© Foto by Monika Jäggi, OnlineReports.ch


Basler Bürgerspital darf grünen Innenhof überbauen

Das Basler Appellationsgericht schützt einen Entscheid der Baurekurskommission: An der Maiengasse darf der grüne Innenhof verbaut werden.
Basel, 1. Juni 2016

"Stadthaus im Park" – so lautet der verheissungsvolle Name des geplanten Wohnhauses an der Maiengasse. Nach dem Entscheid des Appellationsgerichts von gestern Mittwoch kann nun das Basler Bürgerspital auf seiner Parzelle das geplante vierstöckige Wohnhaus realisieren. Gegen dessen Bau hatte die Anwohnerschaft Rekurs eingelegt mit der Begründung, dass der Neubau überdimensioniert sei, sich nicht in die historische Häuserzeile einfüge und zu weit über die Baulinie in den letzten noch unverbauten grünen Innenhof rage.

Argument Wohnraum-Interesse

Nach Informationen von OnlineReports wies die zweite Instanz diesen Rekurs ab und bestätigte das Urteil der Baurekurskommission. Sie hatte 2014 entschieden, dass der Neubau den gesetzlichen Bestimmungen im Sinne einer Ausnahme zugunsten von neuem Wohnraum entspreche.

Das Appellationsgericht hat diesen Entscheid nun vollumfänglich unterstützt. Das heisst: Ein moderner Glasbau mit Flachdach, der quer zur historischen Häuserzeile in die Baulücke zu stehen kommt, darf mit dieser Ausnahmebewilligung gebaut werden. Diese wird dann erteilt, wenn das öffentliche Interesse an der Schaffung von mehr Wohnraum überwiegt.

Ob der Fall ans Bundesgericht weitergezogen wird, wollen die Anwohner nach Vorliegen des schriftlichen Urteils entscheiden.

Grüne Höfe verschwinden: Verdichtung um jeden Preis?

Es scheint in Basel eine bedenkliche Tradition zu werden – rot-grüne Regierung hin oder her: Ausnahmebewilligungen werden zugunsten von Investoren erteilt, die so den ohnehin knappen Grünraum in Basler Quartieren mit überdimensionierten Wohnhäusern überbauen können. Auch im Gundeldinger-Quartier wurde es letztes Jahr einem privaten Investor so ermöglicht, einen grünen Hinterhof zu überbauen (OnlineReports berichtete). Betroffene Anwohnerinnen versuchten damals, mit einer Petition das Bauvorhaben zu stoppen – was nicht gelang.

Immerhin regte "Basta"-Grossrätin Brigitta Gerber als Präsidentin der Petitionskommission damals im ihrem Bericht an, auf politischer Ebene zu diskutieren, inwiefern sich das verdichtete Bauen und das Überbauen von Hinterhöfen widersprechen und deshalb die Vorschriften über den Grünanteil in Hinterhöfen zu überdenken seien.

Ob die Grünen das Thema Ausnahmenbewilligung in der Bau- und Raumplanungskommission thematisieren werden – wie die zurückgetretene grüne Grossrätin Mirjam Balmer die Initiantinnen damals auf deren Anfrage wissen liess – bleibt abzuwarten.

Gibt es in Basel weitere Pläne zur Überbauung grüner Innenhöfe? > Hier melden




Weiterführende Links:
- Basler Bürgerspital plant Wohnungsbau in geschütztem Innenhof
- Ein geplanter Neubau steht quer im Grünen
- Gundeli-Hinterhof wird überbaut: Petition ist erledigt
- Petition Gundeldingerstrasse: Hinterhof soll grün bleiben


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"So werden Quartiere entwertet"

Es ist echt traurig, wie in der Schweiz um eines nicht nachhaltigen, wirtschaftlichen Wachstums willen städtebauliche Fehler wiederholt werden. Man wähnt sich in der Hochkonjunktur, wo ganze Quartiere auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft wurden und gewachsene, qualitativ hochstehende Stadtquartiere mit Banlieue-Bauten entwertet worden sind.

Hätte man in Basel zwischen 1945 und 1980 rücksichtsvoll renoviert statt "saniert" (der Begriff ist schon ein Hohn), wäre die Stadtbevölkerung heute (vielleicht) kleiner, aber die Gesellschaft gesamthaft gesehen kompakter, gesünder und unproblematischer.

Wer Banlieue-Architektur baut, erhält Banlieue-Bewohner mit Banlieue-Problemen. Dass qualitatives, nicht quantitatives Wachstum zentral wäre, scheinen dem Baudepartement – und den Steuerbehörden – entgangen zu sein. Ein Grossteil der heutigen Sozialausgaben hängen direkt mit der architektonischen Entwertung Basels zusammen.

Als ob's die Hochkonjunktur-Barbarei nie gegeben hätte, werden nun architektonisch belanglose Hochhäuser in der ganzen Stadt gebaut, Bauzonen aufgestockt und ganze Strassenzüge dem Untergang geweiht, architektonisch und städtebaulich unsensible Aufstockungen propagiert – und wie an der Maiengasse und an der Gundeldingerstrasse (Hinter-)Höfe zubetoniert.

Aber was wundert mich das? In einer Stadt, in der ein Agronom für die "Stadtplanung" verantwortlich ist, kann nur ein solches Desaster rauskommen. Vielleicht sollte sich unsere Stadt bei Novartis kundig machen, wie Planung aussieht. Novartis konnte sich einen qualifizierten Stadtplaner für seinen Campus leisten. Das sollte auch für Basel möglich sein.


Hugo Reichmuth, Basel




"Lebensqualität wird der Rendite geopfert"

Ein unsäglicher Entscheid, einmal mehr wird Lebensqualität der Rendite geopfert. Ein erneuter Backlash, der vor dem Hintergrund der glorreichen Basler Hof-Rückeroberungs-Initiative empört. Qualitative bauliche Verdichtung sieht anders aus. Es wäre naiv zu glauben, von der Hofzerstörung profitiere die Volksgesundheit.

In diesen Tagen singen in Zürich zum sechsten Mal fünfzundsechzig Chöre in über hundert Höfen für eine artgerechte Haltung der Stadtmenschen. In einem Genossenschaftshof haben auch schon Basler und Zürcher Chöre gemeinsam Liebeslieder gesungen! Die seit zehn Jahren in verschiedenen Städten aktive Nachbarschaftsinitiative HOFgesang – lässt die Höfe erklingen und damit die Frage anklingen, welche Bedeutung die Stadt diesen kostbaren Zwischenräumen geben möchte, die von Bau- und Parkplätzen, oder die von Lebensräumen. Höfgesänge konnten bisher die Marktmechanik nicht aus den Angeln heben, aber Gesang machte schon Vieles möglich, was Viele nicht für möglich hielten.


Andreas Diethelm, Initiant HOFgesang, Zürich




"Keine unabhängige richterliche Behörde mehr"

Die Baurekurskommission und das Appellationsgericht sind Kopfnickergremien zugunsten der Regierung und der Baulobby und keine unabhängige richterliche Behörde mehr. Das haben sie immer wieder in den letzten Jahren mit ihren Entscheiden gezeigt. Offenbar soll Basel auf dem schnellsten Wege zu einem Klein-Shanghai werden, wie das der Regierung vorschwebt. Man hat den Eindruck, sie will auch gerade das chinesische Regierungssystem übernehmen, wo der einzelne Untertan nichts mehr zu sagen hat und die Gerichte erst recht nicht.


Alexandra Nogawa, Basel



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Wer kann einem solchen Top-Angebot schon widerstehen!

Frisch pubertiert

Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.