhnlich lange, bemerkenswerte Rede von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gehört oder zumindest gelesen, bevor Sie von "PR-Maschinerie" schrieben? Dann haben Sie festgestellt, dass hier eine Aussenministerin gesprochen hat, welche die Notwendigkeit der Energie-Wende in den internationalen Kontext stellte und beispielsweise den Zusammenhang von (fossilem) Energiebedarf und Kriegselend aufzeigte.

Sie sollten, lieber Herr Geering, Martin Vosseler nicht herabsetzen - schon gar nicht, indem Sie seine Bedeutung mit dem einstigen Vizepräsidenten der USA vergleichen - und damit selbstredend zum Nobody stempeln. Wir würden Sie auch nie an Bob Woodward oder Carl Bernstein messen, weil dieser Vergleich unfair ist. Denn Sie können auch im Kleinen ebenso Herausragendes leisten wie Andere an der "Washington Post". Es ändern nur die Zeitungstitel, aber nicht die Qualität der Arbeit. So dürften Sie wissen, dass es immerhin Martin Vosseler war, der Al Gore vor einigen Jahren zu einem eindrücklichen Vortrag über die globalen ökologischen Herausforderungen in die Schweiz - nach Basel! - holte. Vosseler hat auch entscheidend daran mitgewirkt, dass weitere illustre Technologie-Pioniere wie David Freeman, Amory Lovins oder Ernst Ulrich von Weizsäcker, die in Basel auftraten, nachhaltige Spuren hinterlassen haben. Das müssten Sie in Ihren Werturteilen berücksichtigen.

Ich möchte nicht einmal bestreiten, dass narzisstische Gratifikation mit ein Antrieb für Vosselers Werben für die Wende ist. Alles, was er an Aktionen anpackt, ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Anderseits ist Martin Vosseler nicht der Gruppen-Mensch, der sich in basis-demokratischen "Vollversammlungen" beseelt, sondern ein selbstbestimmender ideeller Unternehmer in Sachen Nachhaltigkeit. Ob er nun im Solarboot über den Atlantik tuckert oder wie Al Gore die Vortragssäle rund um den Globus füllt, ist letztlich unerheblich. Das Entscheidende ist und bleibt der Beitrag jedes und jeder Einzelnen, ohne den sich nichts bewegt.

Das ist auch der Beitrag von Ihnen, lieber Matthias Geering, und von mir. Wohin immer der berufliche und private Weg Sie führt, ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise. Und der Katamaran-Crew viel Glück auf hoher See.

* Vor dem Start über den Atlantik am 16. Oktober 2006 an der Schifflände in Basel.

24. Oktober 2006


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"Kolumne passt zum Stil der BaZ"

Die Kolumne des Herrn Geering passt generell zum Stil der heutigen BaZ. Eine Meldung des "Blick", wonach ein Basler Biker mit Fischerrute ein älteres Ehepaar beschimpft und umgestossen hätte, wurde von der BaZ tel quel übernommen. Um die niedrigen Instinkte noch weiter anzustacheln, wurde die Geschichte sogar noch mit eine Ted-Umfrage garniert "ob man Biker härter anfassen müsse" oder so was Ähnliches. Eine etwas billige Art einer Tageszeitung, Schlagzeilen zu produzieren. Um über das regionale Geschehen objektiv orientiert zu sein, reicht auch mir OnlineReports.


Jakob Weber, Riehen



"Wenige beachtenswerte Informationen"

Ich möchte nicht zur Angelegenheit Vosseler Stellung nehmen, sondern mir einen Kommentar zur BaZ erlauben. Ich habe diese Zeitung abbestellt. Sie bringt auf sehr viel Papier eigentlich nur wenige beachtenswerte Informationen. Die heutige Gesellschaft wird von Informationen überschwemmt. Eine Tageszeitung müsste im Wissen, dass dem so ist, einen deutlichen Mehrwert liefern. Das tut zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung. OnlineReports informiert ausreichend über das Geschehen in der Region. Die BaZ hatte es in den Händen, in die Fussstapfen der Basler Nachrichten zu treten und eine lesenswerte Zeitung zu schaffen. Sie wählte einen anderen Weg, schade.


Pascal Marchal, Basel



"Immer auf der Gegenseite der Volksmeinung"

Da hat der Herr Geering den Herrn Vosseler abgeschossen - und sich selbst und die BaZ wohl auch. Dass die BaZ nicht mehr einfach nur Hofberichterstattung macht, wie zu anderen Zeiten, darum können wir alle froh sein. Aber das die BaZ sich immer wieder auf die Gegenseite der Volksmeinung bzw. der Respektierung anderer Ansichten als die der Chefredaktion stellt, zeugt doch von gewissem Mut. Mut sollte diese Zeitung aber meiner Meinung nach endlich mal in das Bekenntnis der Region stecken - sei es innovativer (wei z.B. Vosseler) oder allerlei anderer Art. Als Abonnent und Leser dieser "Monopol"-Tageszeitung wünsche ich mir schon, auch im Kontext der Region und dessen teilweise internationalen Impulse wahrgenommen zu werden - und nicht nur als Abonnent oder Zahlender.


Daniel Jansen, Kulturtäter der Region Basel, Basel



"hätten doch nur mehr menschen mut zum risiko"

hätten doch nur mehr menschen mut zum risiko des engagements ohne permanenten seitenblick auf wiederwahl und erhaltung der karrierechancen. ja, herr vosseler hat sich offenbar / eventuell / gegebenenfalls als suppenkoch für andere instrumentalisieren lassen. ja, er hat sich aus seinem wollpullover geschält. ja, er geniesst offenbar die - zweifelhaften - annehmlichkeiten einer bootsfahrt mit solar-kühlschrank und glaskeramikfeld-herd: die umstände, unter denen diese "luxusgegenstände" zum genuss werden, sind im bemerkenswerten beitrag von peter knechtli unmissverständlich dargestellt worden.

 

für einen vertreter eines regionalen blattes ist der "bewertete" kommentar schlicht und einfach beschämend. ein solcher kann nur aus einem mangel an konkurrenz und markt überhaupt entstehen. aber onlinereports zeigt - einmal mehr: da ist kein knecht(li) am werk, sondern ein wahrer meister. weitermachen.


rené wetzel, interlaken



"Ich ziehe den Hut vor Martin Vosseler und seiner Crew"

Herr Geering lässt kaum ein gutes Haar an Martin Vosseler. Wen wunderts? Sozusagen eine Abrechnung für all den Ärger, den Martin mit seinem mutigen Einstehen an der Wiese den Befürwortern der Zollfreien bereitete. Die riskante Absicht, mit einem solarangetriebenen Katamaran den Atlantik zu überqueren, geriet leider in den Hintergrund. Wenn das Unternehmen gelingt, dann ist das eine bemerkenswerte Pionierleistung, auf das Basel und die Schweiz stolz sein können.

 

Als ehemaliger Schweizer Seemann, der volle 14 Jahre sämtliche Meere befuhr, verfolge ich wie Unzählige andere auch mit Argusaugen die Fahrt des Katamarans. Seit täglich unzählige schnelle Container-Schiffe die Umwelt mit Dieselabgasen überbelasten, müssen neue Wege für den Schiffsantrieb gesucht werden. Mag sein, dass da noch viel Wasser den Rhein hinunter ins offene Meer fliessen muss, bis ein brauchbarer Solarantrieb für grosse Güterschiffe entwickelt werden kann. Aber wie fing zum Beispiel die Eisenbahn vor rund 150 Jahren an? Eben! Deshalb ziehe ich den Hut vor Martin Vosseler und seiner Crew und wünsche dem Team nur das Beste und immer mindestens einen Fussbreit Wasser unter dem Kiel.


Eric Cerf, Basel



"Kolumne über weite Teile die Züge einer Abrechnung"

Die Aufgabe der Medien ist es, der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, dort zu recherchieren, wo es von öffentlichem Belang ist. Doch jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit! - die des Herrn Geering ist eine ganz besondere. So weit so gut. Nur trägt seine völlig entgleiste Kolumne über weite Teile die Züge einer Abrechnung. Was hat uns der BaZ-Chefredaktor mitteilen wollen? Was er schon immer gewusst hat, nämlich dass Martin Vosseler und Konsorten Wasser predigen und Wein trinken? Das stinkt nach Klischee - und ist es auch. Wie wohltuend, dass andere Medien dieser billigen Polemik kraftvoll entgegentreten. Ich beglückwünsche Herrn Knechtli zu seiner differenzierten Entgegnung.


Pius Helfenberger, Münchenstein



"Gut gebrüllt!"

Gut gebrüllt, Löwe Knechtli!


PJ Wassermann, Hersberg



"Ich erwartete keine persönlichen Abrechnungen mit Andersdenkenden"

Ich gratuliere zu Ihrer sorgfältigen und differenzierten Stellungnahme. Gleich welche Haltung man zu den Aktivitäten von Martin Vosseler hat: Die Art und Weise Ihres Kommentars ist in der Sorgfalt und in der Art und Weise das, was ich leider zunehmend in der BaZ vermisse, die all zu oft mehr an seichten Geschichten und Polarisierungen interessiert zu sein scheint, als an Information und Berichterstattung. Wenn ein Kommentar, dann erwarte ich keine persönlichen Abrechnungen mit Andersdenkenden.


Marc Flückiger, Basel



"Knechtli hat recht, Geering auch"

Peter Knechtli hat recht, was die Verdienste von Martin Vosseler in Sachen Umwelt und erneuerbarer Energie betrifft (ich vermeide absichtlich das Modewort "Nachhaltigkeit", denn zuviele Politiker und andere Exponenten benutzen es ohne Respekt davor).

 

Matthias Geering hat recht, was die Person von Martin Vosseler betrifft. Es geht mir mit Vosselers Mediengeilheit genau so wie mit unserem sechsfachen Oscargewinner.


Peter Graf, Basel



"Stimmungsmache statt kritische Würdigung"

Bei jeder politischen Betätigung, und gerade für den Umweltschutz, braucht es Menschen, die bereit sind, Zeichen zu setzen und sich dabei auch persönlich zu exponieren. Eine kritische Auseinandersetzung damit ist willkommen, auch in den Medien. Bleibt nur zu hoffen, dass es ein bedauerlicher Einzelfall bleibt, wenn eine grosse Tageszeitung in monopolähnlicher Stellung wie die BaZ die kritische Würdigung der Inhalte einer vordergründigen Stimmungsmache fast ganz opfert. Der Sache schadet's indes kaum, immerhin bleibt sie so im Gespräch. Das Medium aber wertet sich selbst unnötig ab.


Dominik Lehner, Präsident IG Velo beider Basel, Basel



"Vosseler sollte differenziert betrachtet werden"

Martin Vosseler hatte sich in den achtziger Jahren profiliert im Rahmen der Organisation "International Physicians for the Prevention of Nuclear War" (IPPNW), welche aus einer Korrespondenz zwischen einem russischen (Evgeni Chazov) und einem amerikanischen Kardiologen (Bernard Lown) hervorgegangen war. Vosseler erwarb sich mit seinem damaligen Engagement hohes Ansehen in der Ärzteschaft und darüber hinaus, auch international. Anders als bei seinem durchaus erfolgreichen internationalen Wirken geriet er durch seine letztjährige Aktion gegen die Zollfreistrasse in Riehen in die letzten Ausläufer eines jahrzehntelangen lokalen Kleinkrieges, der die staatrechtlichen Beziehungen zweier Nachbarstaaten und vor allem das Zusammenleben in einer nicht nur ökologisch, sondern auch soziokulturell hoch sensiblen Grenzregion in einer nicht mehr verantwortbaren Weise belastet hat. Der unvoreingenommene Beobachter musste sich fragen, in welchem weit unterhalb seiner gewohnten Flughöhe angesiedelten Mikro-Konflikt sich Vosseler da verrannt hatte. Sicher ist, dass er von einer heterogenen Gruppe von Interessenvertretern - dazu gehörten Anrainer mit legitimen privtarechtlichen Ansprüchen, aber auch politische Suppenköche verschiedenster Couleur - massiv instrumentalisiert wurde.

 

Dass Martin Vosseler nun versucht, sich mit seinem Katamaran im "international ecological business" zurückzumelden, lässt vermuten, dass er die Konsequenzen aus seinem unglücklichen Ausflug in die Niederungen der Lokalpolitik gezogen hat. Durch die Verwendung eines Gefährts von fraglicher Hochseetauglichkeit gehen er und seine Crew aber ein vitales Risiko ein, dass mindestens so hoch einzustufen ist wie Vosselers Hungerstreik.

 

Ob die Atlantik-Überquerung der "Sun21" in den USA Wirkung haben kann, wird sich weisen. Vor der westafrikanischen Küste wird die Besatzung der Sun 21 jedenfalls gut daran tun, sich an den Schiffbruch der "Meduse" von 1816 zu erinnern, den Théodore Géricualt 1819 in seinem berühmten Gemälde im Louvre festgehalten hat, und über den die Augenzeugen Corréard und Savigny einen noch heute faszinierenden Bericht verfasst haben. Zu hoffen ist auch, dass wenigstens eines der Crew-Mitglieder den Bericht von Dougal Robertson über das Überleben seiner Familie auf hoher See "Survive the Savage Sea" (1973) kennt.


Hans Ulrich Iselin, Riehen



"Martin Vosseler gegen Al Gore schäbig ausgespielt"

Die Kritik von Peter Knechtli ist vollauf berechtigt. Die Häme in Herrn Geerings mageren Aufsätzchen wirkt in der Tat befremdlich und ist jedenfalls ganz unangebracht. Was soll beispielsweise daran anrüchig sein, wenn Herr Martin Vosseler sich zum Empfang unserer Bundesrätin in "Schale" wirft? Gehört Herr Geering etwa zu jenen Vertretern seiner Zunft, die noch zum festlichsten Anlass schlampig gewandet daherkommen?

 

Im übrigen stünde es auch dem Vizechef des dominierenden Lokalblattes gut an, wenn er sich zuerst sachkundig machte, bevor er in die Tasten greift. Damit hätte er den peinlichen Schnitzer vermeiden können, Martin Vosseler gegen Al Gore derart schäbig ausspielen zu wollen. Beide Herren sind sich doch persönlich gut bekannt (bzw. eigentliche Verbündete). Der frühere US-Vizepräsident referierte vor Jahren in Basel am "Energieforum sun21" - auf Einladung von Organisator Martin Vosseler. Herr Geering hat das offenkundig verschlafen. Er gewinnt mit diesem Zwischenruf wohl definitiv keinen Pulitzerpreis. Aber vielleicht schenkt ihm ein barmherziger Leser ja eine deutsche Grammatik?


Heinz Moll, Prag



"Unsere Gesellschaft gründet auf überdurchschnittlichem Engagement"

Soll ich mir - weil meine Ideale andere sind - wünschen, man stelle Vosseler "kalt"? Gewiss nicht. Denn es ist just diese Art des bei Weitem überdurchschnittlichen Engagements, auf dem die Entwicklung unserer Gesellschaft gründet Stellen Sie sich mal vor, es bliebe bloss der Mittelwert! Das wäre die totale Katastrophe.

 

Wenn etwas zu kritisieren ist, und das ist es, dann die Tatsache, dass Personen in höchsten Ämtern und ebensolchen Würden - anlässlich der Zollfreien-Blockade die Basler Regierungspräsident Barbara Schneider, nun die Schweizerische Aussenministerin Calmy-Rey (beide SP) - diese ihnen vom jeweiligen Parlament geliehenen Ämter ohne amtliche Folgerichtigkeit zu Gunsten eines Privaten verwandten.

 

Punkto Martin Vosseler: Chapeau! Der Mann ist ein begadeter Kommunikator. Obwohl gegenteiligen Inhaltes, auf der Höhe eines Christoph Blocher.


Patric C. Friedlin, Basel



"Danke"

Danke für diesen klugen Widerspruch gegen das Elaborat von Herrn Geering.


Beatrice Alder, Basel



"grossen schrittes in die 'stereotypenfalle' getreten"

danke, peter knechtli, für den wichtigen kurskorrekturversuch gegenüber baz/matthias geering. martin vosseler ist sicher wichtig. wichtig sind wir alle. seltsam, dass sich die baz derart auf martin vosseler konzentriert und dabei gleich auch noch grossen schrittes in die "stereotypenfalle" tritt. ich frage mich, was schlecht ist an einem feinen anzug. wenn der sozial und ökologisch gerecht produziert wurde ist der doch ebenso politisch korrekt wie ein derart produzierter wollenpullover. stereotypen sind eben nicht immer hilfreich zur gestaltung einer gerechteren welt.


michael tanner, binningen



"Lästerungen von Herrn Geering haben auch mich genervt"

Ich habe mich auch sehr genervt über die Lästerungen von Herr Geering und habe mich gefragt, nach welchem Zufallprinzip Herr Geering seine Sympathien und Antipathien an Zeitgenossen verteilt. Jedenfalls war der Artikel alles andere als objektiv, und die Bundesrätin der "lokalen Fangemeinde" zuzuschlagen, mehr als ein Lapsus.

 

Es war für meine Firma ein Vergnügen, an der Endmontage des Bootes mitzuarbeiten und ich bewundere Marin Vosseler und seine Crew zu der mutigen Überfahrt. Neue erneuerbare Energien haben längst nicht den Stellenwert, den sie verdient hätten und es braucht solche Aktionen wie die der Sun21.


Heinrich Holinger, Oberdorf


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"Ein Denkmal des Kalaschnikow-Erfinders wird zur Spott objekt"

Basler Zeitung
Untertitel
vom 6. Oktober 2017
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Korrektorat in Chur. Wird zur Spott objekt.

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.