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Bruderholzspital: Start des grossen Umbauprogramms

Das Bruderholz-Spital wird für 21 Millionen erdbebensicher gemacht und erhält für 23,5 Millionen eine neue Frauenklinik. Es sind die ersten Etappen einer umfassenden Erneuerung.
Binningen/Bottmingen, 17. Dezember 2013

"Ein verlorenes Jahrzehnt": So umschreibt Dieter Völlmin, Verwaltungsratspräsident des Kantonsspital Baselland, die lange Planungsphase für das Bruderholzspital. Die Idee, den Bau von 1973 (Architekten Suter+Suter) abzubrechen und einen Neubau zu errichten, war aus Kostengründen nicht realisierbar. Nun wird das Spital, dessen Hauptgebäude auf Binninger Boden liegt, in Etappen saniert. An einer Medienkonferenz orientierten die Veranwortlichen Heute Dienstag über die ersten Schritte.

Verstärkung gegen Erdbeben

Die mangelnde Erdbebensicherheit war einer Hauptgründe für die Neubaupläne. Doch mittlerweile haben die Experten herausgefunden, dass eine Erdbebenverstärkung des bestehenden Baus möglich ist. Erstaunlicherweise wird dies zum grossen Teil an den Fassaden des Hauptgebäudes realisiert, die mit Fachwerken und Stahlbetonwänden verstärkt werden. Diese Einbauten müssen aber bis zum Untergrund geführt und dort durch sogenannte Mikropfähle verankert werden, erläuterte Stefan Sick, Leiter Grossinvestitionen beim Kantonsspital. Auch wird der Hochhaustrakt vom Sockelgeschoss statisch getrennt, was im Falle eines Erdbebens von Vorteil ist.

Bis zum Februar des nächsten Jahres soll das Baugesuch eingereicht werden. Zeitgleich kann schon mit den Vorbereitungsarbeiten für ein echtes Neubauprojekt im Rahmen der Gesamtsanierung begonnen werden: Der jetzt leer stehende Gebäudeflügel auf der Westseite wird schon bald abgebrochen, da dafür keine Bewilligung notwendig ist. An seiner Stelle entsteht die neue Frauenklinik, die zur Zeit noch im Parterre des Hauptgebäudes untergebracht ist.

Geburtenabteilung langfristig gewährleistet

Mit dem Entscheid für den Neubau sei auch ein langfristiges Bestehen der Geburtenabteilung gewährleistet, betonte David Hänggi, Chefarzt der Frauenklinik. Risikoschwangerschaften und Frühgeburten werden auch in Zukunft betreut. Nach der umstrittenen Schliessung der Geburtenabteilung im Spital Laufen wird das Kantonsspital diesen medizinischen Bereich in Liestal und auf dem Bruderholz konzentrieren. 

Die Kosten für die neue Frauenklinik belaufen sich auf 23,5 Millionen Franken, für die Fassadensanierung und die Erdbebenverstärkung wurden 21 Millionen eingesetzt. Dabei handelt es sich aber nur um die ersten Etappen einer Gesamtsanierung, welche die ganze Struktur des Spitalbaus erfassen wird, den Spitalbetrieb aber nicht beeinträchtigen darf. Kantonsspital-Chef Heinz Schneider schätzt die Gesamtkosten auf 200 bis 250 Millionen, einen Betrag, den das Unternehmen aus den eigenen Mitteln und Einnahmen aufbringen muss. Gemäss dem Masterplan sollen die Arbeiten bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein.  



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