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Regierung: Elisabeth Ackermann ist die grüne Kandidatin

Die Basler Grünen steigen mit der früheren Grossratspräsidentin Elisabeth Ackermann in die Regierungswahlen. Die 52-jährige Musiklehrerin soll den Sitz des zurücktretenden grünen Regierungspräsidenten Guy Morin verteidigen.
Basel, 14. März 2016

Diesen Entscheid trafen die Grünen heute Montagabend an ihrer Nominationsversammlung auf Antrag des Vorstandes, der seiner Basis die Einerkandidatur von Elisabeth Ackermann (Bild links) empfahl. Die bevorstehende Nomination zeichnete sich schon aufgrund der gewählten Sitzordnung ab, als die Grossrätin in der vordersten Reihe neben dem scheidenden Regierungspräsidenten Guy Morin (Bild Mitte) Platz nahm. Die beiden ebenfalls im Gespräch stehenden Grossräte Thomas Grossenbacher und Michael Wüthrich sassen gemeinsam etwas fernab (Bild rechts aussen).

Stimmen der Enttäuschung

Der prononcierte Öko-Politiker Wüthrich hatte seine Bereitschaft zur Kandidatur im Vorfeld zurückgezogen, als der Vorstand als Empfehlungs-Kriterium unter anderem auch die Bereitschaft zur Übernahme des Präsidialdepartements nannte. "Dieses Departement ist nicht mein Ding", begründete der Gymnasiallehrer seinen Verzicht.

Ganze 57 Minuten dauerte die von Ko-Präsidentin Mirjam Ballmer geleitete Nominationsversammlung, in der sich die Diskussion über Kandidaten – analog zum Vorgehen der Liberalen – angesichts des Einervorschlags des Vorstandes erübrigte. Laut wurde in Stimmen einzig die Enttäuschung darüber, dass die gut vierzig Parteimitglieder die Nomination Ackermann "nur noch abnicken" konnten, wie sich eine Votantin ausdrückte.

"Staatsmännischer" Männer-Rückzug

Hatte Wüthrich mit seiner Verzichtserklärung von allem Anfang an Klarheit geschafft, gab Grossenbacher an der Versammlung seinen Rückzug bekannt, ohne seine Enttäuschung über die Einer-Empfehlung des Vorstandes zu verhehlen. Er liess sich auch von Aufrufen aus der Mitte der Versammlung, doch noch eine echte Wahl durch die Basis zu ermöglchen, nicht von seinem Verzicht abbringen.

Sowohl Wüthrich wie Grossenbacher begründeten ihr Ausscheiden äusserst souverän ohne geringste Spitzen gegen die Parteiführung. Vielmehr bezeugten sie gegenüber der Frauen-Kandidatur Ackermann ihre Loyalität, was ihnen aus der Mitte der Versammlung das Lob eintrug, "staatsmännisch" gehandelt zu haben. Wiederholte Hinweise auf die starke Medien-Präsenz – "Basta" nominierte zur selben Zeit Grossrätin Heidi Mück unter Ausschluss der Öffentlichkeit – lassen darauf schliessen, dass die von ihrer Herkunft her basisdemokratisch entscheidenden Grünen mit der top-down-Empfehlung der Führung Richtungsdiskussionen abwenden und die Partei geeint in die Wahlen führen sollen.

Ackermann soll sich grün profilieren

Nachdem die Riehener Grüne Marianne Hazenkamp die Favoritin mahnte, doch bitte "auch die grünen Anliegen" in den Wahlkampf mitzunehmen, sah sich Elisabeth Ackermann zum Bekenntnis veranlasst: "Ich war schon immer grün." Dies sei aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK), in der das Schwergewicht auf Finanzpolitik liege, vielleicht nicht so deutlich zum Ausdruck gekommen. Sie sei "in der AKW-Bewegung politisiert" worden.

In ihrem kurzen programmatischen Abriss machte sich die frischgekürte Kandidatin unter anderem gegen Sparpläne bei Bildung und Kultur und gegen weitere Steuersenkungen stark. Der grüne Sitz sei nur schon deshalb wichtig, weil bei einem Verlust "grüne Anliegen ins Hintertreffen geraten", sagte die Mutter zweier erwachsener Kinder, die seit 2006 im Grossen Rat sitzt. Sie wolle als Regierungsrätin "nicht nur verwalten, sondern auch gestalten", sagte Ackermann und meine eine Palette von der Bioabfall-Entsorgung über Verbesserung der Velowege bis zu "ökologisch vorbildlichen Quartieren".

Fünfer-Ticket: Überdosis an Hoffnung

Schon vor Wochen hatte die letztjährige Grossrats-Präsidentin und Musiklehrerin am Liestaler Gymnasium in informellen Gesprächen ihr Interesse am Präsidialdepartement bekundet, für das sie sich durch ihre Interessen für prädestiniert hält. Würde sie Erziehungsdirektorin, würde sie "die Struktur des Departements überprüfen".

Die Basler Sozialdemokraten treten mit ihren drei bisherigen Amtsträgern an. Mit den Ansprüchen von Grünen und "Basta" (im "grünen Bündnis" zusammengeschlossen) geht Rot-Grün mit einer Überdosis an Hoffnung mit einem Fünfer-Ticket in die Wahl um sieben Regierungsräte. Mirjam Ballmer sagte, mit dieser Konstellation habe Basel die Chance, die links-ökologische "Erfolgsgeschichte" noch dezidierter fortzuschreiben.

Kommentar vom 15. März 2016: "Elisabeth Ackermann hat die besseren Karten"




Weiterführende Links:
- "Basta" will mit Grossrätin Heidi Mück in die Regierung
- Regierung: Rot-Grün kommt mit Fünfer-Kandidatur
- SP lässt Katze aus dem Sack: Alle drei kandidieren erneut


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"Regula Wecker"

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vom 27. August 2019
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Beinahe: Die Forscherin heisst Regina.

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