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Zunahme von Erdbeben um Geothermie-Bohrloch

Das Basler Geothermie-Bohrloch kommt nicht zur Ruhe: Die Zahl der kleinen Erdbeben nimmt zu. Jetzt soll das Bohrloch wieder geöffnet werden, um Druck abzulassen.
Basel, 29. März 2017

Im Winter 2006/2007 war es in Basel – gut eineinhalb Jahre nach dem Startschuss durch die damalige Basler Baudirektorin Barbara Schneider (Bild) – zu spürbaren Erdbeben bis zu einer Stärke (Magnitude) von 3.4 gekommen, nachdem Wasser in das Bohrloch gepresst worden war. Nach dem Ende des missglückten Geothermie-Projektes im Jahr 2009 wurde das Bohrloch im April 2011 verschlossen. Überwachungen des Schweizerischen Erdbebendienstes der ETH Zürich zeigten, dass in den darauffolgenden Jahren der Druck am Bohrlochkopf allmählich anstieg.

Beben bis Magnitude 1.9

Doch dabei blieb es nicht: In den letzten Monaten stieg auch die Anzahl von nicht spürbaren Mikroerdbeben "wieder deutlich an", wie das Basler Gesundheitsdepartement und die Bohrloch-Eigentümerin IWB heute MIttwochmorgen mitteilten. Das stärkste Erdbeben hatte bisher eine Magnitude von 1.9, die für Menschen allerdings nicht spürbar ist. Wahrnehmbar sind Beben erst ab einer Magnitude von 2.5.

Das Gesundheitsdepartement hat hat deshalb nach Konsultation von Experten verfügt, das Bohrloch wieder zu öffnen, "um kontrolliert Druck abzulassen" und damit "die Wahrscheinlichkeit eines für die Bevölkerung spürbaren Bebens zu verringern". Die Experten erwarten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass die Seismizität danach erneut graduell abnehmen wird. Sie schliessen jedoch nicht aus, "dass selbst nach der Öffnung des Bohrlochs in den nächsten Jahren ein spürbares Erdbeben auftreten kann, wobei nach heutiger Einschätzung Schadensbeben unwahrscheinlich bleiben".

Bohrloch-Öffnung: Wasser- und Gasaustritt

Die IWB gehen derzeit davon aus, dass bis vor den Sommerferien mit dem Öffnen begonnen werden kann. Gleichzeitig wird die seismische Aktivität weiter überwacht. Wie lange die kontrollierte Öffnung des Bohrlochs dauern soll, ist noch in Abklärung.

Ist das Bohrloch geöffnet, werden aus ihm Wasser und wenige Gase austreten. Aufgrund der Erfahrungen von 2011 rechnen die Fachleute hauptsächlich mit mineralisiertem Wasser sowie mit Stickstoff. Für den Umgang damit werden die Vorgaben des Gewässerschutzes und der Lufthygiene zu beachten sein.

Juristisches Nachspiel

Die Erdbeben hatten für den Basler Geothermie-Hauptpromoter Markus Häring ein juristisches Nachspiel: Er wurde angeklagt, der Staatsanwalt forderte für ihn eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Das Strafgericht aber sprach ihn frei.




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Kosten noch unklar

 
Auf die OnlineReports-Frage, von welchen Kosten die IWB für die Öffnung des Bohrlochs ausgingen, antwortete IWB-Kommunikations-Chef Lars Knuchel: "Das können wir heute noch nicht sagen. Die genaue Kostenschätzung ist Gegenstand unserer Abklärungen, die im Zusammenhang mit dem technischen Konzept laufen, das wir momentan für die geplante Öffnung erarbeiten."

Auf die Frage, ob das Bohrloch je zur Ruhe kommen werde, schrieb Knuchel: "Laut den Experten bestehen gute Chancen, dass der Druckabbau, den wir mit Hilfe einer kontrollierten Öffnung des Bohrlochs ermöglichen werden, auch die Rate dieser Erdbeben substanziell verringern wird. Es ist zu erwarten, dass sich die durchschnittliche Erdbebenrate mittelfristig um 50 bis 90 Prozent reduzieren lässt. Diese Einschätzung basiert auf den Modellierungen des Schweizerischen Erdbebendienstes sowie auf dem beobachteten Rückgang der Seismizität zwischen 2007 und 2011."


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"Verhindern Kleinbeben ein Grossbeben?"

Von grösster Bedeutung für Basel, in diesem Zusammenhang, wäre die Frage: Kann Dank solchen Kleinbeben die Wahrscheinlichkeit für ein Grossbeben, das ja "vor Basels Türe stehen soll", vermindert werden? In diesem Fall würde Herr Häring eine grosse Anerkennung zustehen!


Viktor Krummenacher, Bottmingen



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"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

Juso Baselland
Betreff einer Medienmitteilung
vom 31. Mai 2018
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Kriegsberichterstattung von der Baselbieter Polit-Front – ganz im Stil von Markus Somm.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.