© Foto by OnlineReports.ch

"Läufelfingerli": Daniela Schneebergers schweres Nein

Thürnen, 17. Oktober 2017

900 Personen haben am Sonntag in Rümlingen ihre "Landsgemeinde" als Auftakt des Abstimmungskampfes zur Erhaltung des "Läufelfingerli" – der Bahnhlinie S9 von Sissach nach Olten abgehalten. Die aus kommerziellen Gründen umstrittene Bahnstrecke, die durch eine Buslinie ersetzt werden soll, führt durch das Homburgertal. Die einzige Nationalrätin aus dieser Talschaft ist die Freisinnige Daniela Schneeberger (Bild) aus Thürnen. Sie nahm an der "Landsgemeinde" ferienhalber nicht teil. OnlineReports fragte sie nach ihrer Haltung.

OnlineReports: Frau Schneeberger, wie werden Sie am 26. November abstimmen: für oder gegen den 8. ÖV-Leistungsauftrag und damit für oder gegen die Erhaltung der Bahnlinie durch Ihr Tal?
 
Daniela Schneeberger: Ich habe mir den Entscheid sehr schwer gemacht, denn ich bin ja selbst betroffen – ich wohne in Thürnen und gerade die Lärmemissionen künftiger Güterzüge sind abträglich für die Lebensqualität im Homburgertal. Auf der anderen Seite sehe ich die Vorteile des Busbetriebs, der für die meisten Menschen eine Verbesserung der Verbindungsqualität bringt, ausser der Verbindung nach Olten, die insbesondere für die Läufelfinger einen wichtigen Standortvorteil bedeutet.

OnlineReports: Zu welchem Schluss sind Sie letztlich gelangt?

Schneeberger: Unterm Strich werde ich mich für die Buslösung entscheiden.

OnlineReports: Befürchten Sie, dass Ihnen die Bevölkerung des Homburgertals Ihr Nein zur Bahn – also Ihr Ja auf dem Stimmzettel zum Generellen ÖV-Leistungsauftrag – übel nimmt?
 
Schneeberger: Ja und Nein, denn ich denke, dass wir hier nicht Schwarz-Weiss malen sollten. Am Ende geht es darum, wie wir eine gute Versorgung erhalten können. Der Bus ist einfacher zugänglich, er kann direkt im Dorf halten und auch mehrere Haltestellen bedienen. Es ist auch viel einfacher, den Fahrplan kundenfreundlicher zu gestalten. Für die Passagiere ist das angenehmer.



Wer "Läufelfingerli" will, muss Nein stimmen


Vorsicht beim Ausfüllen des Stimmzettels:

• Wer die Umstellung auf Buslinie durch das Homburgertal will, muss Ja stimmen. Denn zur Abstimmung steht der Generelle ÖV-Leistungsauftrag, der diese Umstellung vorsieht.

• Wer das "Läufelfingerli" als Bahnlinie erhalten will, muss Nein stimmen. Er muss als den Leistungauftrag, der den Bus vorsieht, verwerfen.

Zur Abstimmung kommt es, weil die Bahn-Befürworter gegen den Leistungsauftrag das Referendum ergriffen hatten. Um beim Beispiel zu bleiben: Daniela Schneeberger, die eine Umstellung auf Busbetrieb will, wird somit Ja stimmen.

 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Argusaugen auf weitere Fallstricke"

Die gestrigen Äusserungen von Regierungspräsidentin Pegoraro und einigen bürgerlichen Flammenwerfern sind Öl ins Abstimmungsfeuer gegossen: Da wird den Baselbieterinnen und Baselbietern tüchtig Angst gemacht und vor einem Nein beschwörend gewarnt. Denn bei einer Ablehung dieser Vorlage würden alle Verbesserungen damit auch bachab gehen. Selbstverständlich kein Wort davon, dass absichtlich der ganze Generelle Leistungsauftrag statt nur die Teilvorlage "S9 - Umstellung auf Busbetrieb Sissach-Olten" zur Abstimmung gelangt. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Vorlage auf die Läufelfingerli-Frage zu beschränken, um alle weiteren Änderungen nicht zu gefährden. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Und weil dieses politische Ränkespiel natürlich mit sehr viel Berechnung betrieben wird, müssen wir nun mit Vehemenz "Zurück an den Absender" sagen und eben Nein stimmen, um den Fortbestand der S9 zu sichern. Anschliessend muss dann der Generelle Leistungsauftrag (GLA) neu ausgearbeitet werden. Auch dannzumal werden wir mit Argusaugen auf weitere Fallstricke achten müssen!

Die Drohbotschaft, der Fortbestand der S9 würde per Saldo runde zwei Millionen Franken Mehrkosten verursachen, führt mich zu einem Nebenschauplatz inbezug auf innovative Sparmöglichkeiten: Mit der Übernahme der Buslinien der Autobus AG Liestal (AAGL) durch die BLT wäre ziemlich genau dieser Frankenbetrag eine Einsparmöglichkeit, da die teuren Overheadkosten bei der AAGL wegfallen dürften. Es ist interessant feststellen zu müssen, dass genau die gleichen Kreise aus FDP und SVP mit aller Vehemenz gegen diese Einsparmöglichkeit sind. Mit einer S9 sind eben keine Verwaltungsrats-Honorare einzustreichen. Einmal mehr: "Recht(s) ist, was mir nützt."


Ueli Pfister, Gelterkinden




"Rechnet man mit der Dummheit"

Auf wessen Mist ist denn diese Abstimmungsvorlage gewachsen? Es kann mir doch niemand weismachen, dass da kein Hintergedanke besteht, die Stimmbürger zu verarschen. Wer das Läufelfingerli weiter will, muss Nein stimmen, wenn es nicht zum heulen wäre, müsste man lachen ... Scheinbar werden solche Abstimmungen so manipuliert, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Leider kommen solche Beeinflussungen immer wieder vor. Rechnet man da mit der Dummheit der Stimmbürger? Es scheint so.


Bruno Heuberger, Oberwil




"Nur mit einem Nein bleibt das 'Läufelfingerli'"

Danke Herr Strüby für Ihre sehr wohl durchdachte und korrekte Meinungsbildung. Sie sprechen vielen Baselbieterinnen und Baselbietern aus dem Herzen, die auch in Zukunft auf das "Läufelfingerli" angewiesen sind. Um dieses wertvolle Ziel zu erreichen heisst die Abstimmungsparole am 26. November 2017: "Nein" zum generellen ÖV-Leistungsauftrag. Nur mit einem Nein auf jedem Stimmzettel kann verhindert werden, dass das in jeder Hinsicht bewährte "Läufelfingerli" durch einen unökologisch angedachten Busbetrieb ersetzt wird. Jede Stimme der rund 189‘000 Baselbieter Stimmberechtigten aller 86 Gemeinden zählt!


Ruedi Graf, Sissach




"Mit Überzeugung Nein zur Abbau-Vorlage"

Als Einwohner von Reinach bin ich unter den rund 1'000 Landsgemeinde-Besuchern am Sonntag gewesen. Beeindruckt vom Willen der Anwesenden aus allen Bevölkerungskreisen werde ich mit grosser Überzeugung am 26. November Nein zur Abbauvorlage des Regierungsrates und der Mehrheit des Landrates sagen.

Die Bahnverbindung durch den oberen Hauenstein ist die wintersichere und rasche Verbindung des Homburgertals mit dem Eisenbahnknoten Olten und damit dem Lebensstrang durchs Mittelland und in den Süden. Die Eisenbahn-Verbindung ist eben erst behindertengerecht auf den neusten Stand gebracht worden. Die lärmigen Güterzüge der Thürner Nationalrätin bekommen die Sissacher und Gelterkinder tagtäglich zu hören – die verkehren normalerweise durch den unteren Hauenstein. Die Arroganz der FDPlerin stinkt zum Himmel! Ja zum Läufelinger-Thurbo heisst Nein zur Abbauvorlage der Regierung.


Werner Strüby, Aesch



www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Steuervoralge 17"

CVP
Communiqué vom
11. Dezember 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Kein gutes Omen, wenn die Vorlage schon zur Alge mutiert ist.

RückSpiegel


Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.