Strom für Arme: Solarwürfel soll die Zukunft erhellen

Die Erfindung eines Ingenieurs aus der Nordwestschweiz könnte die Energiebeschaffung revolutionieren. Das Solarprojekt PowerBlox soll zum modular erweiterbaren "Kleinstkraftwerk für jedermann" werden. Die Idee hat Potenzial: Sie wurde gestern Donnerstagabend mit dem Axpo Energy Award ausgezeichnet.
Baden, 31. Oktober 2014

Trotz dem oftmals  gewaltigen Überfluss an Sonnenenergie leiden in den südlichen Ländern Millionen von Menschen an gänzlich fehlender oder völlig unzuverlässiger  Stromversorgung. Nachts fehlt das Licht, Maschinen können nicht betrieben, Handys nicht aufgeladen werden. Allein in Afrika haben zwei Drittel aller Menschen keine sichere  oder überhaupt keine  Stromversorgung. Ohne Strom gibt es keinen Fortschritt, und der Graben zwischen jenen, die Elektrizität haben und den Habenichtsen wird noch breiter, noch tiefer. Ein unhaltbarer Zustand, sagte sich der in Rheinfelden (AG) aufgewachsene Elektroingenieur Alessandro Medici (Bild) während seinen Reisen durch zahlreiche afrikanische und asiatische Entwicklungs- und Schwellenländer.

Bei Aufträgen in Ostafrika verfestigte sich sein Eindruck, dass heute der Strom zu den Grundbedürfnissen des menschlichen Daseins gezählt werden müsste. Wie aber ermöglicht man Menschen mit Kleinsteinkommen den unabhängigen Bezug von günstigem Strom? Wie bekommt man eine zuverlässige und nachhaltige Stromquelle in die abgeschiedensten Gebiete Afrikas, Asiens, Amerikas und selbst Europas? Medici brütete jahrelang über eine Lösung, die neben den technischen auch soziale und politische Fragen berücksichtigte. Nach Einsätzen in Kenia, Tansania und Pakistan entwickelte der Ingenieur in seiner Freizeit einen multifunktionellen Würfel mit dem Namen PowerBlox. Die Idee könnte revolutionäres Potenzial haben.

Ausbaubar nach dem Lego-Prinzip

Was aber bietet die PowerBlox genau? Der Energiewürfel besteht aus einem Solarmodul, mit dem der Strom erzeugt wird. Dieser wird in einer integrierten, langlebigen Batterie gespeichert, um dann beispielsweise in einer Hütte via elektronische Schaltungen am Gehäuse Licht zu spenden, Getränke zu kühlen, Radios zu betreiben, Mobiltelefone aufzuladen.

Möchte beispielsweise jemand einen kleinen Laden betreiben, der mehr Strom erfordert, kann der PowerBlox-Würfel nach dem Lego-Prinzip beliebig an weitere PowerBlox-Module angeschlossen werden. Die Kleinstanlage (www.power-blox.com) hat der afrikaerfahrene Ingenieur so konzipiert, dass sie gegen Staub, Feuchtigkeit und Diebstahl gesichert ist.

Alessandro Medici, der während eines Jahrzehnts seit der Gründung 1996 für Webdesign und Informatik von OnlineReports zuständig war und an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz studiert hatte, will nun seinen Energiewürfel so rasch wie möglich zur Marktreife bringen. Dabei unterstützen ihn der Badener Architekt Reto Miloni und der  Informatikspezialist Armand Martin.

"Jetzt gehen wir voll in die Entwicklung", freute sich Medici heute auf Anfrage  gegenüber OnlineReports. "Wir tragen ja seit gestern Abend auch eine Riesenverantwortung." Warum? Weil das PowerBlox-Team mit seinen technischen, marktorientierten und sozialpolitischen Argumenten die Energiespezialisten und Jurorinnen des Axpo Energy Award 2014 zu überzeugen wusste. Diese erkürten die "PowerBloxer" aus 300 Mitbewerbenden zum Siegerteam.

Von der Alphüte bis zum Flüchtlingscamp

Der Preis für Start-ups an "Jungunternehmer mit innovativen Geschäftsideen" (Axpo) in der Energiebranche ist mit 50'000 Franken dotiert. Gemäss Medici sei das Interesse von Fachleuten an seiner Würfelkiste "enorm". Dieses dürfe "natürlich nicht enttäuscht werden", meinte der 46-jährige, in Laufenburg (AG) lebende Erfinder. Bis Ende 2016 soll der Energiewürfel marktreif sein, was noch enorme Anstrengungen voraussetze.

Medici will auch aus ethischen Gründen keine Zeit verlieren. "Die Milliarden Menschen ohne Stromversorgung brauchen eine bezahlbare Energiequelle, die überall installiert werden kann." Einmal produziert, soll die Energiekiste zunächst in Kenia und Tansania eingesetzt werden, wo Medici bereits eine Solarfirma betreibt, die Dörfern, Lodges und Rangerposten hilft, auf Solarenergie umzustellen.

Allerdings hat PowerBlox, sollte es im Sinne seines Entwicklers produziert werden, noch ein weit grösseres Potenzial. Denn mobile Energie-Einheiten dieses ausbaubaren Kleinkalibers fehlen überall, sogar in den Alphütten. Auch hier könnten sie gebraucht werden. Überdies hat Medici bereits jetzt weitere wohl dankbare Abnehmer im Auge: Spitäler, Schulen oder Organisationen, die Flüchtlingslager unterhalten.

Dass sein "Energiewürfel für jedermann" auch das Fundament der grossen Energiekonzerne in Entwickungsländern erschüttern könnte, ist dem Nordwestschweizer durchaus bewusst. Aber, gibt Medici zu bedenken: "In den Etagen der grossen Konzerne sitzen ja auch Leute, die weiter denken und der Dezentralisierung des Energiemarktes wohlwollend gegenüber stehen. Der beste Beweis ist doch nun auch dieser Preis, den wir gerade erhalten haben. Zudem bin ich überzeugt: Nur zusammen schaffen wir eine lebenswerte Zukunft!"



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"Der FCB startet am 20. Juni in Sion in die Meisterschaft."

Basler Zeitung
vom 21. Juni 2019
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Der Stehsatz hat so seine Tücken.

RückSpiegel


In ihrem Artikel über die Solidarisierung von BVB-Mitarbeitenden mit einem BaZ-Redaktor nahm Prime News auf einen früheren OnlineReports-Beitrag Bezug.

Die Badische Zeitung nahm die OnlineReports-News über den Wechsel von Orthopäden vom Bruderholz-Spital in die Allianz von Universitätsspital Basel und Bethesda-Spital auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.