© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


Anwalt Martin Wagner in seinem Haus erschossen

Der Basler Medien-Anwalt Martin Wagner ist tot: Er wurde heute Sonntagmorgen in seinem Wohnhaus in Rünenberg erschossen. Der vermutete Täter brachte sich selbst um. Ein privates Delikt ist naheliegend.
Rünenberg, 28. Januar 2018

Der 57-jährige Jurist Martin Wagner (Bild) starb um 9 Uhr durch Schüsse in seiner Villa (kleines Bild) am Rande eines Einfamilienhausquartiers in der Oberbaselbieter Gemeinde. Wie die Polizei in einer ersten Medienmitteilung schreibt, erschoss sich danach der vermutete Täter, ein 39-jähriger Schweizer. Nach Informationen von OnlineReports soll der Suizid vor der Liegenschaft stattgefunden haben. Weitere Angaben folgen nach einer Medienkonferenz, die um 15 Uhr stattfindet.

Martin Wagners Anwaltskanzlei arbeitete für die "Basler Zeitung", deren Holding er vorübergehend mitbesass. Wagner war auch Rechtskonsulent der Wirtschaftskammer Baselland und eine ausgesprochen umtriebige und durchsetzungswillige Persönlichkeit. Er war mit dem Film- und Medienunternehmer sowie FCB-Präsident Bernhard Burgener privat und geschäftlich eng verbunden und unter anderem in der Vermarktung der Champions League-Rechte und des European Song Contests in leitender Funktion aktiv. 2011 versuchte er sich in der Politik: Er kandidierte für die Baselbieter FDP, in die er kurz zuvor eingetreten war, für den Nationalrat, landete aber auf dem letzten Platz.

Sein Tod ist eine familiäre Tragödie: Er hinterlässt drei Kinder. Letzten September starb seine Frau Sandra Wagner, die Geschäftsführerin von "Radio Basilisk" war, 46-jährig an einer schweren Krebskrankheit. Wagner war ein Tausendsassa, der in grossen Film- und Medienfirmen wie der "Highlight Communications AG" mitmischte, die ihm siebenstellige Jahreshonorare einbrachten, aber auch den regionalen Autogewerbeverband präsidierte. Niederlagen steckte er emotionslos weg. Er konnte äusserst charmant sein, aber geschäftliche Gegner äusserst hart attackieren. Gern hielt er sich auf seiner Ranch in Arizona auf.

Nachbarschafts-Streit führte zur Tat

An einer Medienkonferenz heute Sonntagnachmittag nannten Polizei und Staatsanwaltschaft erste gesicherte Einzelheiten zur Bluttat. Die Alarmierung der Polizei, wonach "Schüsse gefallen" seien, erfolgte um 8.57 Uhr aus der Nachbarschaft des Tatorts, wie Einsatzleiter Bernhard Baumgartner (Bid links) erklärte. Insgesamt rückten 70 Einsatzkräfte an den Zielweg aus, darunter die Sondereinheit "Barracuda". Im Innern seiner Villa fanden Sie Martin Wagner schwer verletzt vor. Reanimationsversuche blieben erfolglos. Wagner erlag vor Ort seinen Schussverletzungen.

Staatsanwalt Pascal Pilet (Bild rechts) bestätigte, dass es sich beim Erschossenen um Wirtschaftsanwalt Martin Wagner handelt. Der 39-jährige Mann aus der Nachbarschaft – der vermutliche Täter – dürfte sich kurz vor 9 Uhr zur Liegenschaft begeben und dort "Schüsse abgegeben" haben. Wieviele Schüsse Wagner wo getroffen haben, konnte er nicht sagen.

War es ein Beziehungsdelikt?

Auch das Tatmotiv sei derzeit noch unklar, sagte Pilet. Nach aktuellen Kenntnissen stehe die Tat mit Wagners beruflicher Tätigkeit in keinem Zusammenhang. Vielmehr sei es "im privaten Umfeld" zu suchen. Über weitere mögliche im Martin Wagners Haus Anwesende konnte die Polizei keine weiteren Angaben machen. Ebenso könne davon ausgegangen werden, "dass sich Opfer und Täter gekannt haben". Vorgängige Drohungen gegen Wagner seien Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bekannt.  Keine Angaben konnten auch zur Tatwaffe gemacht werden.

An der Beton-Fassade über der Garage-Einfahrt glitzerten heute Nachmittag silbern die fünf Buchstaben "S", "J", "D", "S" und "M" – die Initialen der Vornamen der einst fünfköpfigen Familie, von der seit heute noch drei Kinder geblieben sind. Sie werden durch ein Care-Team des Kantons betreut.




Weiterführende Links:
- "Ich werde dreinreden. Ich greife ein"
- Blocher-Kritiker Martin Wagner steigt wieder in die "Basler Zeitung" ein
- "Basler Zeitung" greift BZ-Verleger Peter Wanner frontal an
- "Ich suchte immer Leute, die den Job besser machen als ich"
- Wut und Frust über SVP-isierung der "Basler Zeitung"
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"So viele Geschäftsgeheimnisse"

Herr Brönnimann, es ist anzunehmen, dass bei einem normalen Guschti Büenzli nicht so reagiert wird. Der hat auch nicht so viele Geschäftsgeheimnisse zu verstecken.


Bruno Heuberger, Oberwil




"Ich staune über das Einschätzungsvermögen"

Wau, 70 Polizisten in Rünenberg! und Helikopter / Panzerfahrzeuge fehlten die wirklich? Ich staune über das Einschätzungsvermögen der Polizistenführung auf eine telefonische Meldung.


Werner Brönnimann, Gelterkinden



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"Die Stimmbevölkerung hat sich dazu Mals an der Urne ganz klar gegen Unterflurcontainer ausgesprochen."

BDP
Medienmitteilung
vom 21. Juni 2019
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Damals, schweizerisch: dannzumal.

RückSpiegel


In ihrem Artikel über die Solidarisierung von BVB-Mitarbeitenden mit einem BaZ-Redaktor nahm Prime News auf einen früheren OnlineReports-Beitrag Bezug.

Die Badische Zeitung nahm die OnlineReports-News über den Wechsel von Orthopäden vom Bruderholz-Spital in die Allianz von Universitätsspital Basel und Bethesda-Spital auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.