© Foto by Bruno Manser Fonds
"Wenn der Regenwald stirbt": Penan, Blockade einer Holzfällerstrasse

Das ewige Gedächtnis eines bedrohten Urvolkes

Der Bruno Manser Fonds dokumentiert einen Teil des kulturellen Erbes der Penan auf Borneo online


Von Valerie Zaslawski


Der verschollene Basler Regenwaldschützer Bruno Manser hielt auf seinen politischen Dschungel-Trips beim Indigenen-Volk der Penan auf Borneo alles fest, was ihm unter die Foto-Linse kam. Dabei entstanden 10'000 kulturpolitisch wertvolle Fotografien. Rund 1'000 Dokumente davon macht der Buno Manser Fonds (BMF) ab 19. April online zugänglich.


Von Basel aus setzt sich der Bruno Manser Fonds seit Jahren für die tropischen Regenwälder des malaysischen Teilstaates Saravak auf der Insel Borneo ein. Es gibt noch viel zu tun am Basler Heuberg 25 - und ab Herbst an der Socinstrasse 37: Zwischen Büchern und Landkarten organisiert das fünfköpfige Team Projekte und Kampagnen, um das in Sarawak lebende Nomadenvolk Penan im Kampf gegen die Holzindustrie und die malaysische Regierung zu unterstützen.
 
Ein einmaliges Kulturgut

Über die Organisation hinaus arbeitet der Fonds seit Jahren an einer Foto-Dokumentation der Penan-Kultur. Ein Projekt-Team, bestehend aus dem Historiker und Fotografen Erwin Zbinden, aus der BMF-Mitarbeiterin Isabelle Iser und dem BMF-Leiter Lukas Straumann, konservierte, erschloss und digitalisierte Mansers gewaltige Foto-Eindrücke, die auf 10'000 Bildern festgehalten sind. Davon sind - für die breitere Öffentlichkeit interessant - tausend sorgfältig ausgewählte Bilder ab 19. April online zugänglich. Die kulturhistorisch äusserst wertvolle Dokumentation wird am selben Tag an einer Vernissage im Naturhistorischen Museum Basel präsentiert.  

Auf die Frage von OnlineReports nach dem Wert dieser Dokumentation betonte Straumann: "Das Foto-Archiv ist ein eigentlicher Schatz - es dokumentiert eine aussterbende Kultur und ist somit ein einmaliges Kulturgut." Neben der kulturellen hätten die fotografischen Zeugnisse aber auch eine historische Komponente von wachsender Bedeutung: Der grossflächige Kahlschlag des Regenwaldes kann als eine "radikale ökologische Veränderung" in kurzer Zeit beschrieben werden, die schwerwiegende soziale, ökonomische und umweltpolitische Konsequenzen nach sich zieht.

Mit dem Regenwald stirbt die Penan-Kultur

Schon deshalb ist die Fotodokumentation von hoher politischer Brisanz. Die Penan kämpfen für ihr  Recht auf ihr Land, wobei - und dies erschwert ihren Kampf massiv - die Beweislast auf der Seite des Urvolkes liegt. Dabei nutzt die indigene Gemeinschaft auch juristische Mittel wie Landrechtsprozesse. Diesen Rechtsstreit vor Gericht zu gewinnen, sei allerdings "schwierig", ist Straumann überzeugt: Die Penan müssen belegen, dass sie bereits vor 1958 das Regenwald-Gebiet beansprucht, seither kontinuierlich dort gelebt und den Boden genutzt haben. Die Foto-Sammlung, weitere Nachforschungen und Aktivitäten des Fonds sowie die Kartierung des Penan-Landes mit modernsten technischen Mitteln unterstützen das Urvolk in der Wahrnehmung seiner Rechte.

Mit der Dokumentation möchte der BMF zudem "den Widerstand der lokalen Bevölkerung gegen den Abholzungsprozess" stärken und so den Umwelt-Kampf, für den Bruno Manser vermutlich sein Leben gelassen hat, weiterführen. Die Abholzung der Wälder sei "eine der globalen Umweltkatastrophen", meint Straumann gegenüber OnlineReports. Und: "Wenn der Regenwald stirbt, stirbt auch die Kultur der Penan."

OnlineZugang: Die öffentlich zugänglichen Foto-Dokumente sind ab 19. April unter www.brunomanser.ch/de/bilder einsehbar.

27. März 2008

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RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.