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Baustopp-Affäre: Holzbau-Firma "hat Hauptverantwortung"

Hauptverantwortliche für die Unterlassung der gesetzlichen Sicherheits-Vorkehrungen beim Neubau des Werkhofs in Sissach ist jetzt offiziell die österreichische Holzbau-Firma Sohm AG. Konsequenzen hat sie keine zu tragen.
Sissach/Liestal, 1. August 2018

Die im Vorarlbergischen domizilierte Holzbau-Firma Sohm AG beziehungsweise ihre formelle Schweizer Tochterfirma erhielt von der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) den Auftrag zum Bau des neuen Werkhofs des Tiefbauamtes in Sissach. Der 1,5 Millionen Franken-Auftrag ist einer der grössten Holzbau-Aufträge, die der Kanton Baselland je vergab.

Am 12. Juli verhängte ein Suva-Inspektor einen sofortigen Baustopp. Grund: Die Firma Sohm hatte die Arbeiten begonnen, ohne die in Schweiz geltenden Sicherheits-Vorkehrungen zu treffen. Weder ein Baugerüst noch ein Fangnetz traf der Suva-Experte bei seinem Besuch auf der Baustelle an.

Holzbau-Firma trug "Haupt-Verantwortung"

Die Arbeiten waren schon relativ weit fortgeschritten. Der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, dass ohne Intervention der Suva der Bau ohne reguläre Absicherungen beendet worden wäre. Dies war auch der Bauleitung der "Rapp Architekten AG" nicht aufgefallen. Scheinbar fand keine Baustellen-Kontrolle statt.

Aber die Suva-Präsenz wirkte: Sofort fügten sich die Holzbauer den Anordnungen. Spielten sowohl die Firma Sohm AG wie die Bauleitung das stumme Männchen, erklärte nun BUD-Sprecher Nico Buschauer auf Nachfrage von OnlineReports.ch: "Die Hauptverantwortung liegt bei der Holzbaufirma." Deren Verantwortliche hätten sich "vertraglich dazu verpflichtet, dass sämtliche Sicherheitsvorschriften eingehalten werden".

Offiziell sei das Gerüst durch den beauftragten Gerüstbauer "zu spät gestellt" worden. Dadurch hätten seitens des Holzbau-Unternehmers die Sicherheitsnetze nicht montiert werden können, da diese einseitig an den Gerüsten befestigt werden müssen.

Unterlassung ohne Konsequenzen

Die Unterlassung hat, was erstaunen mag, für die beauftragte Firma keine Konsequenzen, wie Buschauer weiter ausführte: "Das Sicherheitsnetz sowie das Gerüst wurden inzwischen vorschriftsgemäss installiert. Die betreffende Firma erfüllt damit ihre vertraglichen Pflichten." Eine schriftliche Verwarnung oder Mahnung ist seitens der Baudirektion nicht erfolgt.

Auch die künftige Auftragsvergabe werde bezüglich Bewertung der Sicherheitsfrage und der Berücksichtigung einheimischer Unternehmen nicht beeinflusst. Buschauer: "Auch weiterhin wird in den Ausschreibungen die Erfüllung der Sicherheits-Anforderungen verlangt", was für regionale wie auswärtige Unternehmungen gleichermassen gelte.

Personal nachgeschult

Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, so der Sprecher weiter, habe für die Baudirektion "weiterhin oberste Priorität". So sei unmittelbar nach der Suva-Intervention "sämtliches Personal auf der Baustelle durch die Projektleitung nochmals auf die Sicherheitsvorschriften hingewiesen und entsprechend geschult" worden. Aussserdem habe die BUD mit der Suva vereinbart, "dass während der Bauzeit noch weitere Kontrollen stattfinden sollen".




Weiterführende Links:
- Sicherheits-Mängel: Suva verfügte Baustopp am Werkhof Sissach


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"Es ging auch anders"

Grosse Hallen aus Holz und Sissach – das scheint keine gute Kombination zu sein. Es ginge auch anders, das beweist zum Beispiel die für Pilatus in Stans erstellte Montagehalle. Das Know-How ist in der Schweiz durchaus vorhanden, wie der verlinkte Artikel der deutschen Fachzeitschrift "bauhandwerk" zeigt. Wem das zu weit ist, der kann sich ja mal bei Prix Lignum Beispiele ansehen.


Markus Jordi, Itingen



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BZ Basel
vom 17. April 2019
über Regula Rytz
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Sie regularisiert einfach zuviel.

RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

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• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

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Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

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• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

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• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.