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"Nicht das Anprangern zum Ziel": Umweltschützer Claude Martin

"Zielsicherheit und Durchhaltewillen sind entscheidend"

WWF-Stratege Claude Martin über den Zustand der Erde, staatliche Heuchelei und den Öko-Fundamentalismus


Von Ruedi Suter


Als Generaldirektor des WWF International war der Schweizer Claude Martin zwölf Jahre lang einer der mächtigsten Umweltschützer der Welt. In seiner Amtszeit hat sich die Panda-Organisation bei Regierungen und Konzernen Respekt verschafft. Kritiker meinen demgegenüber, der WWF sei heute zu oft Steigbügelhalter der Mächtigen. Ein Gespräch mit Claude Martin, der morgen Freitag am Natur-Kongress in Basel mit UNEP-Generaldirektor Klaus Töpfer und Bundesrat Moritz Leuenberger auftreten wird.


OnlineReports: Claude Martin, was haben Sie für eine Beziehung zur Humanisten- und Chemiestadt Basel?

Claude Martin: Ist Basel eine chemische Humanistenstadt oder eine humanistische Chemiestadt? Ich hoffe das Letztere! Spass beiseite - für mich ist Basel auch ein Synonym für Leute wie Adolf Portmann, Ruedi Schenkel und Bruno Manser, die sich mutig und unkonventionell für die Sache der Natur eingesetzt haben.

OnlineReports: Wie stellen Sie sich als führender Umweltschützer im Grundsatz zum hier heftig umstrittenen Projekt "Zollfreistrasse", gegen die der Arzt Martin Vosseler am 8. Februar eine unbefristete Fastenaktion begonnen hat?

Martin: Unsere Sache braucht Vorkämpfer - und manchmal auch spektakuläre Aktionen. Ich habe grossen Respekt vor Leuten wie Martin Vosseler, die sich selbstlos und ehrlich für eine Sache einsetzen. Ich kenne aber das Projekt Zollfreistrasse nicht aus eigener Anschauung. Ist dieses Projekt transparent und auf demokratischem Wege geplant worden? Sind alle Interessengruppen nicht nur konsultiert, sondern am Prozess auch beteiligt worden? Sind die demokratischen Rechte ausgeschöpft, und sind die Entscheidungswege wirklich nachvollziehbar? Das sind einige der Fragen, die ich stellen würde bei einer Beurteilung, ob Martin Vosselers Fastenaktion nur sektiererische Zwängerei eines Einzelnen ist, oder auf ein echtes Problem hinweist, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verlangt.

OnlineReports: Würde ein neugeborenes Kind Sie heute fragen können: "Claude, was ist das grösste Problem dieser Welt?" Was würden Sie ihm antworten?

Martin: Die Kurzsichtigkeit und Heuchelei vieler westlicher Regierungen - insbesondere derjenigen der USA. Sie ignorieren die grossen Zusammenhänge zwischen der Natur und einer nachhaltigen Weltwirtschaft. Zentrale Elemente wie Armut, Sicherheit und politische Stabilität werden ausgeblendet. Eine der schlimmsten Folgen, würde ich dem Neugeborenen sagen müssen, sind die drohenden und katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels.

OnlineReports: Zwölf Jahre lang, bis Ende 2005, bestimmten Sie als Kapitän den Kurs einer der grössten Umweltkonzerne. Sie haben das Ruder an Ihren Nachfolger James P. Leape übergeben. Warum ausgerechnet jetzt, wo die Stürme immer heftiger werden?

Martin: Ich habe diese Übergabe schon seit gut zwei Jahren geplant. Ich bin der Überzeugung, dass man eine Funktion wie diese nicht bis ins Pensionsalter ausüben kann. Es ist besser abzutreten, bevor man die Fähigkeit verliert zu beurteilen, wie nützlich man noch ist. Etwas, das bei CEOs leider oft geschieht. Schliesslich gilt es auch einen Zeitpunkt zu wählen, der für die Organisation günstig ist - in Bezug auf die Besetzung anderer Ämter.

OnlineReports: Was war das Wichtigste, das Sie in Ihrer Amtszeit als WWF-Generaldirektor dazu gelernt haben?

Martin: Ich sah, wie Ausschlag gebend Zielsicherheit und Durchhaltewille sind. Man verändert die Welt nicht über Nacht. In unserem Metier braucht es viel Schnauf, bis ein Ziel erreicht ist. Und oft auch geduldige und unspektakuläre Arbeit hinter den Kulissen. Allein der "Amazon Region Protected Areas Plan" (ARPA) zum Schutz des Amazonas nahm vier Jahre in Anspruch, bis er 2002 unterschrieben werden konnte. Ich sah zudem, dass der Fundamentalismus im Umweltschutz genau so schädlich ist wie in der Weltpolitik. Mit Vorverurteilungen vergibt man sich nicht selten die besten Chancen - etwa für aussichtsreiche Partnerschaften. Schon die Bereitwilligkeit zum Dialog wird einem als Schwäche oder Käuflichkeit ausgelegt. Davon darf man sich nicht abhalten lassen.

"Mit Vorverurteilungen vergibt man sich oft
die besten Chancen."




OnlineReports: Wir bitten um eine Selbsteinschätzung: Was haben Sie und Ihr WWF-Team seit Ihrem Amtsantritt international ändern können? Was sind die grössten Erfolge der "Aera Martin"?

Martin: Wir haben die konkrete Arbeit im Feld mit der globalen Umweltpolitik verbunden. Damit haben wir den Umwelt- und Naturschutz auf ein höheres Niveau heben können. So sind etwa die grossen Programme zum Schutz der Wälder im Amazonas, Kongo-Becken, in marinen Gebieten und China entstanden. Dazu gehört auch die Schaffung wichtiger Marktinstrumente wie das Forest Stewardship Council (FSC), das eine naturnahe, sozialverträgliche Waldbewirtschaftung und Holznutzung garantiert. Zudem konnten wir Partnerschaften mit grossen Firmen wie den führenden Baustoffhersteller Lafarge eingehen, die sich zu strengeren Umweltnormen bekennen.

OnlineReports: Und in welchen Bereichen haben Sie das Gefühl, sich nicht durchgesetzt zu haben oder gar gescheitert zu sein?

Martin: Trotz grossen Anstrengungen und einem aufwändigen Kampf bis zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls sind bei der dringenden Reduktion des CO2-Ausstosses noch viel zu wenig Fortschritte gemacht worden. Auch der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Süsswasser, etwa durch Integrated River Basin Management, hinkt hinter den Zielsetzungen her. Oft scheiterten wir an den politischen Barrieren.

OnlineReports: Immerhin haben Sie neue Ansätze im internationalen Umweltsschutz durchgesetzt. Dabei hat der WWF an Ansehen und Gewicht gewonnen. Er wurde zum Global Player, den Regierungen, Konzerne und Weltbank als Partner akzeptieren. Ist es nicht langfristig kontraproduktiv, sich mit solchen Mächten einzulassen, denen vor allem Fortschritt und Wachstum - oft zu Lasten unserer Lebensgrundlagen - wichtig sind?

Martin: Natürlich könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass Regierungen, Konzerne und die Multilateralen ohnehin alle des Teufels sind - und sich dabei selbst zu den Engeln zählen. Doch leider bleibt man damit in einem behaglich selbstgerechten Ghetto. Damit bewirkt man letztlich aber gar nichts! Das nenne ich eben Umwelt-Fundamentalismus.

"Wir wollen letztlich daran gemessen werden,
ob wir etwas erreichen."




OnlineReports: Kritiker des WWF, worunter engagierte UmweltschützerInnen und MenschenrechtlerInnen, vertreten folgende Meinung: Der WWF hat sich mit seiner zu diplomatischen Haltung zum Feigenblatt der Globalisierung entwickelt. Weil er auch skrupellose und uneinsichtige Umweltsünder nicht vehement an den Pranger stelle und damit auch der Umweltzerstörung keinen Riegel schiebe. Ihre Entgegnung?

Martin: Ich glaube, diese Meinung hat viel mit der Tatsache zu tun, dass der WWF eben nicht in erster Linie das Anprangern zum Ziel hat. Nein, wir wollen letztlich daran gemessen werden, ob wir etwas erreichen. Im Übrigen stimmt es überhaupt nicht, dass der WWF Umweltsünder nicht anklagt. Ich verweise auf unsere gegenwärtige Auseinandersetzung mit dem Ölkonzern Shell und seinem derzeit grössten Oel- und Gasprojekt in Sachalin. Oder auf unseren harten Kampf um die europäische Chemikaliengesetzgebung REACH, mit dem wir gefährliche Chemiekalien durch ungefährlichere Stoffe ersetzen wollen.

OnlineReports: Trotzdem: Ein Beispiel für die "zu grosse Nachsicht" des WWF sind die von Ihnen einst erforschten Regenwälder des zentralen Afrikas, die der WWF schützen will, indem er den Holzkonzernen sein Know-how anbietet. Ernst zu nehmenden Kritikern fehlt aber die permanente Kontrolle in diesen von Armut und Korruption gezeichneten Staaten. Sie sagen, die Waldvölker, Wildtiere und Landschaften im Kongo-Becken würden so unter den Augen des WWF dem Fortschritt geopfert. Warum hält sich der WWF so zurück?

Martin: Ich glaube, diese Kritik geht komplett an den Tatsachen vorbei. Es ist doch nicht der WWF, der die Kontrolle über Korruption oder den Abbau der Armut in diesen Ländern übernehmen kann. Wir können im besten Fall durch unsere Länderoperationen zu einer Besserung beitragen. Ausserdem müssen wir in den Verhältnissen arbeiten, die wir vor Ort antreffen. Es ist auch absurd zu behaupten, wir würden die Wälder und Waldvölker dem Fortschritt opfern, wenn wir dafür sorgen, dass ein Netzwerk von Schutzgebieten entsteht, und die umliegenden Waldgebiete nachhaltig genutzt werden. Die Alternative sind die chinesischen, malaysischen und libanesischen Holzkonzessionäre und Minengesellschaften aus aller Welt, die täglich an die Pforten dieser Regierungen klopfen - und nachweislich destruktive Waldwirtschaft betreiben.

OnlineReports: Können Sie Ihre Botschaft, wonach der WWF im Kongo-Becken erfolgreich wirkt, mit einem konkreten Beispiel untermauern?

Martin: Als wir vor zehn Jahren im Südosten von Kamerun zu arbeiten begannen, waren sämtliche - ich betone: sämtliche - Wälder in Kamerun bereits als Holzkonzessionen ausgeschieden und aufgeteilt. Die Tatsache, dass es hier heute grosse Schutzgebiete gibt und Waldvölker, die ihre traditionellen Praktiken leben können, hat mit Bestimmtheit damit zu tun, dass wir damals konstruktiv vorgingen. Wir haben nicht - wie Andere - öffentlich deklariert, Kameruns Regierung sei korrupt und deshalb unserer Präsenz nicht würdig. Anstatt den kommerziellen Interessen das Feld zu räumen, hat der WWF den Umweltschutz in Kamerun gefördert. Und zwar mit Erfolg. Kritik an den Umständen in diesen Ländern ist schön und recht, aber zu glauben, das alleine würde etwas bewirken, ist - gelinde gesagt - naiv.

OnlineReports: Der WWF legt allgemein Wert darauf, über die Regierungen und Konzernetagen Verbesserungen im Umweltbereich zu erwirken. Uns ist aufgefallen, dass diesem strategischen Vorgehen oft die Bedürfnisse und Rechte der von Regierungen und Wirtschaft bewusst "übersehenen" Jäger- und Sammlervölker zum Opfer fallen. Ausgerechnet jene Menschen also, die mit den Tieren und Pflanzen eine Einheit bilden, werden vom WWF in der Regel nur beiläufig erwähnt. Weil die Wahrnehmung ihrer Rechte zu Problemen mit den Regierungen und Konzernen führen würden?

Martin: Hat dieses Argument nicht auch wieder mehr mit dem Fundi-Glauben zu tun, dass man nicht gleichzeitig mit Regierungen oder Konzernen reden und sich auch für die Interessen der indigenen und traditionellen Völker einsetzen kann? Tatsache ist, dass der WWF oft der einzige Vermittler ist, der gegenüber den Mächtigen die Sache der Lokalbevölkerungen vertreten kann. Denn diese Menschen sind oft nicht einmal registriert oder stimmberechtigt.

"Uns wirft man vor, wir prophezeiten
den Weltuntergang."




OnlineReports: Der WWF handelt nach dem Prinzip der Hoffnung. Er handelt, als könne alles noch geändert und gerettet werden. Ist das nicht Zweckoptimismus? Wäre es nicht klüger, dieses Prinzip als erster Umweltkonzern einmal grundsätzlich in Frage zu stellen und den Leuten zu sagen: "Hört, es ist bereits 5 nach 12 Uhr. Das Einzige, was wir noch tun können, ist, das Erhaltene zu bewahren und uns auf eine äusserst schwierige und trostlose Zukunft vorzubereiten"?

Martin: Der WWF betreibt sicher nicht Zweckoptimismus! Uns wirft man eigentlich viel öfter vor, wir prophezeiten den Weltuntergang. Und was ist die Reaktion auf eine "trostlose Zukunft" - Armageddon vielleicht? Oder die Aufgabe jeder Eigenverantwortung - wie in gewissen religiösen Kreisen der USA? So simpel ist die Zukunftsfrage eben nicht zu beantworten! Es gibt tatsächlich vieles, was noch verändert werden kann.

OnlineReports: Claude Martin, gehen wir noch einmal zu unserem frühreifen Säugling zurück. Würde dieser Sie bitten, ihm die wichtigsten Lösungsannsätze für die von Ihnen genannten Hauptprobleme zu nennen, was wäre dann Ihre Antwort?

Martin: Ein wichtiger Ansatz liegt sicher in der Bildung für alle. Ich denke dabei nicht nur an die Umwelterziehung, sondern vor allem an die Grundschule in den Entwicklungsländern - besonders auch für Mädchen. Alles, was das gegenseitige Wissen und Verständnis fördert - etwa für die Situation in den ärmeren Teilen der Welt - , kann dazu beitragen, mehr Gleichberechtigung und Eigenverantwortung zu schaffen. Sorge macht mir in diesem Zusammenhang, dass es in gewissen Gesellschaften kaum interkulturellen Austausch gibt.

OnlineReports: Was muss die internationale Gemeinschaft tun, um die ökologischen Probleme zu meistern?

Martin: Sie muss anerkennen, dass die Erde endlich ist. Und dass man keine Ökonomie dauerhaft erhalten kann, wenn man nicht glaubwürdig für nachhaltige Ressourcennutzung sorgt und die Gleichberechtigung zwischen Völkern und Individuen respektiert.

"Keine Oekonomie kann ohne nachhaltige
Ressourcennutzung erhalten bleiben."




OnlineReports: Und wie sollen wir uns als Individuen verhalten?

Martin: Eigentlich wissen wir doch alle, was beizutragen ist. Das Problem ist, dass der Mensch als Herdentier nicht handelt, solange keine gültigen Rahmenbedingungen oder Anreize existieren. Deshalb helfen auch die Appelle alleine wenig.

OnlineReports: Wohin wird sich der WWF entwickeln müssen?

Martin: Er wird sich in den kommenden Jahren noch vermehrt mit der Frage auseinandersetzen müssen, wo die wirksamen Anreize im lokalen und internationalen Umweltschutz verborgen liegen, welche institutionellen Hürden es zu überwinden gilt, wie man interkulturelle Barrieren durchbrechen kann und wie man neue Lösungsansätze multiplizieren kann.

OnlineReports: Und Sie, Herr Martin, wohin wollen Sie sich noch entwickeln?

Martin: Nach 35 Jahren im Umweltschutz werde ich bestimmt auch weiterhin in diesem Bereich tätig bleiben, ehrenamtlich für den WWF, aber auch für andere. Und privat restauriere ich 150 Jahre alte Maiensässe im Wallis. Das erlaubt mir, auch mit meinen Händen zu arbeiten.

23. Februar 2006


DER GESPRÄCHSPARTNER

Claude Martin wurde 1945 in Zürich geboren. Der Schweizer studierte Biologie und kam in den frühen siebzigerer Jahren zum WWF. Zunächst arbeitete er für Feldprojekte in Indien und Afrika, bevor er 1980 CEO des WWF Schweiz wurde. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Schweizer Zweig zu einer der führenden Umweltschutz-Organisationen im Land und einem der stärksten Glieder im WWF-Netzwerk. Als Generaldirektor von WWF International (1993 - 2005) suchte Martin nach neuen Ansätzen im internationalen Umweltschutz. Er setzte sich unter anderem für eine zielgerichtete Umweltschutzpolitik und die Bildung internationale Partnerschaften ein, zum Beispiel für die "Allianz zum Schutz des Waldes" zwischen WWF und Weltbank, dem Amazonas-Schutzzonen-Programm (Amazon Region Protected Areas Plan) und Partnerschaften mit Wirtschaft und Industrie. Während seiner Amtszeit war der WWF an der Gründung des Weltforstrats (Forest Stewardship Council, FSC) und des Marine Stewardship Council (MSC) beteiligt. Ende 2005 übergab Martin die Generaldirektion an den amerikanischen Umweltjuristen James P. Leape (50). Claude Martin vertritt den WWF weiterhin in Beratungsgremien auf höchster Ebene. Zudem hilft er beim Aufbau eines Freiwilligen-Netzwerks, damit junge Menschen in WWF-Projekten praktische Erfahrung im Umweltschutz sammeln können.


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"Nur Heftpflaster für den sterbenden Patienten Erde"

Mit grossem Interesse habe ich Ruedi Suters Interview mit Claude Martin gelesen. Es gibt wohl keinen Zweifel, dass in den letzten 20 Jahren mehr natürliche Lebensgrundlagen in Mitleidenschaft gezogen oder zerstört worden sind als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Der WWF gilt als die finanziell am besten unterstützte Umweltschutzorganisation. Nicht zuletzt auch darum, weil er von Grossunternehmen und Regierungen mitfinanziert werde, die ein umweltschützerisches Feigenblatt oft dringend nötig haben. So verkauft der WWF an vorderster Front das, was ich als "Heftpflaster-Umweltschutz" bezeichne.

 

Der Patient Erde stirbt an Krebs, wenn ihm nicht mit einer radikalen Bestrahlungstherapie geholfen wird. Die meisten Menschen akzeptieren diese Diagnose solange nicht, als die grossen Umweltorganisationen die "Zauberdoktoren" spielen und gegen eine Spende versprechen, den Krebs zu heilen. Diese Ausgangslage passt allen ganz gut.

 

Die Spender - inbegriffen die Grosskonzerne, Institutionen und Regierungen - können sagen, sie hätten ihren Teil zur Rettung der Natur beigetragen, und die Umweltschutzorganisationen können ihren Direktoren wie Claude Martin grosszügige Löhne auszahlen, den Wagenpark mit neuen Geländewagen bestücken und natürlich auch im zentralen Afrikas einige Urwaldparks gründen, deren Gebiete meinen Erfahrungen nach oft bereits abgeholzt wurden. Ein weiteres Heftpflaster für den tödlich erkrankten Patienten.

 

Dabei wäre gerade ein Top-Umweltschützer vom Format eines Claude Martin in der Lage, der Augenwischerei ein Ende zu setzen und zu erklären: "Hört Leute, unsere Methoden in den letzten 30 Jahre haben kläglich versagt. Es ist Zeit zu überlegen, ob unsere Bestrahlungstherapie nicht vielleicht grundlegend geändert werden müsste." Doch dies wäre sehr schmerzhaft, sehr kostspielig und erst noch keine Garantie, dass es anders funktionieren würde. Aber weiterhin so zu tun, als würde der "Heftpflaster-Umweltschutz" die Welt retten können, ist auch keine Lösung. Im Gegenteil, die "Heftpflaster-Politik" bleibt das grosse Hindernis - für eine effektive Bewahrung unserer Natur.

 

Diese bräuchte höchstwahrscheinlich ein radikales Umdenken. Das aber würde aus jedem Öko-Pragmatiker einen "Öko-Fundamentalisten" machen, wie Claude Martin WWF-Kritiker aus der Umwelt- und Menschenrechtszene nennt. Das grösste Problem ist, dass das Establishment - bestehend aus den Konzernen, den kurzsichtigen Regierungen und den grossen Umweltschutzorganisationen - vor langer Zeit schon beschlossen hat, den Öko-Fundamentalismus zu verdammen und dafür den viel lukrativeren Ökopragmatismus hochzuhalten.

 

Wenn also die abgetretenen Direktoren von Umweltkonzernen - wie viele andere vor Claude Martin - das Spiel weiterspielen wollen, um von einträglichen Beraterjobs profitieren zu können. Dann werden sie wohl weiter den "Ökopragmatismus" predigen müssen. Und der sterbende Patient bekommt weiterhin nur Heftpflaster verpasst.


Karl Ammann, Nanyuki, Kenya


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"Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ist natürlich das bekannteste. Aber es gib tja auch noch andere."

BZ Basel
vom 11. Oktober 2017
die zurücktretende Basler
Juso-Präsidentin Mirjam Kohler
zitierend
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Tja!

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.