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Basler Bürgerspital darf grünen Innenhof überbauen

Das Basler Appellationsgericht schützt einen Entscheid der Baurekurskommission: An der Maiengasse darf der grüne Innenhof verbaut werden.
Basel, 1. Juni 2016

"Stadthaus im Park" – so lautet der verheissungsvolle Name des geplanten Wohnhauses an der Maiengasse. Nach dem Entscheid des Appellationsgerichts von gestern Mittwoch kann nun das Basler Bürgerspital auf seiner Parzelle das geplante vierstöckige Wohnhaus realisieren. Gegen dessen Bau hatte die Anwohnerschaft Rekurs eingelegt mit der Begründung, dass der Neubau überdimensioniert sei, sich nicht in die historische Häuserzeile einfüge und zu weit über die Baulinie in den letzten noch unverbauten grünen Innenhof rage.

Argument Wohnraum-Interesse

Nach Informationen von OnlineReports wies die zweite Instanz diesen Rekurs ab und bestätigte das Urteil der Baurekurskommission. Sie hatte 2014 entschieden, dass der Neubau den gesetzlichen Bestimmungen im Sinne einer Ausnahme zugunsten von neuem Wohnraum entspreche.

Das Appellationsgericht hat diesen Entscheid nun vollumfänglich unterstützt. Das heisst: Ein moderner Glasbau mit Flachdach, der quer zur historischen Häuserzeile in die Baulücke zu stehen kommt, darf mit dieser Ausnahmebewilligung gebaut werden. Diese wird dann erteilt, wenn das öffentliche Interesse an der Schaffung von mehr Wohnraum überwiegt.

Ob der Fall ans Bundesgericht weitergezogen wird, wollen die Anwohner nach Vorliegen des schriftlichen Urteils entscheiden.

Grüne Höfe verschwinden: Verdichtung um jeden Preis?

Es scheint in Basel eine bedenkliche Tradition zu werden – rot-grüne Regierung hin oder her: Ausnahmebewilligungen werden zugunsten von Investoren erteilt, die so den ohnehin knappen Grünraum in Basler Quartieren mit überdimensionierten Wohnhäusern überbauen können. Auch im Gundeldinger-Quartier wurde es letztes Jahr einem privaten Investor so ermöglicht, einen grünen Hinterhof zu überbauen (OnlineReports berichtete). Betroffene Anwohnerinnen versuchten damals, mit einer Petition das Bauvorhaben zu stoppen – was nicht gelang.

Immerhin regte "Basta"-Grossrätin Brigitta Gerber als Präsidentin der Petitionskommission damals im ihrem Bericht an, auf politischer Ebene zu diskutieren, inwiefern sich das verdichtete Bauen und das Überbauen von Hinterhöfen widersprechen und deshalb die Vorschriften über den Grünanteil in Hinterhöfen zu überdenken seien.

Ob die Grünen das Thema Ausnahmenbewilligung in der Bau- und Raumplanungskommission thematisieren werden – wie die zurückgetretene grüne Grossrätin Mirjam Balmer die Initiantinnen damals auf deren Anfrage wissen liess – bleibt abzuwarten.

Gibt es in Basel weitere Pläne zur Überbauung grüner Innenhöfe? > Hier melden




Weiterführende Links:
- Basler Bürgerspital plant Wohnungsbau in geschütztem Innenhof
- Ein geplanter Neubau steht quer im Grünen
- Gundeli-Hinterhof wird überbaut: Petition ist erledigt
- Petition Gundeldingerstrasse: Hinterhof soll grün bleiben


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"So werden Quartiere entwertet"

Es ist echt traurig, wie in der Schweiz um eines nicht nachhaltigen, wirtschaftlichen Wachstums willen städtebauliche Fehler wiederholt werden. Man wähnt sich in der Hochkonjunktur, wo ganze Quartiere auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft wurden und gewachsene, qualitativ hochstehende Stadtquartiere mit Banlieue-Bauten entwertet worden sind.

Hätte man in Basel zwischen 1945 und 1980 rücksichtsvoll renoviert statt "saniert" (der Begriff ist schon ein Hohn), wäre die Stadtbevölkerung heute (vielleicht) kleiner, aber die Gesellschaft gesamthaft gesehen kompakter, gesünder und unproblematischer.

Wer Banlieue-Architektur baut, erhält Banlieue-Bewohner mit Banlieue-Problemen. Dass qualitatives, nicht quantitatives Wachstum zentral wäre, scheinen dem Baudepartement – und den Steuerbehörden – entgangen zu sein. Ein Grossteil der heutigen Sozialausgaben hängen direkt mit der architektonischen Entwertung Basels zusammen.

Als ob's die Hochkonjunktur-Barbarei nie gegeben hätte, werden nun architektonisch belanglose Hochhäuser in der ganzen Stadt gebaut, Bauzonen aufgestockt und ganze Strassenzüge dem Untergang geweiht, architektonisch und städtebaulich unsensible Aufstockungen propagiert – und wie an der Maiengasse und an der Gundeldingerstrasse (Hinter-)Höfe zubetoniert.

Aber was wundert mich das? In einer Stadt, in der ein Agronom für die "Stadtplanung" verantwortlich ist, kann nur ein solches Desaster rauskommen. Vielleicht sollte sich unsere Stadt bei Novartis kundig machen, wie Planung aussieht. Novartis konnte sich einen qualifizierten Stadtplaner für seinen Campus leisten. Das sollte auch für Basel möglich sein.


Hugo Reichmuth, Basel




"Lebensqualität wird der Rendite geopfert"

Ein unsäglicher Entscheid, einmal mehr wird Lebensqualität der Rendite geopfert. Ein erneuter Backlash, der vor dem Hintergrund der glorreichen Basler Hof-Rückeroberungs-Initiative empört. Qualitative bauliche Verdichtung sieht anders aus. Es wäre naiv zu glauben, von der Hofzerstörung profitiere die Volksgesundheit.

In diesen Tagen singen in Zürich zum sechsten Mal fünfzundsechzig Chöre in über hundert Höfen für eine artgerechte Haltung der Stadtmenschen. In einem Genossenschaftshof haben auch schon Basler und Zürcher Chöre gemeinsam Liebeslieder gesungen! Die seit zehn Jahren in verschiedenen Städten aktive Nachbarschaftsinitiative HOFgesang – lässt die Höfe erklingen und damit die Frage anklingen, welche Bedeutung die Stadt diesen kostbaren Zwischenräumen geben möchte, die von Bau- und Parkplätzen, oder die von Lebensräumen. Höfgesänge konnten bisher die Marktmechanik nicht aus den Angeln heben, aber Gesang machte schon Vieles möglich, was Viele nicht für möglich hielten.


Andreas Diethelm, Initiant HOFgesang, Zürich




"Keine unabhängige richterliche Behörde mehr"

Die Baurekurskommission und das Appellationsgericht sind Kopfnickergremien zugunsten der Regierung und der Baulobby und keine unabhängige richterliche Behörde mehr. Das haben sie immer wieder in den letzten Jahren mit ihren Entscheiden gezeigt. Offenbar soll Basel auf dem schnellsten Wege zu einem Klein-Shanghai werden, wie das der Regierung vorschwebt. Man hat den Eindruck, sie will auch gerade das chinesische Regierungssystem übernehmen, wo der einzelne Untertan nichts mehr zu sagen hat und die Gerichte erst recht nicht.


Alexandra Nogawa, Basel



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Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
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"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
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Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".