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"Park von europäischer Bedeutung": Landschafts-Alternativen an der Wiese

Zollfreistrasse: Private spenden sechs Millionen für Tunnelbau

Paukenschlag vor Baubeginn: In letzter Minute soll ein Tunnel einen Landschaftspark entlang der Wiese ermöglichen


Von Ruedi Suter


Das ist ein Paukenschlag: In letzter Minute legen die Gegner einer offen geführten Zollfreistrasse eine Tunnel-Variante namens "Phoenix" vor, die entlang des Flüsschens Wiese einen grenzüberschreitenden Landschaftspark ermöglichte. Spektakulär ist das Finanzierungsmodell: An die Mehrkosten von 40 Millionen Franken haben private Basler sechs Millionen Franken zugesichert.


Das Projekt eines Tunnels anstelle der 740 Meter langen, offen geführten Zollfreistrasse zwischen den deutschen Grenzstädten Lörrach und Weil am Rhein über Gebiet der Basler Gemeinde Riehen ist nicht neu. Das neuste Projekt "Phoenix" ist ein tief liegender Tunnel parallel zur geplanten Zollfreistrasse von Landesgrenze zu Landesgrenze, der auf Vorschlag des Basler Baudepartements durch eine Arbeitsgemeinschaft erarbeitet wurde. Diesen Ansatz legt jetzt ein neu gegründetes Komitee "Gemeinsam Pro Wiese-Tunnel" vor, das vom Basler Kardiologie-Professor Andreas Hoffmann präsidiert wird und dem zahlreiche bekannte Ärzte, Wissenschafter, Künstler und Politiker angehören.

Sachzwang-Verhinderung in letzter Minute

Neu ist aber die Finanzierung: Dem Komitee und insbesondere seinem Promoter Martin Vosseler ist es gelungen, private "Zuwendungen" in Höhe von sechs Millionen Franken zu akquirieren. Laut einem Vierfarben-Prospekt zu "Phoenix", der OnlineReports zugespielt wurde, stellt der Kanton Basel-Stadt an die Mehrkosten für einen Tunnel von 40 Millionen Franken einen Betrag von 25 Millionen Franken in Aussicht. "Bei günstiger Entwicklung" des Projekts, so heisst es weiter, sei ein Beitrag der Gemeinde Riehen möglich.

Der überraschende und bis in diese Tage geheim gehaltene Projekt- und Finanzierungsvorschlag fällt buchstäblich in letzter Minute: Bereits sind die Arbeiten an einer Hilfsbrücke über die Wiese zum Bau der offen entlang des idyllischen Flüsschens geführten Strasse im Gang. Diese Linienführung gilt zwar selbst bei Befürwortern der Strasse als unzeitgemäss und unbefriedigend, doch schienen die Bauarbeiten aufgrund eines Staatsvertrages zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 1977 als Sachzwang-Vollstreckung unausweichlich.

Landschaftspark mit europäischer Ausstrahlung

Nach Meinung der Gegner einer offenen Linienführung beeinträchtigt diese "kostbares regionales Naherholungsgebiet" und einen "stadtnahen Naturraum mit hoher Dichte an seltenen und geschützten Tierarten und Pflanzen". Ebenso zerschneide sie den Naturkorridor zwischen "Tüllingerberg" und Basels grüner Lunge "Lange Erlen". Mit dem bergmännisch vorangetriebenen Tunnel dagegen bleibe das Naherholungsgebiet "weitgehend intakt", Flora und Fauna blieben verschont und es würden die Voraussetzungen für die Errichtung eines "grossen zusammenhängenden Natur- und Naherholungsgebiets mit europäischer Ausstrahlung" geschaffen.

Im Kanton Basel-Stadt stösst nicht die Erfüllung des Staatsvertrags, aber die offen Linienführung der Zollfreistrasse mehrheitlich auf Ablehnung. Darauf lässt das Ergebnis einer Volksabstimmung über Initiative zum Schutz des Wiese-Ufers am 12. Februar dieses Jahres schliessen: Das Volksbegehren, das "Zollfreie"-Gegner lancierten, wurde mit 58,2 Prozent (28'146 Ja-Stimmen, 20'252 Nein-Stimmen) deutlich angenommen. Dennoch wurden im Projektgelände noch wenige Tage vor der Volksabstimmung über hundert Bäume gerodet - wohl, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

Erinnerung an Kauf von Picasso-Bildern

Eine völlig neue Dimension in den Jahrzehnte langen Stellungskampf um die "Zollfreie" bringt die private Finanzierung. Dem Vernehmen nach plant das Komitee, die Spendenaktion auch für die ganze Bevölkerung zu öffnen, wodurch sich der Anteil privater Finanzierung nochmals deutlich erhöhen würde. Die unkonventionelle Finanzierungsart erinnert an eine andere Spendenaktion, die Basel weit über die Grenzen hinaus bekannt machte: Im Jahr 1967 kamen bei einem gross angelegten "Bettlerfest" zugunsten des Kredits zur Anschaffung der beiden Picasso-Bilder "Arlequin assis" und "Les deux frères" zugunsten der öffentlichen Kunstsammlung von Basel nicht weniger als zwei Millionen zusammen.

Wie gut die Chancen von "Phoenix" stehen, ist im Moment noch nicht absehbar. An einer Sondersitzung im März letzten Jahres wollten weder die Behörden der deutschend Grenzstädte noch der Basler Grosse Rat von einem Tunnel etwas wissen, wie ihn der neue grüne Justizminister Guy Morin, selbst entschlossener Gegner der Zollfreistrasse, vorgeschlagen hatte. Mit dem neuen Finanzierungsmodell könnte die Stimmung insbesondere auch in der badischen Nachbarschaft in letzter Minute kippen: "Phoenix" als "grenzüberschreitendes Gemeinschaftswerk" macht nach Meinung seiner Promotoren "alle beteiligten zu Gewinnern".

Heute Dienstagmorgen werden an einer Medienkonferenz des Komitees nähere Einzelheiten über "Phoenix" bekannt.

6. Juni 2006

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"Der Chapeau-Erhebung schliesse ich mich gerne an"

Sachzwänge aufweichen, öffentliches Nachdenken nicht bloss "anregen", sondern tatsächlich mit konkretem Inhalt anstiften, den "Staat" mit Bürgerinitiative zwingen, dasselbe zu tun. Das heisst: Die von Sachzwängen eingezwängten Behörden zwingen, endlich zu denken anstatt Paragrafen zu reiten. Im übrigen schliesse ich mich der Chapeau-Erhebung von Herrn Friedlin gerne an.


Alois-Karl Hürliman, Basel



"Diesem Ansatz kann man sich nicht verschliessen"

Den einen ihr Schauspielhaus und ihren Konzertsaal - den anderen ihren Tunnel bzw. ihre unbefleckte Landschaft. Wer ein Existenzminimum an Folgerichtigkeit in der Politik postuliert, der kann sich dem entideologisierten, kultivierten Ansatz von Vosseler & Cie. nicht verschliessen. Meine Wenigkeit kann dazu nur sagen: Chapeau, de tout mon coeur!


Patric C. Friedlin, Basel


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"Die Niederlassung Füllinsdorf der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) wird (...) im Frühling 2018 als Selbstbedienungsbank wieder eröffnet."

Basellandschaftliche Kantonalbank
Medienmitteilung
vom 28. September 2017
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Wo bitte ist der Geld-Selbstbedienungsschalter?

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


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Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.