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"Endlose Untersuchungen": Gemeindepolitiker Lauber, Vogt

Chemie-Deponie Le Letten: Allschwiler Gemeinderat hat die Nase voll

Die Trinkwasserversorgung aus Schönenbuch wurde vorübergehend eingestellt / Totalsanierung gefordert


Von Peter Knechtli


Mit massiver Kritik und rigorosen Massnahmen begegnet der Allschwiler Gemeinderat dem nach seiner Meinung "unprofessionellen Vorgehen" der Basler Chemie bei der Teilsanierung der Deponie "Le Letten" im benachbarten Hagenthal-le-Bas: Heute Mittwochmorgen wurde die Allschwiler Trinkwasserversorgung aus Schönenbuch vorübergehend eingestellt.


Der Ärger war dem Allschwiler Gemeindepräsidenten Anton Lauber heute Mittwochmorgen anzuspüren, als er die Medien zur Bekanntgabe des jüngsten Gemeinderatsbeschlusses zusammentrommelte. Grund ist die neuste Entwicklung um die ehemalige Chemiedeponie im benachbarten elsässischen Hagental-le-Bas, wo beim Pflügen eines Feldes bisher unbekannter Chemiemüll zum Vorschein kam.

Schadenersatzforderung nicht ausgeschlossen

Jetzt hat die Gemeindebehörde genug: Heute Morgen um 8 Uhr wurde die Trinkwasserversorgung Allschwils aus der Gewinnung in Schönenbuch eingestellt. Seither erhalten die 20 Prozent der Bevölkerung - oder rund 4'000 Personen - ihr Trinkwasser aus Basel. Geliefert wird es durch die Industriellen Werke (IWB), die ihr Wasser aus dem Hardwald beziehen. Die Massnahme sei auf zwei Monate befristet und verursache der Gemeinde einen Mehraufwand von rund 25'000 Franken, sagte Lauber. Dies, weil das Basler Wasser, das "auch nicht ganz unbelastet" sei, etwas teurer sei als jenes aus Schönenbuch. Lauber mochte nicht ausschliessen, dass Allschwil gegenüber der "Interessengemeinschaft Deponiesicherheit Region Basel" (IG DRB), in der die Chemiefirmen zusammengefasst sind, Schadenersatz geltend mache.

In zwei Monaten werde die "Sofortmassnahme" überdacht, weil die Gesundheit der Bevölkerung "erste Priorität" habe: Dann lägen die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen und Gutachten vor. "Der Gemeinderat fühlt sich in der Vermutung bestätigt, dass die endlosen Untersuchungen und die Abschlussberichte der IG DRB jeglicher Seriosität entbehren", heisst es im offiziellen Communiqué. Die IG nehme den Schutz von Mensch und Umwelt "nicht ernst".

Die kommunalen Fachleute betonten, dass das gesamte Allschwiler Trinkwasser in einem einwandfreiem Zustand sei. Die Massnahme sei jedoch "präventiv" gedacht für den Fall, dass wegen der urplötzlichen Teilsanierung der Deponie durch die IG der Ernstfall eintreten könne. Denn die Situation rund um das Grundwasser im Einzugsbereich der Deponie sei "immer noch ungeklärt". Die Behörden befürchten, dass insbesondere durch Bewegungen an der Deponie das Grundwasser über eine Schotterrinne auch in Richtung Osten zu den Quellwasserfassungen und Pumpwerken Brunnmatt und Kappelmatt fliessen könnte. Bisher hiess es, der kontaminierte Grundwasserstrom fliesse Richung Osten (Elsass) ab.

Gemeindepräsident spricht von "Zeitbombe"

Massiv zog der Gemeindepräsident dann über die Hinhaltetaktik der IG her. "Die Gemeinde ist nicht mehr bereit, mit sich Schlitten fahren zu lassen", sagte Lauber und hielt fest, dass "die Zeit der beschönigenden Aussagen jetzt vorbei" sein sollte. Habe es seitens der Chemieunternehmen bisher immer geheissen, eine Sanierung der Deponie könne "schwer wiegende Folgen für die Umwelt" haben, sei es nach dem jüngsten Müll-Fund auf dem Acker zu einer "überraschenden und ultraschnellen Teilsanierung" gekommen, ohne dass dafür eine hinreichende behördliche Bewilligung vorgelegen habe. Dabei sei das kontaminierte Gelände bis sieben Meter tief ausgegraben worden von Arbeitern, die teilweise keine Schutzausrüstung trugen. Auch sei die Baugrube nicht konsequent abgedeckt worden.

Lauber kritisierte insbesondere die Nicht-Information durch die IG: "Die Teilsanierung war uns nicht bekannt." Auch die kantonalen Umweltschutzbehörden seien so ungenügend informiert worden, dass sich das Baselbieter Amt für Umwelt und Energie beim Präfekten des Départment Haupt-Rhin habe beschweren müssen. Anfänglich sei von 40 Tonnen, später 400, 600 und dann - heute Morgen - von 1'000 Tonnen Aushubmaterial gesprochen worden. Zwar gehe er nicht von einer unmittelbaren Gefahr aus. "Aber die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr ist durch die Arbeiten auf dem Gelände deutlich gestiegen." Lauber sprach gar von einer "Zeitbombe", die irgendwann hochgehen werde, und rief die kantonalen Behörden, ja den Bund auf, aktiv zu werden. Die französischen Behörden, so Lauber weiter, müssten dafür sorgen, dass die Gesetze eingehalten werden. Das klare Ziel sei eine Totalsanierung der Deponie "Le Letten".

Auch Schönenbuch fordert Totalsanierung

Unterstützt wurde Lauber von seinem Amtskollegen Markus Oser, dem Gemeindepräsidenten von Schönenbuch. "Wir begrüssen eine Totalsanierung und unterstützen die Gemeinde Allschwil bei ihren Forderungen." Das Schönenbucher Wasser habe "im Moment eine Top-Qualität", aber bevor es verseucht werde, müsse "das Zeug weg". Oser schränkte er, er sei über die Vorgänge um die Deponie relativ gut informiert worden, habe es aber unterlassen, proaktiv auch Allschwil zu informieren.

An der Medienkonferenz äusserten sich zudem Gemeinderat Robert Vogt, Hauptabteilungsleiter Tiefbau-Umwelt Andres Lindner und der Umweltbeauftragte Andreas Dill. Ob es zu einer Totalsanierung kommt, wie von den betroffenen Gemeinden verlangt, könne erst kommenden Herbst mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden, sagte IG DRB-Sekretär Conrad Engler gegenüber OnlineReports (siehe Video-Statement).


28. März 2007



 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Deponien sanieren, Hochhaus verkleinern"

Ein schöner, origineller Turm von Hoffmann-La Roche, wenn auch vielleicht so allein stehend an dieser Stelle etwas allzu gross. Da offenbar bei Roche das Geld im Überfluss vorhanden ist, schlage ich vor, dass der Turm bei gleichen Proportionen nur halb so gross gebaut wird und mit dem restlichen Geld (275 Millionen Franken) endlich die entsetzlichen Giftmülldeponien in der Umgebung von Basel beseitigt werden (selbstverständlich mit Beteiligung der anderen Basler Chemie- und Pharmafirmen, die ja ebenfalls nicht wissen, wohin mit dem vielen Geld). Prestigegewinn und Nutzen wären weit grösser als mit dem "Roche Tower" allein, und "Life Science" und all die anderen Parolen bekämen endlich mal einen konkreteren Sinn;-)


Marco Niemz, Basel



"In den Steuerparadiesen gibt es weder Gift noch Deponien"

Man glaubt es ja kaum, aber man könnte meinen, es hätte "Seveso" nie stattgefunden, es hätte "Schweizerhalle" nie stattgefunden, es hätten all die Giftdeponien in der Regio, von Grenzach bis eben nach Le Letten nie existiert. Die feinen Pharmariesen-Verantwortlichen in Basel halten sich ihre vergoldeten Nasen zu und tun so, als gehe sie solcherlei Dreck nichts an. Dafür gibt es eine IG DRB. Was auch immer das ist, dieses Gebilde dient offensichtlich der Kungelei und der Verschleierung. Die Öffentlichkeit, vor allem aber die für das Wohlergehen ihrer Bürger verantwortlichen Gemeindebehörden einer Stadt von rund 19'000 Einwohnern, sollen nicht wissen, wer den Dreck und das Gift verbotenerweise, illegal, also durchaus in krimineller Absicht wo vergraben hat. Die Öffentlichkeit soll auch nicht wissen, um welche Gifte es sich handelt, die da an Orten, wo unser Trinkwasser erfasst wird, vergraben worden ist.

 

Ob es mich, meinen Nachbarn oder die 19'000 Einwohner von Allschwil bedrohen wird, was da vielleicht ins Trinkwasser gerät: Die IG DRB, dieses entpersonifizierte Gebilde, dieses Verantwortungsversteck, informiert einfach nicht.

 

Unsereiner, Zeitgenossen der oben erwähnten "Ereignisse", erinnert sich aber schon noch, wer diese Giftmülldeponien angelegt hat. Die Namen ? Ciba, Sandoz, Roche. Heute präsentiert das Nachfolge- Firmengeflecht natürlich bedeutend undurchsichtiger. Die Verantwortlichen haben sich in neue Namenskonstruktionen, in neue Firmenkonglomerate und in undurchsichtige Verantwortungsstrukturen zurückgezogen. Aber: Aus Ciba und Geigy wurde Ciba-Geigy, aus Ciba-Geigy wurde Ciba, aus Ciba und Sandoz wurde Novartis. Man weiss vor Ort schon noch, wo man reklamieren muss.

 

Offenbar aber wissen die Vasellas längst nicht mehr, wie der Staat Schweiz funktioniert, geschweige denn so etwas wie das Gemeinwesen in den beiden Basler Halbkantonen. Wie soll man es auf dieser "bedeutenden" Lohnempfängeretage auch wissen, wo man doch aus Steuergründen schon längst Orte vorzieht, die weit weg vom Dreck liegen, wo es weder Gift noch Deponien gibt, sondern bloss Steuerparadiese.


Alois-Karl Hürlimann, Basel



"Bravo an die Behörden"

Bravo an die verantwortlichen Behörden in Allschwil! Endlich getraut sich ein Gremium, bestehend aus Parteivertretern von "links" bis "rechts", Klartext zu reden und Konsequenzen zu ziehen. Nachahmer gesucht!


Gisela Traub, Basel


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"Ein Denkmal des Kalaschnikow-Erfinders wird zur Spott objekt"

Basler Zeitung
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vom 6. Oktober 2017
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Korrektorat in Chur. Wird zur Spott objekt.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

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• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

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• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

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• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.