© Foto by OnlineReports.ch
"Verkehrs-Chaos wird verschärft": Einweihung der Tramlinie 8

"Weil-Express": General- und Halbtax-Abo bald nicht mehr gültig

Nach zwei Jahren soll die benutzerfreundliche Tarifstruktur auf der Tram-Linie 8 abgeschafft werden / ÖV-Verbände protestieren


Von Peter Knechtli


Auf der grenzüberschreitenden Tramlinie 8 zwischen Basel und der badischen Grenzstadt Weil am Rhein sollen GA und Halbtax nicht mehr gültig sein. OeV-Verbände protestieren.


Mit der Gratis-Tramfahrt von Basel nach Weil mit der grenzüberschreitenden Tramlinie 8 ist es für Inhaber von General-Abonnement (GA), Halbtax-Abonnement und der schweizweit gültigen Tageskarte ab Fahrplanwechsel im Dezember vorbei: Ab dann ist auf der Fahrt in die badische Grenzgemeinde und zurück nur noch das Umwelt-Abo des Tarifverbunds Nordwestschweiz gültig – oder natürlich das Einzelbillet.

Zu diesem Entschluss am Ende einer zweijährigen Versuchsphase (Bild von der Eröffnung im Dezember 2014) kamen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) "nach Rücksprache" mit dem Basler  Bau- und Verkehrsdepartement (BVD), wie es in einer Medienmitteilung heisst. Für BVB-Kunden sei es "nicht nachvollziehbar, dass die nationalen Fahrausweise grenzüberschreitend nur auf der Linie 8, nicht aber auf den anderen Linien zwischen Basel und dem grenznahen Deutschland oder Frankreich gültig sind".

"Hohe Kompensationszahlungen"

Ausserdem sind die BVB offenbar von der hohen Anzahl von mehr als zehn Prozent GA-Inhabern, die die Weiler-Linie 8 benutzen, überrascht worden. Dies hätte hohe Kompensationszahlungen von BVB und Kanton an den Regionalverbund Lörrach zur Folge gehabt, da sie von einem "markant niedrigeren Anteil" ausgegangen seien.

Das General-Ab, das Halbtax-Abo und die Tageskarte seien Produkte des schweizerischen öffentlichen Verkehrs und – mit wenigen historisch bedingten Ausnahmen – "nur in der Schweiz bis zur jeweiligen Landesgrenze gültig". Diese Regelung gelte bereits für sämtliche grenzüberschreitenden Linien, wie etwa für Fahrten nach Lörrach oder Grenzach-Wyhlen. Ab Dezember 2017 sei diese Regelung auch für die Linie 3 nach Saint-Louis vorgesehen.

Gegenüber OnlineReports sagte BVB-Sprecherin Claudia Demel, das Verkehrsunternehmen erwarte mit der neuen Tarifordnung keinen signifikanten Passagier-Rückgang im grenzüberschreitenden Verkehr. Auch sei die Massnahme keine besondere Rücksichtnahme auf das Basler Gewerbe, das an den starken Frequenzen von Basel in die kursgünstigeren Weiler Einkaufszentren gleich jenseits der Grenze starke Kritik geübt hatte.

VCS verlangt Verzicht die "Verteuerung"

Kaum kommuniziert hagelte es Proteste gegen den Entscheid. Der VSC beider Basel lehnt die neue Tarifregelung rundweg ab. Sie benachteilige "ausgerechnet die treuen ÖV-Stammgäste mit Halbtax-Abo und GA". Die Retourfahrt würde künftig 5.50 Franken mit dem GA und rund 8.50 Franken mit dem Halbtax-Abo kosten. Der VCS verlangt "den Verzicht auf diese Verteuerung". Sie werde "das Verkehrschaos an der Grenze verschärfen und das Tram wird erst recht im Autostau stecken bleiben".

"Pro Bahn Nordwestschweiz" beurteilt aber die Tarif-Änderung als "verfrüht und unpassend". Bevor die künftige Tarifstruktur auf der Linie 3 nach St-Louis nicht bekannt ist, soll beim Achter "keine Anpassung vorgenommen werden".

Die "Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr" (IGöV) wirft den "Verantwortlichen bei Kanton und BVB" vor, sie hätten "offensichtlich die Kundschaft aus den Augen verloren". Seit Jahren sei "die schlechte Regelung der grenzüberschreitenden Tarife ein Ärgernis". Mit der Anerkennung des GA auf der Linie 8 sei "ein erster lobenswerter Schritt in die richtige Richtung gemacht" worden.

"Zurück in die Steinzeit"

Der ÖV-engagierte Basler SP-Grossrat Jörg Vitelli, auf dessen parlamentarischen Vorstoss hin das noch geltende Tarif-Regime vor zwei Jahren eingeführt wurde, erkennt im Entscheid ein "Zurück in die Tarifsteinzeit des öffentlichen Verkehrs". Die einfache und pragmatische Handhabung zum Lösen von Billets und der Gültigkeit von Abonnements im grenzüberschreitenden Verkehr seien "ein Grundprinzip, um die Benützung vom öffentlichen Verkehr attraktiv zu machen".

Vitelli erinnert daran: "Mit dem GA kann man nach Rodersdorf, über französisches Gebiet (Leymen), fahren. Mit dem GA kann man von Brig via Domodossola und das Vigezzo und das Centovalli nach Locarno fahren. Mit dem GA kann man in Unterengadin von Martina nach Landeck und Mals fahren, ebenso über den Ofenpass nach Mals im Südtirol."

OnlineReports-Kommentar vom 29. August 2015:
Das Gewerbe-Gejammer um den Einkaufs-Tourismus

14. Juli 2016


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Die Tatbestand einer Entfremdung"

OnlineReports.ch
Schlagzeile
vom 3. Oktober 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Nicht erfüllt.

Frisch pubertiert

Die Leute auf dem Hügel
RückSpiegel


In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.