Schweiz soll Vermögen von Sarawaks Taib einfrieren

Jetzt wird der Schweizer Bundesrat mit den Milliarden-Geschäften von Sarawaks Regierungschefs Abdul Taib Mahmud konfrontiert: Der Bruno Manser Fonds verlangt von der Landesregierung das sofortige Einfrieren "sämtlicher Vermögenswerte" des Milliardärs und seiner Familienangehörigen, "um sie später der Bevölkerung von Sarawak zurückzuerstatten".
Basel, 22. März 2011

Ein widerwärtiges Thema: In seinem Brief vom 17. März 2011 an Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey bittet der Bruno Manser Fonds (BMF) die Schweizer Regierung um Unterstützung für seine globale Kampagne zur Einfrierung und Rückerstattung der "unrechtmässig erworbenen Vermögenswerte", die sich der Chief Minister des malaysischen Bundesstaates Sarawak angeeignet haben soll.

Dem zweiseitigen Schreiben wurde gemäss einer heute verschickten Medienmitteilung des BMF eine Liste mit den Namen von 43 Familienmitgliedern des Taib-Clans beigelegt. Durch die Abholzung der Regenwälder, durch "Landraub und Korruption" habe Abdul Taib Mahmud (75) seit 1981 "ein geschätztes Vermögen von mehreren Milliarden Franken angehäuft, das systematisch ins Ausland verschoben wurde", schreibt der BMF. Recherchen hätten überdies ergeben, dass "mindestens 49 Firmen in acht Ländern eng mit der Taib-Familie verbandelt sind".

Schweizer Grossbanken als mögliche Partner


Taib soll auch in der Schweiz über namhafte Vermögen verfügen. Seine Nichte Elia Geneid Abas unterhalte "enge Beziehungen zur Schweiz" und sei auch mit einem Schweizer verheiratet. Die Regierung Sarawaks habe ihr sogar Plantagenkonzessionen (10'000 Hektar) übereignet, "die indigenen Gemeinden weggenommen wurden", so die Basler Menschenrechtsorganisation.

Damit angesprochen sind auch die Schweizer Grossbanken. Die UBS wird im Brief an die Bundespräsidentin aufgrund von "Hinweisen" namentlich erwähnt, weil sie nachgewiesenermassen mit der Regierung Sarawaks und dem Taib unterstellten Finanzdepartement auch schon Transaktionen abgewickelt haben soll. Auch bei der Credit Suisse gebe es Hinweise, dass sie von Mitgliedern des Taib-Clans in Anspruch genommen werde, erklärte BMF-Direktor Lukas Straumann gegenüber OnlineReports.

Petition für malaysische Botschaft

Der zurzeit auch über eine internationale Kampagne angeprangerte Regierungschef Sarawaks löste gestern sein Parlament auf und feiert am kommenden Freitag sein 30. Amtsjubiliäum. Just zu diesem Zeitpunkt will der BMF in der malaysischen Botschaft zu Bern vorstellig werden und dieser im Rahmen einer Kundgebung um 11 Uhr eine von 20'000 Personen unterzeichnete Petition übergeben.

Verlangt wird darin eine Untersuchung der – als befangen geltenden – malaysischen Antikorruptionsbehörde MACC gegen Taib sowie eine Einfrierung und Rückerstattung "der unrechtmässig erworbenen Vermögen von Taib". Im Rahmen der vom Bruno Manser Fonds koordinierten Kampagne haben seit Ende Februar bereits Proteste vor Taib-Immobilien in London, Ottawa, Seattle, San Francisco und Sydney stattgefunden.

Taib ist für Bundesrat ein alter Bekannter


Der schwerreiche Chief Minister Sarawaks soll laut Oppositionskreisen in Malaysia nicht nur die malaysische Antikorruptionsbehörde im Sack haben, er soll mit regelmässigen Zuwendungen auch Malaysias Premierminister Najib Razak an seinem Reichtum teilhaben lassen.

Taib Mahmud hat die Schweizer Innen- und Aussenpolitik schon zu Zeiten des 2000 in Sarawak verschollenen Regenwaldschützers und Menschenrechtlers Bruno Manser über Gebühr beschäftigt. Manser hatte aufgrund seiner jahrelangen Beobachtungen in den Regenwäldern der Penan-Ureinwohner immer wieder Taib Mahmud als "Haupttäter" und die stärkste Kraft hinter den Abholzungen der Urwälder durch die Holzindustrie und den Landraub an den Indigenen bezeichnet.

"Landraub unglaublichen Ausmasses"

Auch Mansers tollkühne Friedensaktion mit einem motorisierten Gleitschirm über Taibs Palast vom 29. März 1999, sein absichtliches Sich-verhaften-lassen und seine sofortige Ausschaffung aus Malaysia galten dem sich gegenüber den arg bedrängten Penan stets taub und blind stellenden Machthaber.

Dessen Verhalten und dasjenige seines Clans haben sich seither nicht geändert, dafür aber die Taktik des BMF. Lukas Straumann und sein Team versuchen weltweit Fakten zu sammeln, die Taib nach seiner Regierungszeit vor Gericht und ins Gefängnis bringen sollen.

Straumann zu OnlineReports: "Landraub und Korruption durch ganze wenige Leute haben in Sarawak unglaubliche Ausmasse angenommen. Das wird zunehmend von der Opposition thematisiert – und das darf vom Bundesrat und dem Finanzplatz Schweiz nicht mehr länger ignoriert werden."




Weiterführende Links:
- Sarawak-Milliardär Taib als Geldwäscher verklagt
- UBS soll Holzkonzern-Schmiergelder gewaschen haben
- Penan konfrontieren Richter mit Urwaldzerstörungen
- Waldschützer Manser in Sarawak verhaftet
- Uno-Korruptionsvorwürfe: Mark Pieth untersucht
- Schweizer Tresore sind nicht mehr dicht
- Migros zeigt Flagge und verklagt Palmöl-Frevler
- Nestlés Palmöl-Offensive gegen die Regenwaldzerstörung
- Regenwald-Schützer Bruno Manser offiziell für tot erklärt


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"Kilomattstunde"

OnlineReports.ch
in einer Meldung
vom 30. Mai 2018
über Wind-Energie
in der Region Basel
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Kein Wunder bei diesen lauen Lüftchen.

RückSpiegel


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In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".