© Fotos by Ruedi Suter und Peter Knechtli, OnlineReports.ch / Polizei BL / H. P. Gygax / Sebastian Nufer
"Wie ein rauschender Bergbach": Naturschauspiel Rhein bei der Mittleren Brücke in Basel

Hochwasser überflutet die Region Basel

Über zwölf Stunden Dauerregen führt zu zahlreichen Überschwemmungen und hohen Schäden / Elektra Birseck stark betroffen


Von Peter Knechtli


In der Region Basel haben die starken Regenfälle zahlreiche Keller und teilweise auch Dorfteile überflutet. In Basel droht der Rhein über die Ufer zu treten. Die Birs hat den höchsten Wasserstand seit Beginn der Messungen im Jahr 1917. Die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) wurde besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt Laufen ist grösstenteils abgeschnitten.


Im Baselbiet spricht die Polizei von "zum Teil massiven Problemen", die die anhaltenden starken Niederschläge haben seit gestern Mittwochabend ab 19 Uhr im ganzen Kantonsgebiet verursachten. Bäche verwandelten sich in reissende Ströme wie der Diegterbach in Sissach (Bild). Bei der Alarmzentrale der Polizei gingen seither über 350 Notrufe ein. Im unteren Baselbiet stehen in den meisten Gemeinden die Feuerwehren zur Stunde im Einsatz, dies vorwiegend wegen überschwemmten Kellern oder Autoeinstellhallen. Bis zur Stunde sind keine verletzten Personen bekannt.

Flüsse über die Ufer

Gestern Mittwochabend war die Strasse zwischen Ormalingen und Rothenfluh bei der "Sagi". In Therwil ist der Erlenbach über die Ufer getreten, die Frenke in Liestal, in Allschwil der Mühlebach und in Pratteln der Heulochbach. Auch der Allschwilerweiher ist über das Ufer getreten. Angespannt ist die Situation weiterhin im Leimen- und im Laufental. Dort stehen in den meisten Gemeinden die Feuerwehren im Einsatz. In Roggenburg fiel der Strom aus. Die Regenfälle dürften in den Nachmittag weiter anhalten. Daher ist laut Polizeiangaben nicht mir einer schnellen Entspannung zu rechnen.

Gesperrt sind zur Zeit folgende Strassen:
- Die kantonale Autobahn H18 zwischen dem Anschluss Reinach Nord und Muttenz in beiden Fahrtrichtungen
- Umfahrungstrasse H2 zwischen dem zwischen Radacker und Altmarkt in Liestal
- die Napoleonstrasse zwischen Oberwil und Allschwil
- die Verbindung Laufen und Breitenbach
- Therwil - Biel-Benken
- Dorfstrasse in Dittingen
- Birsigtalstrasse in Reinach
- Durchgangsstrasse in Liesberg
- Laufen - Delsberg
- Oberdorf - Liedertswil
- Oberdorf - Bennwil

Gesperrt sind die Dorfkerne folgender Gemeinden:
- Therwil
- Biel-Benken
- Laufen
- Grellingen

Über 500 Hilfskräfte im Einsatz

Die Polizei empfiehlt, die Stadt Laufen grossräumig zu umfahren. Sämtliche Birsübergänge - ausser die Naubrücke, die jetzt wieder offen ist - sind derzeit für jeglichen Verkehr gesperrt.

Im Einsatz standen rund 500 Hilfskräfte, darunter auch der Kern des Kantonalen Krisenstabes. Sie trafen folgende Massnahmen: Betreiben von Schadenabwehrmassnahmen, Verhinderung von Wassereinbrüchen in Gebäude durch Auslegen von Sandsäcken (von den kantonalen Reserven wurden 3500 Sandsäcke eingesetzt) und Erstellen von Erdwällen, Rechen und Abflüsse von Schwemmholz befreien, Auspumpen von Kellern und Einstellhallen.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Uferwege der Hochwasser führenden Gewässer zu meiden.

Rhein und Birs auf kritischer Höhe

In Basel-Stadt wurde gestern Mittwochabend vorsorglich der Krisenstab aufgeboten. Aufgrund der Prognosen war nach Mitternacht davon auszugehen, dass der Rhein heute Donnerstagmorgen über die Ufer treten könnte. Verschiedene Massnahmen wurden bereits getroffen. Erfahrungsgemäss wäre zuerst der Bereich direkt unterhalb der Mittleren Brücke betroffen. Bis Nachmittag 16 trat der Rhein an den kritischen Stellen unter der Mittleren Brücke ganz knapp nicht über die Ufer. Am Mittag stagnierte der Wasserstand. Allerdings könne noch keine Entwarnung gegeben werden.

Verschärft hat sich dagegen die Situation an der Birs. Sie verzeichnet laut Angaben des Basler Krisenstabs den höchsten Wasserstand seit Beginn der Messungen. Der Wasserpegel stagnierte um 14 Uhr. Der Krisenstab sperrte die Brücken über die Birs teilweise gesperrt. Ein Tierheim am Birsköpfli musste evakuiert werden. Mit dem Bruch einer kleinen Wehr im oberen Bereich des Birslaufes kam die Befürchtung auf, grössere Wassermassen könnten mit hoher Geschwindigkeit herunterkommen. Diese Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Die zwischenzeitlich angeordneten Massnahmen bei den Anwohnern konnten wieder aufgehoben werden. Die Lage werde aber weiterhin genau beobachtet.

Imposanter Anblick von Kraft und Gewalt

Das Sicherheitsdispositiv des Kantons bleibt bestehen. Die Bevölkerung soll sich - unabhängig vom gegenwärtigen Wasserstand - nicht in die unmittelbare Nähe des Rheinufers begeben. Der Untere Rheinweg bleibt für den Verkehr gesperrt. Die Rheinschifffahrt ist ebenfalls gesperrt.

Verschiedene Sofortmassnahmen wurden noch in der Nacht getroffen. So wurde die Bevölkerung, die am Kleinbasler Rheinufer zwischen der Wettsteinbrücke und der Dreirosenbrücke wohnt, aufgefordert, die Keller und Garagen nach Möglichkeit zu räumen. Der Basler Zivilschutz hat damit begonnen, Sandsäcke im Kleinbasel bereit zu stellen.

Zahlreiche Personen betrachten von den Basler Rheinbrücken, von den zugänglichen Ufern und von der Pfalz aus den imposanten Anblick: Rauschend und reissend wie ein Bergbach flutet der gelblich-baune Rhein durch die Stadt.

EBM stark betroffen: Trafostationen weggeschwemmt

Aufgrund der starken Regenfälle wurden im Netzgebiet der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) verschiedene Transformatorenstationen überflutet oder sogar - wie die Stationen "Unterer Moosweg" beim Wasserkraftwerk der Firma Ziegler AG in Grellingen - weggeschwemmt. Folge davon war, dass in den Gemeinden Liesberg, Duggingen, Grellingen, Himmelried, Nunningen, Büsserach, Breitenbach Therwil und Biel-Benken insgesamt 6'800 Kunden von Stromunterbrüchen betroffen waren. Rund 800 Kunden in den Gemeinden Liesberg, Duggingen und Grellingen haben seit heute Donenrstagmorgen 3.59 Uhr keinen Strom. Dieser Stromunterbruch wird weiterhin andauern und kann erst nach Rückgang des Hochwassers bei den betroffenen Transformatorenstationen behoben werden. Dies dürfte nach Einschätzung des EBM-Krisenstabes in den nächsten 24 Stunden der Fall sein.

Auch das Areal der EBM in Münchenstein steht teilweise unter Wasser. Die Pikettdienste stehen seit heute morgen 3 Uhr im Einsatz und setzen alles daran, die vorhandenen Schäden so rasch wie möglich zu beheben. Die EBM bittet die von Stromunterbrüchen betroffenen Kundinnen und Kunden um Geduld und Verständnis.

Birs mit achtfacher Wassermenge

Von gestern Mittwochabend 19 Uhr bis heute morgen 11 Uhr stieg der Birsabfluss von 50 auf 400 Kubikmeter pro Sekunde. Seit 14 Uhr ist das Birswasser nach EBM-Angaben stabil bis leicht rückläufig. Allerdings steige das Grundwasser weiterhin an. Um die Hauptgebäude auf dem Areal der EBM zu sichern, erstellten EBM-Mitarbeitende zusammen mit den Feuerwehren und Zivilschutz von Muttenz und Münchenstein einen Sicherungsdamm. Die 800 Kunden in den Gemeinden Liesberg, Duggingen und Grellingen konnten noch immer nicht an die Stromversorgung angeschlossen werden, weil die betroffenen Transformatorenstationen erst nach Rückgang des Hochwassers wieder in Betrieb genommen werden können. Dies dürfte nach Einschätzung des Krisenstabes der EBM in den nächsten 24 Stunden der Fall sein. Die EBM bittet die von Stromunterbrüchen betroffenen Kundinnen und Kunden weiterhin um Geduld und Verständnis.

Die Erdgasversorgung in Laufen im Gebiet Nord bis nordwestlich der Bahnlinie, bleibt weiterhin unterbrochen. Aus Sicherheitsgründen bittet GASAG die betroffenen Kunden, die Gashaupthahne - sobald zugänglich - umgehend zu schliessen. Wie lange diese Unterbrechung noch andauern wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch immer nicht abgeschätzt werden

Weil Teile von Laufen bis einen Meter unter Wasser stehen, wurde aus Sicherheitsgründen die Gasversorgung von Laufen grösstenteils ausgeschaltet. Wie lange diese Unterbrechung noch andauern wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden. Die Gasag bitte die vom Gasunterbruch betroffenen Kundinnen und Kunden um Verständnis.


Weitere Bilder vom Hochwasser:


Birsfelden, Birsköpfli



Rheinbad St. Johann



Münsterfähre



Bahnhofunterführung der Hauptstrasse Laufen-Breitenbach



Birsbrücke in Laufen



Kraftwerk Augst

9. August 2007


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"Im Fall Dojo hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft Haupttäter Paulo Balicha verurteilt"

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Untertitel
vom 21. September 2018
über den Überfall auf das
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Shemsi Beqiri
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Da scheint einer selbst im Strafgerichts-Saal blind auf die Staatsanwaltschaft eingeschossen zu sein.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.