BL: Parteien-Säuberung von staatsnahen Unternehmen

Eine Volksinitiative und zwei Motionen: Die Wirtschaftskammer Baselland will staatsnahe Unternehmen von Parteien-Vertretern befreien und damit "entpolitisieren".
Liestal, 7. Januar 2014

Es waren die Vorkommnisse der vergangenen Woche rund um die "Basler Kantonalbank"(BKB) "Basler Verkehrsbetriebe" (BVB) und um die Bezüge von Verwaltungsrats-Honoraren von Baselbieter Regierungsräten und Magistratspersonen, die führende Exponenten der Wirtschaftskammer über die Festtage zu Hochbetrieb auflaufen liessen.

"Entpolitisierung" der Verwaltungsräte

Heute Dienstagmorgen präsentierten Direktor Christoph Buser und Vizedirektor Markus Meier eine Volksinitiative und zwei Landrats-Motionen, mit denen die Verwaltungsräte von staatsnahen Betrieben im Baselbiet "entpolitisiert" werden sollen. Heute werden die staatlichen Delegationen in solche Verwaltungsräte oft nach dem Kriterium der Parteienstärke und nicht nach der professionellen Expertise gewählt. Den Parteien kommt dieses traditionsgebundene System entgegen: Ihre Verwaltungsräte liefern einen nicht unbeträchtlichen Teil der Verwaltungsratshonorare an die Parteien ab.

Mit diesem System will die Wirtschaftskammer im Baselbiet brechen: "In den Verwaltungsräten braucht es Profis, nicht Sold-Lieferanten", brachte es Buser auf den Punkt. Mit einer Gesetzesinitiative "für einen unabhängigen Bankrat" soll das Aufsichtsgremium der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) von neun bis elf auf sieben bis neun Mitglieder verkleinert werden.

Volk soll Bankrats-Struktur entscheiden

Gleichzeitig sollen künftig weder Regierungsräte noch Landräte und Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung mit gesetzvollziehenden oder regulatorischen Aufgaben im Bereich der Kantonalbank mehr gewählt werden. Ausserdem soll auch kein Mitglied des Bankrates der BLKB-Geschäftsleitung angehören oder in anderer Funktion für die Bank tätig sein dürfen. Auch eng privat verbundene Personen (Heirat, Partnerschaft) oder enge Verwandte dürfen nicht mehr gleichzeitig den Bankorganen angehören. Bankräte dürfen ihre Honorare weder ganz noch teilweise an politische Parteien abführen. Schliesslich dürfen Bankräte  ausserhalb des Bankrats-Mandats keine bezahlten Aufträge für die Kantonalbank annehmen – was innerhalb der Basler Kantonalbank gang und gäbe war, im Baselbiet hingegen nicht.

Buser räumte an der Medienkonferenz ein, diese Initiative sei "sehr hart formuliert". Dies sei aber nicht geschehen, weil bei der BKBK "Leichen im Keller" vermutet würden, ganz im Gegenteil. Der Wirtschaftskammer schien es zweckmässig, die Frage der künftigen Struktur des Bankrates dem Volk zu unterbreiten und nicht dem auch Parteiinteressen verfolgenden Landrat.

Buser hofft, "eine gute Zahl an Unterschriften" für die Initiative zur Änderung des Kantonalbankengesetzes zusammenzubringen. Die Leitung der Kantonalbank sei über die Lancierung der Initiative "vorinformiert" worden

Zahlreiche staatsnahe Betriebe betroffen

Breiter angelegt sind zwei Motionen, die Buser (FDP) und Meier (SVP) am Donnerstag in einer Woche im Landrat einbringen werden. Der eine Vorstoss zielt – ähnlich die "Bankrats-Initiative" – auf die Installierung unabhängiger Verwaltungsräte von staatsnahen Unternehmen. Dabei geht es privatrechtliche Firmen mit Kantonsbeteiligung wie der Baselland Transport AG (BLT), die Waldenburgerbahn, die ARA Rhein, die Hardwasser AG, die Kraftwerk Augst AG oder die Kraftwerk Birsfelden AG. Tangiert sind anderseits aber auch ausgelagerte Unternehmen mit alleiniger Trägerschaft durch den Kanton Baselland. Beispiele: Kantonsspital Baselland, Psychiatrie Baselland, Basellandschaftliche Gebäudeversicherung oder die Basellandschaftliche Pensionskasse.

Auch in den Verwaltungsräten dieser Unternehmen sollen künftig weder Regierungsräte noch Landräte vertreten sein. Ebenso soll eine Vermischung von Aufsicht und strategischem Management verhindert werden. Markus Meier bezeichnete es als eine "richtige Entscheidung", dass sein Parteikollege und Gesundheitsdirektor Thomas Weber auf Mitte 2015 aus dem Verwaltungsrat des Kantonsspitals Baselland zurückziehen wolle. Seit der Auslagerung sei der Kanton nur noch Eigner, der nicht strategisch auf ein Unternehmen Einfluss nehmen sollte, das sich auf dem freien Markt behaupten müsse.

Findungskommission soll Regierung beraten

Eine zweite Motion verlangt die Einrichtung einer ständigen Findungskommission zur Besetzung von kantonalen Verwaltungsrats-Mandaten in staatsnahen Unternehmen. Diese Kommission soll laut Buser durch externe Experten und Staatskader besetzt werden, die dem Regierungsrat rapportieren. Bei der Beratung geht es vor allem um die Profilierung der fachlichen, persönlichen und sozialen Fähigkeiten der Bewerbenden. Die Findungskommission, die durch den Regierungsrat gewählt werden soll, soll zuhanden der Wahlbehörden "Entscheidungs-Grundlagen" zur Verfügung stellen.




Weiterführende Links:
- Adrian Ballmer sitzt noch in drei Verwaltungsräten
- BLKB vergibt keine Aufträge an Mitglieder des Bankrates
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- Nach Fehltritten: Rücktritt von BKB-Präsident Andreas Albrecht
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"Im Fall Dojo hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft Haupttäter Paulo Balicha verurteilt"

Basler Zeitung
Untertitel
vom 21. September 2018
über den Überfall auf das
Kampfsportzentrum von
Shemsi Beqiri
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Da scheint einer selbst im Strafgerichts-Saal blind auf die Staatsanwaltschaft eingeschossen zu sein.

Frisch pubertiert

Schein-Stories auf Instagram
RückSpiegel


Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.