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Uran-Abbau: Ruf nach globaler Entgiftungsstrategie

Der Abbau von Uran hat vielerorts tödliche Folgen. Tuareg Almoustapha Alhacen fordert globale Gegenmassnahmen. Dies in Basel, wo am Samstag für einmal einige jener geehrt wurden, die sich selbstlos und diskret gegen die Folgen der Atomindustrie engagieren.
Basel, 17. September 2017

Sie lechzen nicht nach medialer Aufmerksamkeit. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund. Sie entwickeln keinen Ehrgeiz, um geehrt und ausgezeichnet zu werden. Und dennoch: Sie wollen aufmerksam machen, Wirkung entfalten, verhindern helfen, was die Lebensgrundlagen bedroht oder kaputtmacht. Dafür riskieren viele ihre Gesundheit, ihre Freiheit, ihr Leben. So wie Almoustapha Alhacen (Bild), der Tuareg aus Arlit im Saharastaat Niger.

Ahnungslos liess er sich 1978 vom französischen Atomkonzern Areva als Arbeiter in einer Uranmine anstellen. Im Verlaufe der Zeit wurde ihm klar, dass das Uranfördern gefährlich war, Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser und Luft verseuchte, ohne dass Konzern oder Regierung dies wahrhaben wollten oder Entschädigungen leisteten. Die Menschen um Arlit erlitten das, was alle Indigenen dieser Welt erleben, wenn in ihren Gebieten Konzerne das Uran aus der Erde holen. 2002 gründete Alhacen verzweifelt eine NGO namens "Aghhirin'man" ("Schutz der Seele").

Ehrung für Widerstand

Seinen Minenjob hat der Tuareg natürlich verloren, aber als Sprecher der Bedrohten nicht seinen guten Ruf. Denn unterdessen ist auch nachgewiesen, dass die Uranmine in Arlit tödliche Folgen hat und Abertausende Tonnen radioaktiven Abraums in der Landschaft die Zukunft bedrohen. Wie in den USA, in Namibia, Australien oder anderen Ländern. Es brauche eine Art globale Entgiftungsstrategie, eine neue globale Organisation, die sich nur um die Folgen des verheerenden Uran-Abbaus kümmere: "Es gehe um unsere Erde, und das ist dringender, als im Weltall nach weiteren Planeten zu suchen", sagte Alhacen.

Jetzt, am Samstag, erhielt der Wüstensohn in Basel im Rahmen des Kongresses der Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung zur Verhütung des Atomkrieges eine Anerkennung, mit der er nie gerechnet hat. Für seine Arbeit bekam er – musikalisch begleitet vom indianischen Sänger Mitch Walking Elk – den bewusst für diesen Anlass entworfenen "Nuclear-Free Future Award" in der Kategorie "Widerstand". Helena Nyberg, welche die Erinnerung an die "Unermüdlichen" anregte, zu OnlineReports: "Es ist uns ein Anliegen, einmal all jenen Menschen zu danken, welche sich selbstlos und im Hintergrund für Aufklärung und Widerstand einsetzen."
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"Gefahr in Verzug"

Weiter geehrt wurden die britischen Sellafield-Aktivisten Janine Allis-Smith und Martin Grant Forwood (Erziehung) und der japanische Festkörperphysiker Hiromichi Umebayashi (Lösungsmodelle). Eine besondere Anerkennung für sein Lebenswerk erhielten der deutsche Anti-Atom-Aktivist Jochen Stay sowie die "Unermüdlichen" – zahlreiche Persönlichkeiten aus der Region Basel und der Schweiz, welche sich auf die verschiedensten Arten für ein Leben ohne Atomenergie einsetzten.

Es sind dies: Marcos Buser, Dani Costantino, Michel Fernex, Mira Frauenfelder, Iris Frei, Stefan Füglister, Eva Geel, Niculin Gianotti, Heini Glauser, Jürg Joss, Roland Meyer, Ursula Nakamura, Stefan Ograbek, Georg Pankow, Heidi Portmann, Anne-Cécile Reimann, Philippe de Rougemont, Leo Scherer, Egon Schneebeli, Peter Scholer, Martin Walter, Walter Wildi – sowie die verstorbenen Gegner der Atomindustrie Jürg Aerni, Konradin Kreuzer, Chaïm Nissim und Reiner Weibel.

Claus Biegert, Morderator, Autor und Gründer des "Nuclear-Free Future Award", erklärte zum Schluss, von Uran-Minen betroffene Menschen protestierten weltweit gegen die Vergiftung und radioaktive Verseuchung des Trinkwassers. Von South Dakota über Kasachstan bis nach Saskatchewan und Tansania. Um ihren Widerstand zu brechen, würden sie neuerdings islamistischen Terroristen gleichgesetzt. Der Schritt, die Gegner des Uranabbaus als Staatsfeinde zu denunzieren, sei nicht mehr gross, mahnte Biegert: "Es ist Gefahr in Verzug!"




Weiterführende Links:
- Der Atomstrom-Komfort führt in die verstrahlte Wüste der Tuareg
- Weil in den guten Schweizerstuben das Atomlicht brennt
- "Lasst das Uran im Bauch von Mutter Erde!"
- Atom-Kritiker warnen vor Kriegen und Verseuchungen
- Der zähe Kampf des Bio-Winzers Frick gegen das AKW Fessenheim


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"Zeichen deuten auf grosse Kualition"

BZ Basel online
Titel vom
25. November 2017
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Kühe aller Fraktionen vereinigt euch!

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


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Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

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Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

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Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

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Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.