© Montage by OnlineReports.ch


Duss Jacobi: Alter Gemeinderat will Reihen schliessen

Die bisherigen Seltisberger Gemeinderäte empfehlen die in die Eigenheim-Affäre verwickelte Gemeinderätin Vanessa Duss Jacobi zur Wiederwahl im zweiten Wahlgang.
Seltisberg, 23. März 2016

Es ist ein eher ungewöhnliches Flugblatt, das heute Mittwochmorgen zusammen mit den Wahlunterlagen in die Seltisberger Briefkästen flatterte. Vanessa Duss Jacobi, demnächst 40-jährig, empfiehlt sich darin für den zweiten Wahlgang in den Gemeinderat zur Wiederwahl. Darin schildert die promovierte Juristin und Anwältin ihren beruflichen Werdegang und auch private Vorlieben wie die vom Vater vererbte Passion als Weinliebhaberin.

Im ersten Wahlgang vom 28. Februar blieb sie mit 155 Stimmen weit abgeschlagen – über hundert Stimmen unter den Absoluten Mehr von 256 Stimmen. Damit landete sie noch deutlich hinter der 19-jährigen neu kandidierenden Jugendrätin Naomi Reichlin, die 207 Stimmen erzielte.

Gemeinderat mit demonstrativer Geschlossenheit

Das betrübliche Resultat muss als eine Folge der sogenannten Eigenheim-Affäre interpretiert werden, in die Vanessa Duss Jacobi mit ihrem Ehemann Oliver Jacobi, dem Baselbieter Kantonsingenieur, verstrickt ist. Es geht dabei um die gravierende Verletzung von Bau- und Zonenvorschriften beim Bau ihres neuen Eigenheims, gegen die weder der amtierende Gemeinderat noch die kommunale Baukommission, der Oliver Jacobi angehört, Einwände erhoben. Erst auf eine Einsprache hin monierte das kantonale Bauinspektorat die Verstösse (Bild links).

Und nun das Ungewöhnliche am Flyer: Die Empfehlung ist nicht von Duss Jacobi unterschrieben, sondern von allen drei wiedergewählten Gemeinderäten – samt Funktion. Es figurieren: Bernhard Zollinger, Gemeindepräsident; Michaela Schmidlin, Gemeinderätin und Stephan Heuberger, Gmeinderat, sowie der nicht mehr kandidierende Reto Gantner, Vize-Gemeindepräsident, sowie Stephanie Berger, Gemeindeverwalterin und Katharina Stein, stellvertretende Gemeindeverwalterin.

Diese geballte Ladung an offiziellem Support für Vanessa Duss Jacobi stammt von einem Gemeinderat, der den nicht rechtskonformen Jacobi-Bau als Behörde deckte, indem er gegen das Baubegehren "keine Einsprache" erhob, wie er noch letzten November dem Bauinspektorat schrieb.

"Kein rechtliches Problem, aber stillos"

Der frühere Baselbieter Staats- und Verwaltungsrechtsprofessor René Rhinow sieht "rechtlich kein Problem" darin, dass amtierende Gemeinderäte als Bürger in einen Wahlkampf eingreifen. Der Meinungsbildungsprozess könne dadurch "nicht verfälscht" werden. Dass sie ihren Namen gleichzeitig aber noch mit der Behördefunktion verbinden, empfindet er als "unschön und stillos", wie er gegenüber OnlineReports erklärte.

Für den noch nicht vergebenen Sitz kommt es somit zu einer Kampfwahl. Wie OnlineReports schon berichtete, kandidieren der Wirtschaftsinformatiker Tobias Grieder und der pensionierte Innendekorateur Charles Racz. Die Wahlempfehlung für Duss Jacobi nicht unterschrieben hat die neugewählte Miriam Hersche. Sie erzielte mit 534 Stimmen auf Anhieb das Spitzenresultat.

Ob das Volk den auf dem Flugblatt abgedruckten Rat des zurücktretenden Reto Gantner, sich "von Zeitungsartikeln und dergleichen" nicht beeinflussen zu lassen, befolgen wird, oder ob es mit dem Seltisberger Filz aufräumen will, wird sich am 10. April zeigen.

Kommentar vom 9. Februar 2016: "Ein Staats-Kadermann wird zur Belastung"
Kommentar vom 25. Februar 2016: "Fall Jacobi: Die Trennung war unumgänglich"
Kommentar vom 28. März 2016: "Seltisberg: Apropos juristisches Fachwissen"




Weiterführende Links:
- Privater Hochbau-Ärger für Baselbieter Tiefbau-Chef
- Bauinspektorat nimmt Mass am Eigenheim des Kantonsingenieurs
- Eigenheim-Affäre des Kantonsingenieurs: Das Geständnis
- Wie Oliver Jacobi sein Privat-Problem lösen könnte
- Eigenheim-Affäre: BL-Kantonsingenieur Oliver Jacobi geht
- Duss Jacobi im ersten Wahlgang nicht gewählt
- Zwei neue Namen für zweiten Seltisberger Wahlgang
- Seltisberger Eigenheim-Affäre: Behördenfilz ist jetzt offiziell
- Vanessa Duss Jacobi aus dem Gemeinderat abgewählt
- Eigenheim-Affäre: Die Akteure haben ihre Lehren nicht gezogen


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Nicht sehr saubere Verbindungen"

Herr Loosli, besten Dank für ihr grosszügiges Angebot, das ich aber gerne ihnen überlasse. Nach ihrer bisherigen Korrespondenz zu urteilen (in einem privaten Mail teilten sie mir ja mit, das solche Verhältnisse in Seltisberg nicht neu sind), fühlen sie sich wohl bei solchen doch nicht sehr sauberen Gemeinde-Verbindungen, die ja auch vom Kanton beanstandet wurden. Da sie sich bei der Wahl nicht zur Verfügung stellten, um etwas zu ändern, muss ich das annehmen. Es sei denn, sie überzeugen mich vom Gegenteil.


Bruno Heuberger, Oberwil




"Eine tolle Wahl"

Herr Heuberger – möchten Sie sich anbieten, zu übernehmen in Seltisberg? Da Sie doch alles besser wissen, sogar aus Distanz, wäre das bestimmt eine tolle Wahl (ob nun wahrhaft anscheinend oder doch bloss scheinbar…)


Andreas Loosli, Seltisberg




"Scheinbar nichts gelernt"

Der alte Gemeinderat hat scheinbar nichts gelernt – man muss sich schon die Frage stellen, ob sie mit den diversen Gesetzesverstösse beim Bau des Hauses von Jacobi und Duss keine Probleme haben oder eventuell noch gutheissen. Das muss man leider annehmen, wenn sie Frau Duss weiter als Gemeinderätin empfehlen. Für die zukünftige Arbeit in Seltisberg  sind diese Gemeinderäte nicht sehr vertrauenserweckend.


Bruno Heuberger, Oberwil



www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Totalausfall der Infomatik"

OnlineReports.ch
vom 27. September 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Der Redaktor fand die Taste nicht mehr.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).