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"Entscheid war sensationell": Angepasstes Transportmittel Waldenburgerbahn

Waldenburgertal kann aufatmen: Die Bahn bleibt

Studien zeigen: Der Bau der Waldenburgerbahn war eine visionäre Meisterleistung


Von Peter Knechtli


Die Gemeinden des Waldenburgertals dürfen aufatmen: Die Waldenburgerbahn (WB) wird sich auch in den kommenden zwanzig Jahren durch das Tal zwischen Liestal und Waldenburg schlängeln. Eine umfassende Untersuchung ergab, dass die Schmalspurbahn das richtige Verkehrsmittel für die Region darstellt, die sie erschliesst.


Als sich heute Mittwochmorgen Bau- und Umweltschutzdirektor Jörg Krähenbühl (SVP, Bildmitte), WB-Präsident Urs Steiner (rechts) und der Waldenburger Gemeindepräsident Kurt Grieder (links) auf dem Liestaler Bahnhof einfanden, war ihnen ums Lachen zumute. Soeben hatten sie an einer Medienkonferenz eine Studie vorgestellt, die den Status quo als Idealfall nachweist.

Nicht allen Tälern des Baselbiet blüht die Gunst der Bahn. Erinnert sei an SBB-Strecke durch das Homburgertal zwischen Sissach und Olten: Krähenbühls Vorgängerin Elsbeth Schneider (CVP) wollte das beliebte "Läufelfingerli" durch eine – günstigere – Buslinie ersetzen. Doch der Landrat war ihr nicht gefolgt.

Eine identitätsstiftende Einrichtung

Mit dem "Waldenburgerli" (Volksmund) steht es ähnlich: Der 13,1 Kilometer langen und solide verankerten Bahn zwischen Liestal und Waldenburg hält die Bevölkerung die Treue. Einerseits aus reiner Gewohnheit und Tradition hat das Volk sein wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel – mit nur gerade 75 Zentimetern die schmalste Schmalspurbahn Europas – als identitätsstiftende technische Einrichtung ins Herz geschlossen. Dies insbesondere auch dann, wenn aus gegebenem Anlass wieder einmal die Dampflokomotive zum Erstaunen von Jung und Alt vorbeizischt.

Darüber hinaus aber erfüllt die Bahn im Uhrmachertal, die zu 88 Prozent dem Kanton, den Gemeinden und dem Bund gehört, eine wichtige und offensichtlich auch bedürfnisgerechte Funktion: Mit 1,9 Millionen Fahrgästen erschliesst sie das gesamte Waldenburgertal und stellt in Liestal attraktive Anschlüsse an die Bahnverbindungen nach Basel und die Zentren des Mittellandes her. Ausserdem ist die Bahn voll in den Tarifverbund Nordwestschweiz eingebunden.

Überprüfung schaft Klarheit

Da allerdings im Landrat Vorstösse eine kritische Hinterfragung der Land-Bahn forderten und gleichzeitig eine Rollmaterial-Erneuerung anstand, beauftragte Krähenbühl, selbst WB-Verwaltungsrat, die Fachleute seiner Direktion zusammen mit Fachkräften der Waldenburgerbahn mit einer umfassenden Bedarfs- und Kostenanalyse. Ihr Ergebnis, das heute Donnerstag in Liestal vorgestellt wurde, ist zweifelsfrei: Das "Waldenburgerli" ist mit seinem 15- (Hauptverkehrszeit) bis 60-Minuten-Takt ( Randverkehrszeit) und seinen 94 Kursen pro Tag das ökonomisch und ökologisch ideale Verkehrsmittel. Schon aus dieser Optik seien die 27 Millionen Franken gerechtfertigt, die im Finanzplan des sechsten Generellen Leistungsauftrags für die Jahre 2010 bis 2013 vorgesehen sind.

Die Experten hatten – unter Beizug externer Ingenieure – "alles auf den Schüttelrost gelegt" (Steiner) und verschiedene Nachfrage- und Potenzialvarianten geprüft, nachdem die Weiterführung der Tramlinie 14 in Pratteln ins Planungsgebiet Salina Raurica beschlossene Sache ist. Geprüft wurde eine Weiterführung des Trams Richtung Liestal oder gar eine Verknüpfung von Salina Raurica mit einer verlängerten Waldenburgerbahn, was Investitionen von rund 150 Millionen Franken zur Folge hätte.

Keine Spurverbreiterung, aber Vorbereitung

Fazit: Am System Waldenburgerbahn ändert sich in den nächsten zwanzig Jahren nichts. Alle andern Varianten hätten Überschneidungen und die Konkurrenzierung bestehender Linien zur Folge gehabt. Laut Jörg Jermann, Fachplaner in der Abteilung öffentlicher Verkehr, ist auf dem Korridor Liestal-Salina Raurica verkehrswirtschaftlich "eine Tramwürdigkeit nicht zu rechtfertigen". Es bestehe auch "kein Grund", die schmale Spur der WB zu verbreitern.

Um späteren Generation aber die Verbreiterung zu ermöglichen, würden hingegen künftig der Unterbau, die Kunstbauten und Stationen auf eine Spurweite von 100 Zentimetern ausgelegt.

In künftige Planungen miteinbezogen werden soll auch die Variante, die Spur des "Waldenburgerli" zwischen Altmarkt und Bahnhof Liestal von der südlichen auf die nördliche Trasseseite zu verlegen, insbesondere, um allfällige spätere Kreuzungskonflikte mit der Adlertunnel-Linie zu vermeiden.

Allmählich behindertengerechte Bahn

WB-Präsident Urs Steiner, hauptberuflich Geschäftsführer der Elektra Baselland, lobte seine ÖV-Unternehmen als die "personell vermutlich schlankste Bahn der Schweiz": Betrieben wird sie von 31 Mitarbeitenden, verteilt auf 25 Vollstellen. Geplant sind ausser der Rollmaterialbeschaffung auch die Anpassung und Erneuerung der Anlagen – vorgesehen ist eine Schritt für Schritt zu erreichende Behindertengerechtigkeit –, der Ausbau von Stationen und die Sanierung von Bahnübergängen.

Regierungsrat Jörg Krähenbühl blickte respektvoll auf die Gründerväter der Waldenburgerbahn zurück: Der visionäre Entscheid, die Bahn zu bauen und 1880 in Betrieb zu nehmen, sei "sensationell" gewesen.

16. September 2009


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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
Newsletter vom
15. Mai 2018
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

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Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

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