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Fitnesskur für Münsterplatz-Kastanienbäume

Die 35 Kastanienbäume auf dem Kleinen Münsterplatz in Basel blühen derzeit zwar prächtig, ihre Blätter haben sich hellgrün entfaltet, doch ihr Innenleben sieht etwas trostloser aus. Die Stadtgärtnerei muss einzelne Bäume sanieren – oder gar ersetzen.
Basel, 30. April 2009

Die Stadtgärtnerei startet in diesen Tagen an fünf Bäumen auf dem Kleinen Münsterplatz einen Versuch, deren Lebensraum zu verbessern. Im Visier haben die Profis vor allem die oberste Bodenschicht. Ziel sei es, "dass die Bäume mit ihren Wurzeln besser atmen und Wasser und Nährstoffe aufnehmen können", wie es in einem Communiqué heisst. Der Erfolg aber ist nicht gewiss: "Inwiefern die alten Bäume auf diese Sanierungsmassnahmen noch reagieren können, wird in den kommenden 24 Monaten regelmässig mittels moderner Messtechnik und intensiver Beobachtungen untersucht."

Die Stadtgärtnerei will mit diesen Verbesserungsmassnahmen erreichen, dass die prächtigen Kastanienbäume möglichst lange erhalten bleiben können. Reagieren die Test-Bäume auf die Belüftungsmassnahmen ungenügend, müsse "mittelfristig auch ein Ersatz der Bäume in Betracht gezogen werden".

Hunde-Urin und schweres Gerät

Die Kastanienbäume auf dem kleinen Münsterplatz haben eine lange Geschichte hinter sich. Wie alte Fotos zeigen, wurden die Bäume im Jahr 1880 gepflanzt. Stolz stehen die damaligen Pflanzer neben ihren jungen Bäumen. Leider sei der Zustand der grünen Riesen "bis zum heutigen Tag eher problematisch": Wie die meisten Stadtbäume wurden auch sie vor negativen Einflüssen nicht verschont. So wurden in den fünfziger Jahren Autos auf Baumscheiben und Wurzeln parkiert und die Baumstämme angefahren. Die dabei entstandenen Schäden und die Bodenverdichtung lösten damals in der Bevölkerung heftige Reaktionen aus. Die Stadtgärtnerei machte darauf den Kleinen Münsterplatz mit einem neuen Kiesbelag begeh- und befahrbar.

All diese Einflüsse und Massnahmen hätten aber die Versorgungsmöglichkeiten der Bäume drastisch verschlechtert, "weshalb ihre Entwicklung praktisch stagnierte und eine langsame sogenannte Vergreisung einzelner Bäume die Folge war". Noch heute stehen die Bäume und trotzen den Belastungen. Hunde-Urin, Befahren mit schweren Geräten während öffentlichen Veranstaltungen sowie die Veränderungen der Niederschlagsintensitäten setzen ihnen zu. "Trotzdem präsentieren sich die Rosskastanien jedes Jahr wieder mit Blüten und Laubwerk. Doch das Bild trügt, es geht den Bäumen nicht besonders gut". gibt die Stadtgärtnerei zu bedenken.



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