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Schweizer Rechtshilfegesuch: Malaysia in der Bredouille

Die Schweizerische Bundesanwaltschaft versucht etwas Licht in den malaysischen Korruptionssumpf zu bringen. Dessen trübes Wasser schwappt bis in die Schweizer Geldinstitute.
Bern/Basel, 30. Januar 2016

Erfolg für den Bruno Manser Fonds (BMF) und die britische Investigativ-Journalistin Clare Rewcastle Brown vom "Sarawak Report": Sie kamen aufgrund ihrer Nachforschungen beim malaysischen Staatsfonds 1MDB zum Schluss, dass selbst Malaysias Premierminister Najib Razak in einem happigen Korruptionsfall verstrickt sein musste. Die schweizerische Bundesanwaltschaft will den Vorwürfen nach eingehender Prüfung auf den Grund gehen und "in den nächsten Tagen" ein Rechtshilfeersuchen an Malaysia richten. Dies ist den beiden Medienmitteilungen der Bundesanwaltschaft und des BMF zu entnehmen.

Die Meldung hat international eingeschlagen und heute Samstagmorgen früh auf BBC bereits Platz eins der meistgelesenen Artikel erobert (Bild). Am Anfang der Geschichte steht eine Strafanzeige, die der BMF erstmals im Dezember 2014 erstattet hatte. Hierauf eröffnete die Bundesanwaltschaft am 14. August 2015 ein Strafverfahren gegen zwei ehemalige Organe des verdächtigen Staatsfonds sowie gegen Unbekannt wegen Bestechung fremder Amtsträger, ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Die Bundes-Anwälte präzisieren: "Die Strafuntersuchung hat ernsthafte Anhaltspunkte für eine Veruntreuung zum Nachteil von Gesellschaften des malaysischen Staates ergeben. Die mutmassliche Veruntreuung betrifft Gelder, welche für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Malaysias bestimmt gewesen wären. Bisher sind in diesem Zusammenhang vier strafrechtlich relevante Sachverhalte (im Zusammenhang mit Petrosaudi, SRC, Genting/ Tanjong und Admic) in der Zeit von 2009 bis 2013 bekannt, es handelt sich jeweils um ein systematisches Vorgehen mittels einem ausgeklügelten Finanzkonstrukt."

Ungemütliches für Generalstaatsanwalt

Die Höhe der zwischen 2009 und 2013 mutmasslich veruntreuten und teilweise auf Schweizer Banken gelandeten Gelder belaufen sich auf rund vier Milliarden US-Dollars. "Deren Zweckbestimmung ist Gegenstand der weiteren Untersuchung", schreibt die Bundesanwaltschaft. Die Schweizer Justiz fährt mit dem Rechtshilfeersuchen indirekt auch in die Parade von Malaysias Generalstaatsanwalt Mohamed Apandi. Der hatte eben – entgegen den Antrag der Antikorruptionsbehörde – erklärt, er werde gegen Malaysias Premier Najib Razak wegen einer 681-Millionen-Dollar-Zahlung auf dessen persönliches Bankkonto kein Strafverfahren einleiten. Ein lausiger politischer Entscheid, wie die Kritiker Razaks meinen.

Der Bruno Manser Fonds zeigt sich glücklich, dass nun die "Schweizer Justiz zur Aufklärung der tiefgreifenden Korruption auf höchster Regierungsebene in Malaysia" aktiv wird. Gerade jetzt, wo sich nun der in die Enge getriebene Premier Najib Razak "offensichtlich" seiner Gegner in Politik und Medien zu entledigen versuche. Man erwarte sodann, "dass auch die involvierten Schweizer Finanzinstitute für ihre mutmasslichen Sorgfaltspflichtverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden", schreibt die in Basel domizilierte Regenwald- und Menschenrechtsorganisation.




Weiterführende Links:
- Schweiz-Malaysia: Bundesanwaltschaft wird aktiv
- Haftbefehl gegen Investigativ-Journalistin Clare Rewcastle
- Geldwäsche: Bundesanwälte prüfen Vorwürfe gegen UBS
- Eklat in Malaysia: Schweizer Enthüllungsbuch konfisziert
- Bruno Manser Fonds erneut von Konferenz ausgeschlossen
- Geldwäscherei mit Regenwald: Strafanzeige gegen UBS


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"Woher stammen die veruntreuten Gelder?"

Es wäre doch sehr interessant zu wissen, woher die veruntreuten Gelder stammen!


Hanspeter Berger, Basel



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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

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Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

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Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

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• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.