Thailand inszeniert eine menschliche Tragödie

Jahrzehntelang wurden 4'000 Hmong von der laotischen Regierung gehetzt – bis ihnen die Flucht nach Thailand gelang. Heute hat das Königsreich mit der Rückschaffung begonnen – und heftige Proteste der USA, EU und von Nichtregierungsorganisationen ausgelöst.
Bangkok, 28. Dezember 2009

Das ist die erbarmungslose Seite des Ferienparadieses Thailand: Heute begann die Regierung mit der Rückschaffung von rund 4'000 aus Laos geflohenen Menschen der Hmong-Minderheit. Damit wird der Alptraum der in Laos brutal verfolgten Hmong offenbar Realität.

Bereits seien Hunderte in der Provinz Phetchabun aus ihren Lagern in Militärlastwagen gezwungen und an den Mekong-Grenzfluss gefahren worden, wird von verschiedenen Medien übereinstimmend gemeldet. Thana Jaruwat, Oberst der thailändischen Armee, bestätigte den Beginn der Deportation.

USA reagiert betroffen

Die Hmong-Familien, die sich in Laos teils über Jahrzehnte in den Wäldern verstecken mussten, werden von Thailand als gewöhnliche "Wirtschaftsflüchtlinge" eingestuft. Gleichzeitig verweigerte Bangkok dem Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) den Zugang zu den Lagern. Deren Direktor, Antonio Guterres, forderte nun das Königsreich Thailand auf, die Abschiebung der rechtlosen Hmong sofort zu stoppen. Bereits vor zwei Jahren wollte Thailand die Flüchtlinge zurückschaffen, verzichtete aber aufgrund des internationalen Aufschreis.

Der Start der Rückschaffung nach Laos hat sofort zu ersten internationalen Protesten geführt. Insbesondere reagierte die USA "äusserst konsterniert", wie dies Eric Schwartz, der Flüchtlings- und Migrationsbeauftragte im State Departement ausdrückte.

Die eigentliche Ursache der amerikanischen Empörung geht auf den Vietnamkrieg zurück, wo viele der Hmong als "Montagnards" von der CIA ausgebildet wurden, um in Laos treu gegen die kommunistische Bewegung Pathet Lao zu kämpfen und nach deren Machtübernahme 1975 von den USA mehr oder weniger fallengelassen zu werden. Obwohl in den USA bereits eine grosse Hmong-Gemeinde aus ehemaligen Alliierten lebt, wollten die Amerikaner keine der Hmong aus Thailand aufnehmen.

EU kritisiert Rücksichtslosigkeit

Gegen die laufende Ausschaffung protestierten in Schreiben an das thailändische Aussenministerium ebenfalls Vertreter der Schweizer Botschaft in Bangkok sowie Australien, Kanada, neun US-Senatoren und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Auch die Europäische Union verurteilte die forcierte "Repatriierung" ohne jedes Überprüfungsverfahren und zeigte sich "zutiefst bestürzt". Bangkok solle auf seinen Entschluss zurückkommen und jedenfalls vom Zurückschieben von 158 anerkannten Hmong-Flüchtlingen absehen.

Bislang zeigt sich aber Thailand unnachgiebig. Es beruft sich auf ein Abkommen mit der laotischen Regierung, wonach die Rückschaffung aller aus Laos Geflohener bis Ende Jahr zu erledigen sei. Vientiane seinerseits sicherte den ausgelieferten Männer, Frauen und Kindern eine Amnestie und faire Behandlung zu.

Die betroffenen Hmong fürchten aber nicht grundlos Folter, Greuel und Vernichtung in ihrem Heimatland, das von einem bislang unerbittlich gegen die ehemaligen US-Alliierten vorgehenden kommunistischen Regime geführt wird. So wollen rund 300 in thailändischen Lagern lebende Hmong nicht tatenlos ihre Deportation erdulden und Widerstand leisten, hiess es aus Kreisen der Hmong und ihrer Verteidiger.




Weiterführende Links:
- Menschenjagd in den Bergwäldern von Laos


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Diese Bespiele zeigen, dass die GLP im Kanton Basel-Stadt ebenfalls als linke Partei einzustufen und für Bürgerliche nicht mehr wählbar ist."

Junge SVP Basel-Stadt
in einer Medienmitteilung
zum Stimm- und Wahlrecht für
Ausländerinnen und Ausländer
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Falls das zutrifft, dürfte Katja Christ Bundesrats-Kandidatin Regula Rytz gewählt haben.

RückSpiegel


Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.