© Fotos by Christof Wamister, OnlineReports.ch / Roger Heer
"30 Sekunden oder weniger": Wildes Velo-Parkieren beim Badischen Bahnhof in Basel

Basler Velo-Parking: Ein Phantom nimmt Gestalt an

Unter dem Auto-Parking am Badischen Bahnhof sollen die Zweiräder ihre Einstellplätze erhalten


Von Christof Wamister


Bis jetzt gibt es keine automatischen Veloparkings in der Schweiz. In Winterthur wurde aber unter dem Markennamen "Bike Loft" eine Versuchsanlage eingerichtet. Basel-Stadt möchte das System für den Badischen Bahnhof übernehmen.


Die Basler Regierung möchte unter dem Badischen Bahnhof ein vollautomatisches Veloparking für 1'200 Zweiräder realisieren, wie sie dieser Tage bekannt gab. Eine solche Einrichtung wäre für die Schweiz ein absolutes Novum. In der Mitteilung des Bau- und Verkehrsdepartements heisst es zwar, dass in Winterthur vergangenen Juni ein automatisiertes Veloparking in Betrieb genommen wurde, und dass die ersten Erfahrungen positiv seien. Das ist allerdings etwas übertrieben, wie auch die BVD-Velobeauftragte Kathrin Schweizer einräumt.

Velos im Hochregellager

Beim Vorbild in Winterthur handelt es sich um das Projekt "Bike Loft" des Ingenieurs Armin Wyttenbach. Im Keller eines öffentlichen Gebäudes wurde mit Unterstützung der Stadt Winterthur und des Bundes ein Prototyp gebaut, der in der Tat erfolgreich erprobt wurde. Ein Grossversuch mit Alltagsvelofahrern, die sich dafür zur Verfügung stellen, findet aber erst im Herbst statt.

Wyttenbachs System, das auch schon in der SRF-Sendung "Einstein" zu sehen war, funktioniert mit Hilfe eines Roboters (links im kleinen Bild) nach dem Prinzip des Hochregallagers. Der Velofahrer meldet sich mit einer Chipkarte an, eine auf Ketten laufende Box (blau rechts im kleinen Bild) rollt heran, das Velo wird hineingestellt, und die Box rollt an einen freien Platz zurück. Eine spezielle Informationstechnologie sorgt dafür, das das Velo später wieder zum Abholen bereitsteht. Der Kunde soll zum Beispiel mit SMS seine Ankunft vorankündigen können.

Es gibt somit noch kein öffentliches Veloparking dieser Art in Winterthur, wie Albert Gubler vom Amt für Städtebau bestätigt. Erweise sich das System "Bike Loft" als erfolgreich, werde die Stadt den Bau einer solchen Anlage am neuen Bahnhof Winterthur planen. Denn die Parkierverhältnisse für Velofahrer sind dort prekär, wie auch die Winterthurer "Pro Velo" kritisiert.

Wenige Beispiele im Ausland

Das automatisierte Veloparking ist ein Phantom, das die Verkehrsplaner seit langem umtreibt. Die Umsetzung erwies sich bis jetzt als schwierig. Funktionierende Anlagen in Gestalt von Türmen gibt es Japan, wo man Erfahrung hat im Umgang mit platzsparenden Einrichtungen. Kathrin Schweizer erwähnt ein "Radhaus" im badischen Offenburg, wo die Räder im Palettensystem versorgt werden. Andreas Stäheli, Verkehrsingenieur in Basel und Spezialist für Veloparkings, weiss von einer Ablage in Münster/Westfalen, die nach dem Paternoster-Prinzip funktioniert.

Die Idee, Velos platzsparend und automatisch abzustellen, "hat Zukunft", sagt Stäheli. Es gelte aber, verschiedene Punkte zu beachten. Die Velos und daran befestigte Gegenstände dürfen beim automatischen Transport nicht hängen bleiben, sonst komme es zu Pannen. Mit den Boxen von Armin Wyttenbach wäre dieses Problem gelöst. Sodann sind Velofahrer, insbesondere die  Bahnpendler, ungeduldige Leute. Die An- und Auslieferung der Zweiräder darf nicht länger dauern als in einem konventionellen Parking, sonst wenden sich die Benützer ab. Wyttenbach verspricht eine Zeitdauer von 30 Sekunden oder noch weniger, was dieser Anforderung entsprechen würde. Laut Stäheli besteht sodann ein Unternehmer-Risiko.

Es müssen Unternehmen entstehen, die solche Anlagen an verschiedenen Orten profitabel erstellen können. Das sei bis jetzt nicht der Fall. Weder in den Niederlanden noch in Dänemark mit ihrem grossen Velobestand habe es bis jetzt eine ernsthafte Nachfrage nach solchen Anlagen gegeben. Ingenieur Wyttenbach hat mittlerweile eine Bike Loft GmbH gegründet und sucht nun Kapitalgeber für die weitere Vermarktung. Er hat sich mit dem Basler Projekt schon befasst und wird sich für den Auftrag aus Basel bewerben, wenn es denn soweit sein wird.

Chaotische Zustände

Der Bau eines Veloparkings am Badischen Bahnhof  steht im Zusammenhang mit der neuen Tramlinie in Richtung Erlenmatt und der Neugestaltung der ganzen Bahnhofsumgebung. Mit dem dortigen Velo-Abstellchaos ist auch die Deutsche Bundesbahn unzufrieden. Wegen des Autobahntunnels sind allerdings die räumlichen Gegebenheiten auch unter dem Boden knapp, so dass laut Kathrin Schweizer einzig der Bereich unter der Schalterhalle in Frage kommt. Die Zufahrt zu den zwölf Abgabestellen wird in ein erstes Untergeschoss führen. Realisiert werden soll das Vorhaben von 2017 bis 2019.

Der Grosse Rat muss nun zuerst über einen Projektierungskredit von 540'000 Franken befinden. Den nicht so velofreundlichen Fraktionen werden vermutlich die Baukosten von 11,5 Millionen Franken in die Nase stechen – 10'000 Franken pro Einstellplatz. Das sei nicht mehr, als das Veloparking am Bahnhof SBB gekostet habe, sagt Kathrin Schweizer. Tiefbauten im Bahnhofs-Perimeter seien eben nie billig.

19. August 2013

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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
Newsletter vom
15. Mai 2018
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

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RückSpiegel


Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

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und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

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In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.