Mutmasslicher Dschihadist bleibt in Ausschaffungshaft

Der unter Dschihadismus-Verdacht stehende Iraker A. J. (24) muss drei weitere Monate im Basler Ausschaffungs-Gefängnis bleiben. Dies entschied heute Montagnachmittag die für Ausländerfragen zuständige Einzelrichterin.
Basel, 24. Oktober 2016

"An der Situation hat sich nichts verändert", beschied Richterin Saskia Schärer dem jungen mutmasslichen Dschihadisten A. J., der am 14. Juli in Basel verhaftet wurde und seit dreieinhalb Monaten im Ausschaffungs-Gefängnis Bässlergut sitzt. Im Gegenteil: Das Verwaltungsgericht hat in der Zwischenzeit entschieden, dass der junge Mann den rechtskräftigen Wegweisungs-Entscheid nicht in der Schweiz abwarten darf. Dagegen kämpft er zwar beim Bundesgericht an.
 
Keine Angaben zur Wohnung und Studium
 
Im kargen Gerichts-Sälchen des Bässlergut-Gefängnisses sagte der Häftling, der in Basel zur Schule ging, er wolle in Basel seine Pharmazie-Studium fortsetzen, das er vor seinem vermuteten längeren Aufenthalt im Nordirak begonnen hatte. Es zeigte sich aber, dass er sich während seines Gefängnis-Aufenthalts um wichtige persönliche Angelegenheiten nicht gekümmert hatte. Seine Wohnmöglichkeit bei einem Onkel in Deutschland – sollte er freigelassen werden – hatte er ebenso wenig organisiert wie neue Kontakte zur Universität.

Da sich der Iraker deutlich länger als ein halbes Jahr ausserhalb der Schweiz aufhielt, erlosch seine Aufenthaltsgenehmigung. Diese Punkte unterstrich Semih Kutluca, Leiter Zwangsmassnahmen im Basler Migrationsamt, nochmals vor der Richterin. Weiter verwies er auf die Akten, die für Medien und Bevölkerung nicht einsehbar sind.

Elisabeth Vogel, die Anwältin des Gefangenen, versuchte glaubhaft zu machen, dass er sich einer regelmässigen Meldepflicht unterziehen würde. Zudem könne der Häftling nicht ausgeschafft werden, da der Nordirak keine Landsleute zurücknehme. "In seinem Heimatland droht Inhaftierung und Folter", erklärte die Verteidigerin. A. J. behauptete, im Irak werde nach ihm gefahndet. Einen Beleg dafür konnte er aber nicht vorlegen. Die Situation sei für ihn durch die kürzliche Berichterstattung der Medien sogar noch gefährlicher geworden.
 
Anhaltende Gefahr des Untertauchens
 
Im Gefängnis ginge es ihm zwar psychisch gut, aber er sei traumatisiert, antwortete der Iraker auf eine Frage der Richterin. Er sass in einem langärmligen Pullover und Trainerhosen am Tisch. An seinen Füssen trug er graue Socken, die wiederum in klassischen Badelatschen steckten. Seine Körperhaltung wirkte demütig und in sich gesunken. Er sprach leise, aber in gutem Hochdeutsch.
 
Die Richterin stimmte der Haftverlängerung bis 13. Januar 2017 zu bezeichnete den Entscheid des Migrationsamtes als "rechtmässig", denn es bestehe "Untertauchungs-Gefahr". Dies nicht zuletzt, weil A.J. keine Wohnadresse nennen konnte. Nach dem Ablauf von sechs Monaten im Gefängnis sei eine Haftverlängerung nur noch unter strengeren Auflagen möglich.

"Verzögerung selbst herbeigeführt"

Zur Frage, ob eine Wegweisung in den Irak zumutbar sei, sagte die Einzelrichterin: "Es gibt keine Anhaltspunkte, dass diese Frage nicht oder falsch geprüft wurde." Weiter sah sie keine Verletzung des sogenannten Beschleunigungsgebots. Die Behörden hätten die Entscheide innert nützlicher Frist gefällt. Verzögert habe höchstens der Gefangene selbst, indem er erst am letzten möglichen Tag seinen Rekurs ans Bundesgericht eingereicht habe.
 
Der mutmassliche Basler Dschihadist kann frühestens in einem Monat ein Haftentlassungs-Gesuch stellen. Zudem kann er gegen den heute ergangenen Entscheid ebenfalls das Bundesgericht anrufen.




Weiterführende Links:
- Ein Basler Dschihadist hält die Behörden auf Trab
- Verhafteter Basler Dschihadist will nach Deutschland
- Basler Dschihadist wehrt sich an allen Fronten
- Zwei Festnahmen bei Kontrolle in der König Faysal-Moschee


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Weitere RückSpiegel

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"Seit der Spieler-Revolte Anfang Dezember hat das Team von Marcel Koller aus sieben Spielen ein Unentschieden und sieben Siege geholt."

BZ Basel
vom 28. Februar 2019
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Die Revolte hat auch Rechenkünste beflügelt.

In einem Satz


• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.

Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

Anna Ott gibt das Amt als Vizepräsidentin der Grünen Baselland aufgrund ihres Masterstudiums in Nordeuropa ab; eine Nachfolge steht noch nicht fest.

• Das von der Fondation Franz Weber massgeblich unterstützte Referendum gegen ein Ozeanium auf der Basler "Heuwaage" ist mit 4'649 Unterschriften zustande gekommen.

• Der Reinacher Gemeinderat hat beschlossen, ab Februar 2019 mit einem neuen TV-Sendeformat zu starten, das wöchentliche Fernsehsendungen mit Inhalten aus Gemeinde und Vereinen bietet.

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• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.