Keine neue, "alte" Orgel in der reformierten Kirche

Oberwil, 17. März 2018

Aus der Traum einer neuen Orgel in der reformierten Kirche Oberwil. 66 Gemeindeglieder haben sich am Donnerstagabend an einer ausserordentlichen Kirchgemeinde-Versammlung gegen den Bau einer Orgel im Renaissance-Stil ausgesprochen. Dafür waren 24 Mitglieder bei keiner Enthaltung.

Der junge, ungarische Organist Marton Borsanyi wollte mit kräftiger Unterstützung eines Sponsors aus der Gemeinde den Bau einer Kopie durch einen Budapester Orgelbauer nach dem Vorbild der grossen Orgel im polnischen Olkusz vorantreiben.

Nachdem die alte, seit 1952 in Betrieb stehende Oberwiler Orgel auf der rückwärtigen Empore von Experte Theo Ettlin als kaum mehr tauglich taxiert worden war, sollte eine neue Orgel im alten Stil bei höher gestimmtem Kammerton (A = 465 Hz) mit ihrer dominanten Position im Chor auch neues Klangleben in den Kirchenraum zaubern.

Die alte Stimmung hätte die Choräle um einen halben Ton höher anstimmen lassen. Die "Chortonstimmung" hätte allerdings ein Zusammenspiel mit normal gestimmten Instrumenten wie Flöte oder Klarinette verunmöglicht.

Die Orgel war mit Baukosten in der Höhe von 350'000 Franken veranschlagt, wobei der Sponsor 80'000 Franken aber nur für diese Orgel beigetragen hätte. Zusätzlich waren Kosten für den Umbau im Chorraum und die Einlagerung der Kunstinstallation in sechsstelliger Höhe zu erwarten.

Mit der Ablehnung wird der Orgel-Neubau vertagt. Hingegen hat die Kirchgemeinde mit grossem Mehr zugestimmt, dass die Kirche Oberwil eine Orgel beibehält, sei es, dass das alte Instrument revidiert wird oder dass ein Neubau mit einem geänderten Projektvorschlag erfolgen soll.



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