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ABB-Konzern gefährdet Penan-Indigene in Sarawak

In den Hilfs-Appellen der von Staudämmen bedrohten Urbevölkerung in Malaysias Sarawak schwingen auch erschreckende Klagen gegen den schweizerisch-schwedischen Konzern ABB mit.
Basel, 5. November 2013

Selbstverständlich will es Geld verdienen, das Energietechnik-Unternehmen ABB. Im fernen Sarawak auf der malaysischen Insel Borneo beteiligt sich ABB derzeit an einem Projekt mit zwölf riesigen Staudämmen. Dank der Beteiligung von ABB sollen über 1'600 Quadratkilometer Regenwald unter Wasser gesetzt werden. Und weil in diesen Wäldern Menschen und Tiere leben, müssen diese die Flucht ergreifen.

"Zehntausende" menschlicher Regenwaldbewohner, vorwiegend vom Volke der Penan, würden vertrieben, alarmiert heute Dienstag der Bruno Manser Fonds (BMF) in einer Medienmitteilung die Öffentlichkeit. Und er klagt an: "ABB-Geschäftspartner Sarawak Energy, der malaysische Staudammentwickler, verletzt systematisch die Rechte der betroffenen Indigenen. Sehr akut ist die Lage am Murum-Staudamm, für welchen die ABB die Turbinen-Steuerung und andere technische Elemente liefert."

Konkret ist die Rede vom beinahe fertig gestellten Murum-Staudamm. Dessen Bau wie jener des geplanten Baram-Staudamms führte in den letzten Wochen zu Volksaufständen. Die von ABB mit der Lieferung der Turbinen-Steuerung in die Notlage gestossenen Urwaldbewohner hätten genug von den leeren Versprechungen und der Verletzung ihrer Rechte, von den lausigen Entschädigungszahlungen und von der Vertreibung aus ihrer Heimat ohne einen richtigen Gegenwert, beschreibt der BMF das Elend und die Menschenrechtsverletzungen, die vor einem Jahr schon die Penan zur Blockierung der Arbeiten am Staudamm trieben.

Ignorierte Indigene überrollt

Die Sarawak Energy, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat und sich in der Hauptstadt Kuching "als Konzern des Volkes von Sarawak" ausgibt, fühlt sich offensichtlich auch ganz daheim im abgelegenen Penan-Gebiet. So liess Sarawak Energy am 21. September 2012 einfach das Reservoir fluten, ohne die Einheimischen zu informieren.

Diese scheinen, wie einst in den alten Zeiten der Kolonisierung, nichts wert zu sein. Denn laut BMF wurden die Waldbewohner erst nach dem Baubeginn "konsultiert", wurde eine "Umweltverträglichkeitsstudie" erst nach dem Start der Regenwaldzerstörung gemacht und wurden die Penan nicht einmal rechtzeitig und richtig über ihre an fernen Bürotischen beschlossene Umsiedlung orientiert.

Und jetzt, da sich die auch mit Schweizer Industriehilfe überrannten Indigenen mit Blockaden (Bild) zu wehren begannen, liessen Sarawak Energy und die Regierung von Ministerpräsident Taib Mahmud Spezialeinheiten der Polizei aufmarschieren und Protestierende festnehmen.

ABB, ruft der BMF in Erinnerung, zog sich in den späten neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch wohlweislich aus dem internationalen Baukonsortium zurück, das in Sarawak mit dem Bakun-Staudamm ein "Monument der Korruption" realisierte, wie Transparency International festhielt. Unterdessen haben sich aber sogar internationale Konzerne wie Hydro Tasmania, Rio Tinto und Norsk Hydro ganz aus Sarawak abgesetzt. Ihnen waren die verheerende Menschenrechtslage, die fragwürdige Wirtschaftlichkeit sowie das Risiko rechtlicher Verfolgung nicht mehr geheuer.

ABB beschwört Nachhaltigkeit

Und die diesmal ausharrende ABB? Für sie könnte sich nach Auffassung von Lukas Straumann, Geschäftsführer des BMF, der Schulterschluss mit Sarawak Energy "zu einem Bumerang" entwickeln, zumal sich Stephen Pearce, Chef von ABB-Malaysia, gerne mit Potentat und Milliardär Taib Mahmud zeigt, gegen den in verschiedenen Ländern Untersuchungen wegen Korruption laufen. Immer noch wartet der BMF auf eine im August per Brief an ABB erbetene Stellungnahme im Zusammenhang mit den Bauaktivitäten und Menschenrechten in Sarawak. Aber der Konzern schweigt.

Für den Bruno Manser Fonds, der die Penan auch rechtlich unterstützt, ist dennoch klar: ABB sollte sich sofort aus Sarawak zurückziehen – bevor es seinen Ruf noch ganz ramponiert. Dass ABB wissen dürfte, worum es geht, lässt sich an seinen auf Papier festgehaltenen Grundsätzen ablesen. Nachhaltigkeit, steht dort, sei ein integraler Bestandteil aller Geschäftsaktivitäten – und die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten in sämtlichen Business-Entscheiden verankert. Die Penan beim Murum-Staudamm in Sarawak aber machen gerade völlig gegensätzliche Erfahrungen.




Weiterführende Links:
- Jetzt vertreiben auch Staudämme Urvölker im Regenwald
- "Staudämme sind das Ende unserer Lepcha-Kultur"
- Riesenstaudamm Belo Monte bedroht 20'000 Indianer
- Schweizer Kapital fördert Unterdrückung der Indigenen
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Dieser Sattel muss einiges an Gewicht ausgehalten haben.

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