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"Auch Teil der Feste": Zollhäuschen im Schweizer Teil von Laufenburg

Die alte Laufenburger Brücke gehört wieder den Fussgängern

Morgen Freitag wird die Brücke über den Rhein für Autos geschlossen


Von Ruedi Suter


Morgen Freitag wird um 12 Uhr die historische Brücke zwischen dem schweizerischen und dem deutschen Laufenburg für Autos geschlossen. Dies bedeutet auch das Ende der alten Zollhäuser, da der Verkehr fortan über die neue Rheinbrücke oberhalb der beiden Städtchen rollen wird. Als Fussgänger kann man jetzt wieder gemütlich durch Laufenburg gehen.


"Es tut schon ein bisschen weh", sagt der warm eingepackte Zöllner mit einem etwas wehmütigen Blick auf die alte Rheinbrücke von Laufenburg. "Wir sind hier mitten im Städtchen, kennen die Leute und waren auch immer ein Teil der Feste und der grenzüberschreitenden Fasnacht. Wir haben viele gute Gespräche mit den Anwohnern und können in der Beiz auch Mal einen Kaffe trinken. Dort draussen werden wir uns wohl ziemlich einsam fühlen."

Gnadenfrist dank Höhen-Posse

"Dort draussen" ist einige hundert Meter weiter Rhein aufwärts die neue schweizerisch-deutsche Brücke über den Rhein. Jener Übergang, der eigentlich längst schon befahrbar sein müsste, doch haben die Ingenieure beider Länder verschiedene Meere als Höhenreferenz verwendet. Dies stellten sie mit Schrecken fest, als die von beiden Ufern aufeinander zugebauten Brückenteile um 54 Zentimeter nicht zusammenpassen wollten. Folge: Eine mehrmonatige Gnadenfrist für die Zöllner beider Länder, die an den historischen Brückenköpfen im Herzen der beiden Laufenburgs ihre gemütlichen Zöllhäuschen haben.

Doch damit ist ab morgen Freitag endgültig Schluss. Die Autoschlangen, die sich jeden Morgen und jeden Abend im Stop-and-Go-Verfahren durch die Gässchen quälten, wird nur noch Erinnerung sein. An oft langes Warten, an Abgasschwaden, ängstliche, höfliche oder rüpelhafte Autofahrer mit WT-, AG-, BS- und BL-Nummern, die sich Radumdrehung um Radumdrehung durch die wohl bald einzigartigen Engen der beiden Städtchen kämpften.

"Man weiss ja heutzutage nie ..."

Auch wenn die Grenzbeamten den Kontakt zu den Einwohnern etwas verlieren werden am neuen Standort, brauchen sie dort wenigstens keine Angst mehr zu haben, der mittelalterlichen Platznot wegen angefahren zu werden. Der neue Rheinübergang ist breit und das Schweizer Zollamt supermodern eingerichtet. "Wir haben da die neusten Computer und grosszügig Platz", tröstet sich der eingangs erwähnte Zöllner ein bisschen. Es stelle sich nur die Frage, ob nicht auch diese Zollanlage bald wieder geschlossen werde. Man wisse ja nie heutzutage, erklärte der Grenzbeamte gegenüber OnlineReports, ohne allerdings seinen Namen preiszugeben.

"Es tut mir leid, wir dürfen unsere Namen nicht mehr nennen. Seit dem Mord an der Frau unseres Kollegen im Tessin, haben wir nur noch Nummern." Für die Einwohner der beiden Laufenburg werden die Zöllner aber nie Nummern werden. Sie gehören zum Stadtbild, auch wenn sie jetzt ein wenig im Abseits wirken. Denn wer weiss: Vielleicht liegt in 20 Jahren die neue Brücke auch wieder in der Stadtmitte.

16. Dezember 2004


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