© Fotos zvg, OnlineReports.ch
"Aus Gewinnüberlegungen eingegriffen": Walliser Staatsrat Burgener

Zilpaterol: Amtliche Rüge für Lonza

Speziallabor für umstrittenes Tierwachstums-Präparat vor klarer Bewilligungslage gebaut


Von Peter Knechtli


Die dürftige Informationspolitik bezüglich der Herstellung des hochgiftigen Tiermast-Anabolikums Zilpaterol pflegte die Lonza auch gegenüber den Behörden. Wie interne Dokumente zeigen, wurde staatlichen Inspektoren die Zilpaterol-Pläne verschwiegen. Mehr noch: Das dafür benötigte Reinraumlabor wurde gebaut, bevor die behördliche Plangenehmigung vorlag, was Lonza eine staatliche Rüge eintrug. Staatsrat Thomas Burgener hält mit Kritik an Zilpaterol nicht zurück und will "alles daran setzen", dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.


Der Walliser SP-Staatsrat Thomas Burgener, 47, ist unzufrieden mit der Informationspolitik des Chemiekonzerns Lonza: Nach dem Bericht der SonntagsZeitung vom 26. November über die Pläne zur Herstellung des hochtoxischen Tierwachstums-Präparats Zilpaterol wurde der Gesundheitsdirektor beim Unternehmen in Visp schriftlich vorstellig. Innerhalb von zehn Tagen forderte Burgener eine Stellungnahme. So wollte er von der Werkleitung wissen, weshalb zwei staatliche Inspektoren bei ihrem Besuch der Firma im vergangenen Juni über die geplante Herstellung von Zilpaterol nicht informiert worden seien.

Burgener zu OnlineReports: "Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Informationen vom Unternehmen aus geflossen wären und nicht erst auf Nachfrage des Departements."

Das Lonza-Projekt hatte im Betrieb, aber auch darüber hinaus, Verunsicherung ausgelöst: Bei Zilpaterol handelt es sich um einen hochaktiven Wirkstoff, dessen Herstellung höchste Sicherheitsvorkehrungen verlangt. Umstritten ist das Präparat, das Lonza im Auftrag von Hoechst Roussel Vet herstellen wird, aber auch aus ethischen Gründen: Zilpaterol wird Rindern und Schweinen wenige Wochen vor der Schlachtung appliziert, um Fett in Muskeln umzuwandeln und so eine massive Gewichtszunahme zu bewirken.

Regierungs-Kritik an Zilpaterol

Der Walliser Gesundheitsdirektor ist sensibilisiert: Weil in seinem Kanton kürzlich nur per Zufallsprobe eine BSE-positive Kuh entdeckt wurde, forderte er vor wenigen Tagen flächendeckende Kontrollen. Da BSE und die Folgen "mit der Fehlentwicklung in der Ernährung der Tiere durch Fleischmehl zu tun haben", äussert sich Burgener auch kritisch gegen Zilpaterol: "Ich finde es falsch, dass nur aus Gewinnüberlegungen wieder in die Natur eingegriffen wird. Irgendwann wird man feststellen müssen, dass man Geld nicht essen kann."

Aufhorchen liess den Gesundheitspolitiker auch ein interner Rapport über die "Herstellung von Zilpaterol" durch Lonza im Bau E38 und den dafür notwendigen Bau eines Reinraumlabors. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Pläne und der Plangenehmigungsbericht am 10. Juli letzten Jahres der Dienststelle für Arbeitnehmerschutz und Dienstverhältnisse "wie bei Mehrproduktanlagen und Forschungslabors üblich ohne präzise Produkteangabe" zugeschickt wurden.

Auflage blieb unberücksichtigt - Labor war schon gebaut

Nach Einholung der Meinung des Eidgenössischen Arbeitsinspektorats und der Suva erteilte die Dienststelle die Plangenehmigung am 5. September, fügte aber eine Auflage bezüglich Grösse der Fensterfläche und Dachlichter an - umsonst: "Diese Auflage konnte von der Firma Lonza AG nicht erfüllt werden, da das Labor in Containerbauweise schon angefertigt war", heisst es im Rapport. Deshalb sei der zuständige Projektingenieur gerügt und gebeten worden, ein Ausnahmebewilligungsgesuch zu stellen.

Dass Lonza als grösste Arbeitgeberin des Oberwallis staatliche Privilegien geniesse, verneinte Burgener klar. Die Behörden würden "alles daran setzen, dass die eidgenössischen und kantonalen Vorschriften strikte eingehalten werden". So lange die Bestimmungen eingehalten würden, könne er das Produkt nicht verbieten. Hingegen müsse er einräumen, "dass wir im Bereich der Chemiesicherheit personell unterdotiert sind, um effiziente und systematische Kontrollen durchzuführen". Burgener: "Die Forderung nach Schaffung eines kantonalen Chemieinspektorates würde ich unterstützen." Bisher waren alle Vorstösse, wie sie der für die Betriebsgruppe Lonza zuständige GBI-Sekretär und SP-Grossrat Beat Jost im Kantonsparlament eingereicht hatte, klar gescheitert.

Lonza will Oberwalliser Ärzte informieren

Zum Produkt Zilpaterol wollte sich Lonza gegenüber OnlineReports nicht äussern. Die Werkleitung von Lonza betont jedoch in ihrer Antwort an Staatsrat Burgener, bei allen bisherigen Arbeiten im Zusammenhang mit Zilpaterol seien "die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen getroffen" worden.

Laut dem jüngsten neuen Rapport aus dem Gesundheitsdepartement in Sion sind die sicherheitstechnischen Vorbehalte der Behörden mittlerweile ausgeräumt. Lonza habe neuerdings mit der Isolierung von kleinsten Mengen Zilpaterol begonnen und auch eine Information an den Oberwalliser Aerzteverband in Aussicht gestellt.

19. Februar 2001


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Die Leute auf dem Hügel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"In den fast 600 Briefen von Elias Canetti wimmelt es von Anektoten ..."

Schweiz am Wochenende
vom 22. September 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Sie befassen sich allesamt mit Leblosem.

Veranstaltungs-Hinweis


GEHIRN-TRAINING
Kommen Sie mit, zum "Bewegten Brain-Training" mit René Häfliger und Nadin Anthamatten. Ein moderierter, spielerischer Spaziergang um die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns zu trainieren.

16. Oktober
Start um 12.15 bis 13.45 Uhr


beim der Haltestelle "Messeplatz". Unkostenbeitrag 25 Franken inkl. Snack und Getränk. Eine Begleitperson ist gratis!
Detaillierte Informationen

RückSpiegel


Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.