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Hans-Peter Wessels will Buvette auf dem Münsterplatz

Der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels will das umstrittene Projekt einer Buvette auf dem Münsterplatz – nicht ganz unerwartet – wieder aufnehmen.
Basel, 26. April 2011

Sozialdemokrat Hans-Peter Wessels hatte seit seiner Wahl zum Regierungsrat nie einen Hehl aus seiner Meinung gemacht, dass eine Buvette unter dem Kastanienhain auf dem Kleinen Münsterplatz seinen Gefallen fände.

Als sich gegen konkrete Pläne vor mehr als einem Jahr jedoch beträchtlicher Widerspruch regte – der evangelische Kirchenrat argumentierte beispielsweise mit einer Beeinträchtigung des kirchlichen Lebens in unmittelbarer Nähe des des Münsters –, lehnte sich sein Departement etwas weit aus dem Fenster: Es sprach von einem "Verzicht auf die Realisierung einer Buvette", womit die Allmendverwaltung "unter anderem den dagegen eingegangenen Einsprachen Rechnung" trage.

"Gedankenaustausch" mit Anrainern

Die Einsprecher atmeten allerdings zu früh auf. Denn Wessels dachte keinen Augenblick daran, auf die Buvette tatsächlich zu verzichten, wie OnlineReports in einem Kommentar im Februar letzten Jahres spekulierte. Denn schon kommt das Projekt erneut auf den Tisch, wie Tiefbauamts-Sprecher André Frauchiger gegenüber OnlineReports bestätigte: "Eines ist sicher, Departementsvorsteher Hans-Peter Wessels will eine Buvette auf dem Münsterplatz."

Am Abend des 3. Mai haben Niklaus Hofmann, Leiter der Allmendverwaltung, Manuel Eggenberger, Gesamtprojektleiter Erneuerung Münsterhügel, Daniel Arni, Leiter Messen und Märkte, sowie Departements-Sprecher Marc Keller die Anrainer und interessierte Kreise zu einem "Gedankenaustausch" eingeladen. Traktandum 3 lautet "Projekt Buvette / Projekt Weihnachtsmarkt". Neben einer Buvette soll auch ein Weihnachtsmarkt den schönsten und bisher ruhigsten Platz Basels beleben. "Und das ist erst der Anfang", sagte Frauchiger.

Frühestens im Sommer 2012 oder 2013

Welchen Buvette-Standort die Behörden im Auge haben, nachdem der Kleine Münsterplatz offenbar nicht in Frage kommt, konnte Frauchiger nicht sagen. Er tönte nur an, dass "eine Idee" darin bestehe, diesen niederschwelligen Restaurationsbetrieb "in ein Haus zu integrieren".

Mehr Klarheit scheint im Zeitplan zu bestehen. "Während der Bauzeit kommt eine Buvette auf dem Münsterplatz, der derzeit gepflästert wird, nicht in Frage", sagte Frauchiger. Da archäologische Funde zu "gewaltigen Verzögerungen" geführt hätten, sei eine Buvette-Eröffnung "frühestens im Sommer 2012 oder 2013" denkbar. Der Kanton wolle aber nicht nur den denkmalgeschützten Müsterplatz als Buvette-Standort prüfen, sondern "im Sinne der Stadtbelebung ein Gesamtkonzept über die ganze Stadt" erstellen.

Kommentar vom 11. Februar 2010: "Wird der Münsterplatz von Kraft- zum Saft-Ort?"




Weiterführende Links:
- Stadterneuerer Hans-Peter Wessels: Ein knallharter Softy
- Vorläufiges Aus für Buvette auf dem Münsterplatz


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"Verlässliche Politik sieht anders aus"

So macht man es als Macher. Man lässt das Departement sich aus dem Fenster lehnen, indem man einen Verzicht (!) kommuniziert. Die Einsprecher sind zufrieden. Intern brodelt die Lust auf eine Buvette jedoch weiter, und wie eine Blütenknospe im Frühjahr platzt die Idee, auf die "verzichtet" wurde im gleichen Blumentopf wieder auf. "Eines ist sicher, Departementsvorsteher Hans-Peter Wessels will eine Buvette auf dem Münsterplatz", lässt uns André Frauchiger von BVD wissen. Hier scheint die eine Linke nicht zu wissen, was die andere tut. Verlässliche Politik sieht anders aus.

 

"Der Münsterplatz von heute hat nichts mit dem Münsterplatz im Mittelalter zu tun. Da herrschte wildes Markt-treiben", konnte man im Januar 2010 von Hans-Peter Wessels lesen. Er sei daran erinnert, dass bis vor nicht allzu langer Zeit auf dem Münsterplatz "wildes Parkiertreiben" herrschte. Ergo: Nur weil früher etwas stattgefunden hat, ist es nicht besser als heute.

 

Vorschlag zur Güte: Jede frühere Phase der Münsterplatznutzung wird in umgekehrter Reihenfolge wiederholt. Dann haben wir in etwa 500 Jahren wieder wildes Markttreiben auf dem Münsterplatz und in 2'000 Jahren ein römisches Heerlager; danach wird der Murus Gallicus an der Rittergasse wiedererrichtet.


Martin Hug, Basel




"Bald gibt es keine ruhigen Inseln mehr"

Der Münsterplatz ist eine Oase der Ruhe. Dass eine Buvette auf dem (Kleinen) Münsterplatz das kirchliche Leben stören würde, glaube ich nicht einmal, solange sie zu Gottesdienstzeiten geschlossen bleibt. Die Stille des Platzes ist jedoch in der Hektik und dem Trubel des Alltags erholsam. Hier kann man, wenigstens vorläufig noch, der Hektik für kurze Zeit entrinnen, wenn einem danach ist. Wer diese Friedlichkeit nicht aushält ohne Geschirrgeklapper und Stimmengemurmel und womöglich noch Muzak-Gedudel, der muss ja nicht herkommen, für den gibt es mehr als genug Alternativen. Aber für weniger eventsüchtige und "cüpliselige" Bewohnerinnen der Stadt gibt es bald keine ruhigen Inseln mehr!


Gaby Burgermeister, Basel




"Jeder und jede macht, was er will"

Es scheint, das BVD entwickle sich zum Tollhaus. Jeder und jede macht, was er will. Die Stadtbildkommission macht sich mit dem Solarpanel-Entscheid am Lonza-Hochhaus selber überflüssig. Der Baudirektor handelt mit den Familiengärtnern einen Kompromiss aus und wird von seiner eigenen Partei desavouiert, indem die SP zusammen mit der FDP (eine seltene Kombination) alle Zäune niederreisst und die Familiengärtner – auch SP-Mitglieder in die Betonwüste der Stadtentwicklung schickt.

 

Und während im Kreuzgang die Vandalen ungehindert wüten – waren die nüchtern oder schon voll besoffen? – wünscht sich Herr Wessels trotz zahlreicher begründeter Bedenken eine weitere öffentliche Saufgelegenheit auf dem Münsterplatz. Da bräuchte es vielleicht ein bisschen Mut und Verstand um Unfug vom Wichtigen zu trennen.


Bruno Honold, Basel




"Wie wärs mit dem Standort Domhof?

Nun ja: Es ist ja nachvollziehbar, dass unser Baudirektor eine Buvette in seiner nächsten Nähe möchte. Aber bitte wenn schon, denn schon! Konsequenterweise wäre diese direkt im Hof seines schönen Amtssitzes, dem Domhof am Münsterplatz 12, einrichten. Damit würde seinem durchaus legitimen Verpflegungsbedürfnis Rechnung getragen bei gleichzeitiger Schonung des "Kleinen Münsterplatzes". Bemerkenswert, dass diese lärm-generierende Buvette-Idee heute bekannt wird: Ausgerechnet am "Tag des Lärms", der dazu dient, dessen schädliche Auswirkungen wissenschaftlich untermauert bekannt zu machen.


Beatrice Alder, Basel



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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

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Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.