Seuchen: Der Westen ist viel zu wenig vorbereitet

Westliche Staaten nehmen Seuchen wie Ebola viel zu locker. Davor warnt der bekannte Seuchenspezialist Peter Piot am WEF in Davos. Um eine jederzeit mögliche Pandemie zu unterbinden, müssten Seuchen lange vor ihrem Ausbruch bekämpft werden.
Basel, 22. Januar 2015

Der Warner weiss genau, wovon er spricht: Der aus Antwerpen stammende Wissenschaftler Peter Piot entdeckte 1976 das hoch ansteckende, wurmähnlichen Ebola-Virus, welches sich letztes Jahr rasch in Westafrika ausbreitete, zahlreiche Tote forderte, Staats- und Gesellschaftsstrukturen erschütterte und vielerorts die Wirtschaft lahmlegte. Derartiges könne sich auch in den Industrienationen ereignen, jedoch mit ungleich verheerenderen Folgen, warnte der Mikrobiologe und Seuchenspezialist gestern am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos gegenüber der BBC. In den kommenden Tagen will er die Verantwortungsträger aus Politik,  Wirtschaft und Pharmaindustrie für die unterschätzte Gefahr sensibilisieren.

Man dürfe sich keiner Illusion hingeben: Die ungenügend vorbereiteten Industriestaaten würden in "ungeheure Schwierigkeiten" stürzen, sollte über sie eine Pandemie hereinbrechen, wie sie jetzt beispielsweise Ebola in Afrika ausgelöst hat. Peter Piot, der vor Davos zwei Tage in Basel weilte, beschwor die Verantwortlichen, den jederzeit möglichen Ausbruch einer Pandemie – diese breitet sich grenzenlos aus – ernstzunehmen und heute schon auf allen Ebenen die notwendigen Gegenmassnahmen in die Wege zu leiten. Marcel Tanner, Direktor des Swiss Tropical and Public Health Institute (TPH) in Basel, teilt gegenüber OnlineReports die Einschätzung des Belgiers uneingeschränkt: "Peter hat Recht."

Wachsende Gefahr von Seuchenausbrüchen

Es sei offensichtlich, dass die Welt "verwundbarer" werde, sagte Piot, der in der  Weltgesundheitsorganisation WHO den Kampf gegen AIDS leitete. Die Gefahr neuer oder bekannter Seuchen wachse dauernd – aufgrund des Bevölkerungswachstums, der fortschreitenden Mobilität, der Umweltzerstörung und des zunehmenden Kontakts zwischen Tieren und Menschen (beispielsweise durch Wilderei und Abholzungen, die Red.). Er selbst habe Ebola zunächst unterschätzt und sich damals nicht vorstellen können, dass das offensichtlich von Urwaldtieren stammende Virus plötzlich in Städten und anderen Ländern seine Opfer fordern werde.

Werde die Gefahr neuer Seuchenausbrüche ernstgenommen und grenzüberschreitend angegangen, so gibt sich Peter Piot zuversichtlich, könnten Seuchenkatastrophen durchaus verhindert werden. Aber es brauche Investitionen, um frühzeitig neue Impfungen erforschen und neue Behandlungsmethoden entwickeln zu können. Für die nächste Ebola-Pandemie "werden wir eine Vakzine haben", ist der Wissenschafter überzeugt.

Als die immer noch grösste Pandemie wird die Spanische Grippe mit 25 bis 50 Millionen Toten genannt. Ihr folgen: AIDS, Pest, Asiatische Grippe, Hongkong-Grippe, SARS, Vogelgrippe, Cholera und Schweinegrippe. Beunruhigend bleibt: Es gibt noch unzählige Erreger auf diesem Planeten, die nicht bekannt sind und eines Tages plötzlich durch unglückliche Verbindungen ihre für Menschen tödliche Wirkung entfalten können.




Weiterführende Links:
- Ebola-Epidemie: Basel-Stadt wäre für Notfall vorbereitet
- Regenwald-Abholzung fördert Verbreitung von Seuchen
- Neu bei Katastrophen: Warnungen aus der Schweiz
- Vogelseuche-Prävention: Baselland verbietet Vogeljagd
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