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Ein Basler Regierungsrat legt den Markierungs-Turbo ein

Ein Mail-Check genügt, um festzustellen, dass der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels seinen Wahlkampf begonnen hat.
Basel, 16. Juni 2016

Es ist jeweils ein untrügliches Zeichen: Wenn's vorstösselt, wählelet's. Das ist der Herzschlag der Politik. Ein halbes Jahr vor den Wahlen kommt plötzlich Leben in die Bude. So auch in Basel-Stadt. Da werden die Medien überhäuft mit "Vorstoss-Paketen" oder auch nur einzelnen parlamentarischen Anfragen ("seht her, wir sind aktiv") als Zeichen der hingebungsvollen Arbeit im Interesse des Volkes. Da halten es die Parteien von besonderem öffentlichem Interesse, ihre Freude über einen Sieg oder ihre Empörung über eine Niederlage der Allgemeinheit kundzutun.

Stärkste öffentliche Exposition

Bei Regierungsräten, die zur Wiederwahl antreten, hat das Ego-Marketing eine andere, individuellere Form. Setzen die einen, wie Eva Herzog (SP), darauf, so wenig wie möglich öffentlich in Erscheinung zu treten und die guten Haushalts-Abschlüsse als Referenz im Raum der öffentlichen Meinung wirken zu lassen, halten sich andere wie Christoph Brutschin (SP), Lukas Engelberger (CVP) und Baschi Dürr (FPD) vermutlich bis nach der Sommerpause zurück.

Nur einer ist heute schon in bester Wahlkampf-Laune (wie er übrigens auch sonst immer gut gelaunt ist): Hans-Peter Wessels (SP, Bild). Findet das bürgerliche Basel weder an der linken Finanzdirektorin Herzog noch am ebenso öffentlichkeitsscheuen Wirtschaftsminister Brutschin glaubwürdigen Nörgel-Stoff, bietet sich Bau- und Verkehrsdirektor Wessels als Zielscheibe politischer Sportschützen schon eher an. Kein Departement ist derart öffentlich exponiert wie jenes, das Strassen aufreissen, Hochhaus-Pläne und Widerstände dagegen bearbeiten muss und Parkplätze bewirtschaften will.

Der Skandal war einfach nicht da

Schon früh in der Legislatur hob die "Basler Zeitung" die Steinschleuder gegen ihn. In der BVB-Krise gab er in der Tat nicht das Bild eines straff führenden Verantwortlichkeitsträgers ab. Zeitweise schwamm er richtiggehend. Die Vorwürfe wegen eines harmlosen "Schwedenreislis" seines Departements-Kaders entpuppten sich dagegen als Rohrkrepierer. Je systematischer die führende Lokalzeitung auf den Goalie und nicht auf das Goal zielte, umso weniger schien der Politiker mit dem balkenkrachenden Lachen politisch in Gefahr zu geraten. Der grosse Skandal war einfach nicht da.

Doch Velofahrer Wessels traut richtigerweise nicht darauf, sicher im Sattel zu sitzen. Umso offensichtlicher ist sein Bemühen, sich den Baslerinnen und Baslern schon in einem Vorwahlkampf als spursicheren Staatslenker in Erinnerung zu rufen. So fällt seit Mitte April eine überaus dichte Konzentration an positiv besetzten Medienanlässen und Verlautbarungen auf. Wie aus der Stalinorgel geschossen kommt seither der Wesselsche Leistungsnachweis aus seiner Medienabteilung.

Positiv-Nachrichten im Tages-Takt

Beinahe im Tages-Takt treffen departementale Positiv-Nachrichten in den Redaktionen ein. "Eröffnung des grenzüberschreitenden Rheinuferwegs", "Velofreundliche Lichtsignalanlagen: Erfreuliches Zwischenresultat", "ÖV-Programm 2018-2021 – Weiterentwicklung des Tram- und Busangebots", "Zweite Bauetappe im Erlenmattpark abgeschlossen und eingeweiht", "Neuer Veloweg entlang der Wiese eröffnet", "klybeckplus – ein Stadtquartier entsteht", ... (wir müssen hier aus Übersichtsgründen einen neuen Absatz einfügen, red.)

... "ein attraktiverer Rümelinsplatz dank Kunstwerk und neuen Sitzmöbel", "Tram 3: Guter Baufortschritt", "Neuer Schnellbus zwischen Roche und Bahnhof SBB", "Blaue Abfallcontainer am Rhein neu mit Bild und Aschenbecher", "Basel wächst, die Verkehrspolitik zeigt Wirkung" oder "Lancierung der App 'Basler StadtNatour' – the city seen in green" lauteten die Schlagzeilen der Verlautbarungen. Botschaft: Wessels Supermann – treibt den Kanton voran.

Imagepflege für den Chef

Daran lässt sich erkennen, dass die Medienbeauftragten der Departements-Chefs nicht nur Türöffner und Kanalisatoren für Medienschaffende sind, sondern auch die Imagepfleger und PR-Agenten ihrer Vorgesetzten, was als Ausgleich zur teils kritischen Medien-Macht einer gewissen Berechtigung nicht entbehrt.

Wir machten uns übrigens schon etwas Sorgen darüber, ob der aktuelle Wessels-Turbo psychisch verkraftbar sei, da erreichte uns die Nachricht, dass der Baudirektor Ende Juni auch zur neuen Ausstellung im Museum der Kulturen zum Thema "GROSS" als Redner auftreten und begleitend dazu wohl auch etwas "gross" herauskommen möchte. Zuvor aber steht nächsten Mittwoch noch die Eröffnung der Jahresversammlung  des "Trinationale Atomschutzverband" (TRAS) auf der Agenda.

Obschon ihm dort keine einzige Stimme winkt, liess es sich Wahlkämpfer Wessels letzte Woche nicht nehmen, an der Generalversammlung der "IG Südumfahrung Nein" in Therwil über die "aktuellen Verkehrsprojekte in der Region Basel" zu referieren. Er scheint also durchaus noch Reserven zu haben.




Weiterführende Links:
- Wie ein Whistleblower Wessels auf die Fussnote-Spur half
- Wessels, Pegoraro, Wüthrich und die Agenda der BaZ
- Wessels legt ein entschärftes Parkgebühren-Konzept vor
- Jetzt gilts ernst mit dem Basler Zonenplan
- Stadterneuerer Hans-Peter Wessels: Ein knallharter Softy


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Der Jugendzirkus Circo Fantazztico aus Costa Rica bietet sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen eine Gemeinschaft und neue Perspektiven.

Vorführungen:
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Dauer: 90 Min., Eintritt kostenlos, Kollekte für das Zirkusprojekt
Mehr: www.ecosolidar.ch

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"Hacker in USA stiehlt Daten von gut 100 Millionen Bankkunden"

AZ online
vom 30. Juli 2019
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Korrekter wäre: "Hackerin in USA ...". Es war eine Frau.

RückSpiegel


Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Die Medienwoche empfiehlt ihren Leserinnen und Lesern die Lektüre des OnlineReports-Interviews mit "Prime News"-Gründer Christian Keller.

Telebasel und die Schweiz am Wochenende nahmen die OnlineReports-News über die Tresor-Knacker im Gartenbad St. Jakob auf.

In ihrem Artikel über die Solidarisierung von BVB-Mitarbeitenden mit einem BaZ-Redaktor nahm Prime News auf einen früheren OnlineReports-Beitrag Bezug.

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Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.