© Foto by Solarspar
"Sonnenenrgie lohnt sich": Fotovoltaik-Anlage "Unter der Fluh" in Sissach

Gross-Erfolg für Sissacher Solarstrom-Projekt

Maya Grafs Solaranlage wird zum Motivations-Motor für energiebewusste Strombezüger


Von Valerie Zaslawski


Durchschlagender Erfolg für ein Oberbaselbieter Solarstrom-Projekt: In Sissach findet eine Fotovoltaik-Anlage auf einem Bauernhof doppelt so viel Nachfrage wie Strom geliefert werden kann. Schon wird eine weitere Anlage ins Auge gefasst.


Es war eine gemeinsame Initiative dreier Partner: Die grüne Nationalrätin Maya Graf als Bauherrin, die Genossenschaft "Solarspar" als Finanzierungsquelle und die Holinger Solar AG als Installationsfirma errichteten vergangenes Jahr auf dem Bauernhof der Parlamentarierin ("Unter der Fluh") eine Fotovoltaik-Anlage. Leistung: 11,4 Kilowatt. Auf dem Dach des Maschinengebäudes installierten Jugendliche unter professioneller Anleitung Solarplatten.

60 Rappen pro Kilowattstunde

Mit einem Darlehen vorfinanziert wurde das Projekt von "Solarspar". Kosten: 100'000 Franken. Die lokale Stromverteilerin Elektra Sissach bezahlt der Familie Graf einen kostendeckenden Tarif von 60 Rappen pro Kilowattstunde. Im Gegenzug mussten die Oeko-Investoren Kunden finden, die bereit sind, für die saubere Energie einen deutlich höheren Preis zu bezahlen.

Die gesamtschweizerische, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete in Liestal domizilierte Genossenschaft zählt nach Angaben von Geschäftsleiter Markus Chrétien (47) 25'000 Mitglieder. Durch ihre Mitgliederbeiträge werden Projekte wie jenes in Sissach mitfinanziert. Doch "Solarspar" unterhält auch eigene Anlagen, derzeit sind es schweizweit deren 16. Dem Unternehmen steht ein Budget von rund fünf Millionen Franken zur Verfügung.

Massive Nachfrage

Zweck der Sissacher Anlage sei es, die Bevölkerung von der Notwendigkeit der Nutzung alternativer Energie zu überzeugen. Laut Maya Graf soll das Projekt zeigen, "dass sich der Einsatz von Sonnenenergie lohnt". Gelohnt hat sich auch der Einsatz der Initiatoren: Die Nachfrage nach Solarstrom auf dem Bauernhof ist überraschend gross: Von der Jahresproduktion von 10'000 Kilowattstunden bezieht der Bauernhof rund ein Drittel. Für die restlichen 6'500 Kilowattstunden musste die Bauherrin Abnehmerinnen und Abnehmen finden. Doch Private und Unternehmer zeichneten insgesamt 11'500 Kilowattstunden, was fast einer Verdoppelung des Angebots entspricht.

Wie Chrétien gegenüber OnlineReports weiter erklärte, habe die Sympathie und der hohe Bekanntheitsgrad von Maya Graf die Kunden besonders motiviert, sich zum Kauf von teurerem, aber nachhaltigem Solarstrom ab Bauernhof zu entscheiden. Bei den Abnehmern handle es sich vor allem um "energiepolitisch engagierte Unternehmen" und "Bekannte unsererseits".

Noch keine staatlichen Subventionen
 
Um die massiv überzeichnete Nachfrage befriedigen zu können, soll in Sissach bereits eine zweite Solaranlage geplant werden. "Solarspar" sucht jetzt nach einem geeigneten Dach. Ob die Genossenschaft erneut als Finanzierungsquelle auftreten werde, sei noch offen.

Solarstrom boomt jedoch nicht nur im Oberbaselbiet: Auch in Zürich werden aufgrund der grossen Nachfrage drei neue "Solarspar"-Anlagen von deutlich grösserer Dimension als jene in Sissach gebaut. Staatlicher Subventionen darf sich Maya Grafs Fotovoltaik-Anlage noch nicht erfreuen. Allenfalls winkt ab Januar 2009 eine attraktive kostendeckende Einspeisevergütung durch den Bund.

Sissach hat bereits eine "Solarwelle" hinter sich: Hans Jörg Luchsingers Initiative für 100 Solardächer.

8. Januar 2008


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