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Ethik-Kommission: Ja zu "Sesam" - mit Auflagen

Basel, 19. März 2007

Das umstrittene nationale Forschungsprojekt "Sesam" hat seine wichtigste Hürde genommen: Die Ethik-Kommission beider Basel stimmt der Langfrist-Psycho-Untersuchung zu - allerdings mit teils einschneidenden Auflagen, wie sie heute Montagmorgen in Basel bekannt gab.

Der Nationale Forschungsschwerpunkt "Sesam" (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) will über den Zeitraum von 20 Jahren die psychische Gesundheit von 3'000 Kinder und ihre Familien erforschen. Das erklärte Ziel: "Die komplexen Ursachen aufzudecken, die zu einer gesunden psychischen Entwicklung über die Lebensspanne führen." Das Projekt wolle "dazu beitragen, menschliche Entwicklung und seelische Gesundheit besser zu verstehen". Federführend ist die Universität Basel, Kooperationen sind mit weiteren Hochschulen wie Bern, Genf, Lausanne und Zürich geplant.

Die Ethik-Kommission beider Basel stimmte nun dem Projekt mit 20 gegen eine Stimme zu, wie Präsident Hans Kummer an einer Medienkonferenz ausführte. Allerdings muss der Forschungsschwerpunkt sieben Auflagen einhalten. Die bedeutendste Einschränkung besteht im Verzicht auf eine Entnahme und Untersuchung der genomischen DNA bei Kindern. Zudem sollen Kinder bei Erreichen der Mündigkeit über Vor- und Nachteile des Projekt unterrichtet werden, worauf sie selbst über genetische Untersuchungen entscheiden können. Einschränkungen betreffen ausserdem die Patienteninformationen, aber auch Fragebögen und Versicherungsfragen sowie die vorgesehene Auskunftsgebühr für betroffene Eltern. Überdies muss "Sesam" eine unabhängige Begleitstudie initiieren, die die möglichen Risiken für die Probanden aufspüren soll und der Kommission jährlich Bericht erstatten.

- Der "Basler Appell gegen Gentechnologie" spricht in einer Medienmitteilung von einem "Sieg". Damit fehle dem Projekt ein Schlüsselstein - die genetischen Untersuchungen an Neugeborenen. Den Verzicht auf diese Untersuchungen hatte eine Petition des "Appells" mit 12'000 Unterschriften gefordert. Die Ethik-Kommission habe das Projekt "derart zurechtgestutzt, dass es fraglich ist, welche grundlegend neuen Erkenntnisse 'Sesam' überhaupt noch liefern soll", schreibt die projektkritische Organisation. Der "Basler Appell" gratuliert der Ethik-Kommission "zu ihrer mutigen Beurteilung" und fordert die "Sesam"-Projektleitung auf, "auf das Projekt ganz zu verzichten".

Die SP spricht von einem "weisen Entscheid". Die Bedenken der Partei seien "zum grössten Teil aufgenommen" worden. Das gesamte Vorgehen, der Entscheid und die Auflagen zeigten "einen typisch baslerischen Weg, mit ethischen Problemen sehr kritisch, aber auch pragmatisch umzugehen".



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"Bais steht vor Gewissens-Entscheid"

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