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Eglisee: Patentierte Eisbahn-Erfindung im Staatsbetrieb

Es ist kein Witz: Die geplante neue Kunsteisbahn im Basler Gartenbad Eglisee soll eine Erfindung des kantonalen Sportamtes werden. Und sogar patentiert. Im Winter Eis – im Sommer Badewasserheizung.
Basel, 6. Juli 2011

Im Basler Erziehungsdepartement geht Daniel Düsentrieb um. Genauer: Im Sportamt. Eric Hardman (50, Bild rechts), Leiter der Sportanlagen, gilt als begnadeter Tüftler. Es ist in keiner Weise ein Witz: Heute Mittwochnachmittag präsentierte er im Basler Gartenbad Eglisee bei prächtigstem Sonnenschein zusammen mit seinem Departements-Chef Christoph Eymann (Bild links) ein völlig neuartiges energiesparendes Kunsteisbahn-System.

Heutige Eisbahn: Zu alt, zu teuer, zu unökologisch

Worum geht es? Die Kunsteisbahn Eglisee, die im Winter seit rund vierzig Jahren über den Schwimmbecken des Gartenbads aufgebaut werden, ist veraltet. Gekühlt wird sie mit Ammoniak – und dies auf einem Areal, das teilweise in der Grundwasserschutzzone liegt. Zudem muss jedes Jahr für Auf- und Abbau je 2'000 Tonnen Material transportiert und in einem Schuppen zwischengelagert werden. Auf- und Abbau dauern je sechs Wochen, der Energieaufwand sei "enorm", betonte Eymann.

Folge: Die staatliche Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit verfügte Mitte letzten Jahres, dass die einzige Kunsteisbahn auf Kleinbasler Boden bis in spätestens vier Jahren saniert werden müsse.

Kühlröhren unter der Liegewiese

Statt einfach die konventionelle Anlage auf den Stand der Umwelttechnik zu bringen, begann Sportamt-Anlagenchef Hardman zu tüfteln. Gestern Dienstag wurde die Regierung und heute wurden die Medien nun über das Ergebnis informiert. In vier Jahren sollen die beiden Eisfelder nicht mehr über den Schwimmbecken angelegt werden, sondern direkt auf der westlich davon gelegenen Liegewiese.

Hardmans mittlerweile patentierte Idee: Nur einen Zentimeter unter dem Naturrasen wird ein aus Recycling-Material bestehendes Gitter (Jargon: "Energie-Rasen-Gitter") verlegt, in das Kühlmittelröhren eingearbeitet sind (siehe Bild oben). Im Winter wird der Rasen mit einer Folie abgedeckt und diese mit Wasser besprüht. Das neutrale und umweltfreundliche Kühlmittel, das in den Röhren zirkuliert, lässt das Wasser nach und nach gefrieren. Ist die Eisdecke dick genug, kommt die bekannte Eismaschine zum Einsatz und schleift die Flächen plan.

Wesentliche Badesaison-Verlängerung

Hardman betonte, dass der Einbau der Gitter "keinerlei Beeinträchtigung des Liegekomforts im Sommer" zur Folge habe.

Die Hoffnungen des Departement beruhen darauf, dass die neue Eisbahn nicht nur weniger arbeits- und kostenintensiv, sondern auch bedeutend ökologischer betrieben werden kann. So ist geplant, die immense Enenergiemenge, die beim Kühlen verbraucht wird, in Form von Abwärme zu nutzen, um umliegende Häuser zu heizen. Es geht um viel Energie, wie der beigezogene Ingenieur Benjamin Bührer gegenüber OnlineReports erklärte: Im neuen Eisstadion Zug können durch die Abwärmenutzung das Eisstadion, ein 18-stöckiges Hochhaus und eine Überbauung mit 200 Wohnungen während Sommer und Winter zu einem grossen Teil mit Wärme versorgt werden.

Die Anlage ist aber nicht nur im Winter tauglich: In der wärmeren Jahreszeit kann aus dem Rasen-Gitter im "Eglisee" Sonnenenergie zur Badewasser-Erwärmung gewonnen werden – aus Kühl- werden Wärmeröhren –, so dass eine "extreme Verlängerung" (Hardman) der Badesaison möglich werde. Indem die Schwimmbecken baulich nun nicht mehr an die Winternutzung angepasst werden müssen, sei auch denkbar, sie nun mit einer Rutschbahn auszustatten.

Auch ein Risiko ist mit dabei

Das Erziehungsdepartement kann sich sogar vorstellen, die staatseigene Erfindung auf Millionen Quadratmeter brach liegenden Flachdächern im ganzen Land zur thermischen Nutzung einzusetzen. Eymann unterliess es allerdings nicht, auch ein "Risiko des Scheiterns" zu erwähnen. Das System sei aber so Erfolg versprechend, dass er sich hinter die Erfindung stelle. Auf die Frage von OnlineReports, ob sein Departement im Erfolgsfall eine Tochterfirma für Eisbahn-Innovation und Energiegewinnung plane, sagte Eymann: "Weshalb nicht?"

Zahlen über Kosten und Energieeinsparung waren an der Medienkonferenz indes noch nicht erhältlich. Bis über Erfolg oder Misserfolg entschieden werden kann, sind noch zahlreiche Versuche nötig. Sichtbar wird dies ab August im südlichen Teil des Gartenbads, wo auf einer Fläche von 240 Quadratmetern ein Feldversuch durchgeführt wird. Unter anderem soll geklärt werden, welcher Naturrasen den winterlichen Dauerfrost am besten übersteht.

Diesbezügliche Versuche laufen bereits. Eymann bemerkte lachend, es gebe in seinem Departement derzeit keinen Tiefkühler, in dem nicht ein gefrorenes Stück Rasen liege.



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"Sensation, diese Erfindung!"

Ein Bravo an das Sportamt! Sensation, diese Erfindung für den Breitensport. Das Super Rezept zum Energie sparen, die neue Technik hilft uns mit dieser Erfindung Strom sparen, der Breitensport braucht einen neuen Schub. Schlittschuhlaufen im Winter – im Sommer Warmwasser zum Duschvergnügen! Wir freuen uns auf diese tolle Anlage im Eglisee. Herzliche Gratulation!


Stefan Saladin, Lupsingen




"Gratulation an das Sportamt"

Dieser Artikel ist in doppelter Hinsicht spannend: Erstens, es ist eine positive Meldung und zweitens, es zeigt einmal mehr, wenn die "Propheten" im eigenen Betrieb das Klima vorfinden um Ihre Kreativität einzubringen, ja sogar umzusetzen ist dies sehr positiv.

 

Gratulation an das Sportamt für diese Leistung. Ich freue mich auf die Umsetzung dieses Projektes und hoffe es lesen viele Verantwortliche Chefs diesen Artikel und lassen Ihre "Hardmans" Ideen einbringen.


Rolf Hermann, Schönenbuch



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Weitere RückSpiegel

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"Da war zunächst der Schock eines Kunden, ja, er erbleichte gar, als er seine leer geräumte und offensichtlich aufgebrochene Kassette ans Tageslicht befördern liess."

Basler Zeitung
vom 21. Dezember 2018
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Fantasievoll: Erst der Schock, dann das "gar Erbleichen".

In einem Satz


Anna Ott gibt das Amt als Vizepräsidentin der Grünen Baselland aufgrund ihres Masterstudiums in Nordeuropa ab; eine Nachfolge steht noch nicht fest.

• Das von der Fondation Franz Weber massgeblich unterstützte Referendum gegen ein Ozeanium auf der Basler "Heuwaage" ist mit 4'649 Unterschriften zustande gekommen.

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Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.

• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

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Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

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Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.