© Foto by Sabina Droll


"Dalbe"-Umgestaltung: Heimatschutz-Kritik an Plänen

Der geplante Umbau der historischen St. Alban-Vorstadt und der Umgebung des Schöneckbrunnens stösst auf heftige Kritik des Basler Heimatschutzes.
Basel, 29. März 2018

Ähnlich wie die Rittergasse soll auch die St. Alban-Vorstadt (Volksmund: "Dalbe") nach dem Konzept einer Teilpflästerung mit Wackensteinen umgestaltet werden. Betroffen ist der Bereich zwischen St. Alban-Graben und Malzgasse, der für den Fussgängerverkehr separate, teils sehr schmale Trottoirs aufweist. Diese Gehsteige sollen beidseitig durch direkt mit der geteerten Strasse verbundene gepflästerte Streifen ersetzt werden.

Brunnen "verliert Einzigartigkeit"

Dieses Konzept stösst nun auf deutliche Kritik des privaten Basler Heimatschutzes. Er beanstandet in einem Brief an die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) des Grossen Rates, dass durch die Randpflästerung "die schöne Gestaltung rund um den denkmalgeschützten Schöneckbrunnen verloren geht" (Bild rechts).

Dieser Brunnen, in dem sich zur Sommerszeit badende Kinder tummeln, stehe heute "gleichsam auf einer Insel im Strassenraum", eingefasst von quadratischen feinen Pflastersteinen. Diese Insel-Wirkung soll nach den bestehenden Plänen verschwinden. "Steht der Brunnen heute abgesetzt vom Verkehr und als hervorragende Gestaltung herausgehoben, so wird er nach der Umgestaltung von allen Seiten angreifbar und verliert seine Einzigartigkeit", gibt der Heimatschutz zu bedenken.

Wildparkieren auf Pflästerung befürchtet

Ohnehin werde die "Dalbe" mit dem Konzept "auseinander geschnitten". Diese Vorstadt reiche vor ihrer historischen Anlage her vom St. Alban-Graben bis zum St. Alban-Tor. Die "sogenannte mittelalterliche Pflästerung" reiche jedoch nur vom St. Alban-Graben bis zur Malzgasse.

Der Heimatschutz beanstandet weiter, dass die geplante Kombination von asphaltierter Strasse und Rheinwackenbelag "jeweils unmotiviert" erfolge. Dabei stamme die heutige Gestaltung mit Trottoirs wie auch eine grosse Zahl der angrenzenden Häuser aus der Zeit vor 1860, woraus sich heute ein "Gesamtbild" aus jener Zeit ergebe.

Durch den Verzicht auf Trottoirs aber würden Fussgänger "ungeschützt dem motorisierten und nicht motorisierten Verkehr ausgesetzt". Dabei seien die Trottoirs ja gerade als Schutzraum für sie erfunden und gebaut worden. Der Heimatschutz befürchtet zudem, dass Autos – wie bereits in der aufwändig hergerichteten Rittergasse – auf den gepflästerten Randstreifen "wild parkiert" werden und Fussgänger somit auf den asphaltierten Mittelstreifen ausweichen müssen.

Risiko Regenwasser

Ausserdem: Heute wird das Regenwasser von den Dächern über im Trottoir eingelassene gusseiserne Rillen in den Strassengraben geleitet. Künftig soll dieses Wasser direkt in die Hauskanalisation geführt werden. Dies provoziere Gefahr, schreibt der Heimatschutz. So sei es am Nadelberg schon vorgekommen, das eine Verstopfung im Rohr einen Keller überflutete und die Feuerwehr aufgeboten werden musste.

Schliesslich merken die Heimatschützer das pikante Detail an, dass bei der Abzweigung Malzgasse mit den Pflästerungsarbeiten schon begonnen wurde, obschon der Grosse Rat der Vorlage vom August 2017 noch gar nicht zugestimmt hat.




Weiterführende Links:
- Keinen Parkplatz gefunden? In der Rittergasse hat's!
- Behinderten-Parkplätze: "Wie eine Faust aufs Auge"
- Verschönerung: Jetzt wird auch die "Dalbe" gepflästert
- Kritik an Pflästerung bei Basler Barfüsserkirche: "Wie Küchen-Boden"
- Vom sinnlichen Leben auf dem Platz, der einmal eine Kreuzung war
- Wie eine Million Pflastersteine dem Basler Münsterplatz Majestät verleihen


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"Bild der alten Häuserzeilen würde beeinträchtigt"

Der Kritik des Heimatschutzes kann ich mich nur anschliessen und möchte sie noch ergänzen: Seit sieben Jahren gehe ich jetzt den Weg in die Dalbe viermal täglich, zweimal hin, zweimal zurück. Das Verkehrsaufkommen hat zugenommen, vor allem morgens ist es beachtlich. Auto, Lastwagen, Velofahrer.

Autos: Eltern bringen ihre Kinder in die Minerva. Lastwagen: in der Dalbe hat es immer wieder Baustellen unter anderem zwecks Umbau eines Hauses oder Strassenrenovationen. Velos: Gewisse RadfahrerInnen werden immer frecher und ungeduldiger, verwechseln manchmal die Dalbe mit einer Rennstrecke. Sie sieht man hinter den parkierten grösseren Autos oder Lastwagen dem Trottoir entlang nicht immer.

Ich bin der Meinung, dass der Gehsteig sowohl links wie rechts in der Dalbe bleiben sollte. Auch in seiner Schmalheit gewährt er eine gewisse Sicherheit für die Passanten. Die geplante Umgestaltung, ähnlich wie in der Rittergasse, mit Wackensteinen, finde ich keine gute Idee!. Somit haben die Verkehrsteilnehmer überhaupt keine Begrenzung mehr, auch wenn ein Streifen dunkler Asphalt, der auf gleichem Niveau wie die beidseits geplanten Wackensteine eingelegt ist, bestehen bleibt.

Zudem meine ich, dass das schöne Gesamtbild der alten Häuserzeilen – einer der historisch wertvollsten Altstadtgassen Basels – optisch beeinträchtigt wird. Meines Erachtens passt so eine Wackenstein-Parade auch nicht zur Fassade des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums. Da würden ganz unterschiedliche Gesteinsarten aufeinandertreffen, sozusagen wie eine Faust auf dem Auge.

Zudem sind die eingelegten Wackensteine für die Fussgänger eine grosse Gefahr. Bei Regen besteht das Risiko auszugleiten. So geschehen schon auf dem Münsterplatz. Aber auch bei trockenem Wetter ist es kein Vergnügen, auf solcher Strasse zu laufen, auch wenn die Steine abgeschliffen und abgeflammt sind. Sogar bei trockenem Wetter kann das Laufen zu einer wackeligen Angelegenheit werden, trägt Frau doch gerne auch mal "Pumps".

Die Arbeiten für ein neues "Pflaster" rund um den wunderbaren Schöneck-Brunnen an der Ecke Mühlenberg/St. Alban-Vorstadt finde ich ebenfalls unnötig, bildet dieser zusammen mit dem Kopfsteinpflaster eine Einheit!


Sabina Droll, Seltisberg




"Protestpetition von Wessels einfach ignoriert"

Die "Dalbe"-Umgestaltung, analog zur Rittergasse, ist eine Zwängerei des Departements von Regierungsrat Wessels. Eine Protestpetition unterschrieben von einer ansehnlichen Anzahl von Anwohnern wird von der Regierung einfach ignoriert. Wahrscheinlich ist das Ziel Wessels, alle Altstadtquartiere  einheitlich künstlich kitschig zu gestalten. Mit diesem Vorgehen raubt Wessels den Quartieren ihre Einzigartig- und Unverwechselbarkeit. Sollen denn alle Quartierstrassen zu einem klinisch sterilen Einheitsbrei verkommen und sich Velos E-Bikes und Autofahrer mit erhöhtem Unfallrisiko im Schritttempo um die Fussgänger schlängeln?


Claudio Bachmann, Basel




"Brunnen verdient besondere Präsentation"

Oft muss ich über den Heimatschutz den Kopf schütteln. Aber mit dem Verlust der Insel-Wirkung und der Einzigartigkeit des "Dalbe"-Brunnens gehe ich einig. Dieser aussergewöhnliche Brunnen hat diese besondere Präsentation und diese "Insel-Wirkung" verdient. Der Aufwand zu dessen Einbindung in restliche Einebnung wird problemlos möglich sein.


Erwin Schönholzer, Basel



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Weitere RückSpiegel

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vom 3. April 2018
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War nicht eher der fungierte Kitt ausgelutscht?

In einem Satz


• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

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• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

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• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

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