© Foto by Marc Gusewski, OnlineReeports.ch


Baselbieter Windparks frühestens 2020 am Netz

Schweizweite Premiere: Drei Energieversorger planen gemeinsam die regionale Windenergie zu erschliessen. Frühestens 2020 könnte ein Windpark ans Netz.
Bubendorf, 17. Februar 2014

In der Schweiz kam die Windenergie bisher kaum vom Fleck. Im Baselbiet stellte die damalige Baudirektorin Elsbeth Schneider (CVP) bereits 2001 "günstige Rahmenbedingungen" für die Stromer in Aussicht. Dreizehn Jahre später ist die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion tatsächlich soweit: Vorsteherin Sabine Pegoraro (FDP) verspricht für Mitte März einen ersten Windentwicklungsplan ("kantonaler Richtplan Windenergie"). Wenn alles gut geht, könnte er Ende Jahr durch den Landrat bewilligt werden.

Planungsprozess muss wiederholt werden

Doch dann beginnt derselbe Prozess auf Gemeindestufe – und der benötigt Jahre. Wenn dann alles gut geht, gibt es ein umfangreiches Baubewilligungsverfahren mit Einsprachemöglichkeit auf allen Stufen, das nochmals Jahre dauert. Folgerichtig benötigt die Windenergie-Entwicklung neben Geduld viel Geld. Vorabklärungen gehen in die Hunderttausende von Franken. Zu guter Letzt dürfte ein regionaler Windenergiepark kaum so lukrativ sein wie einer an der Nordseeküste oder im Schweizer Jura, wo für einen in Wind investierten Franken mehr Strom herausspringt.

All dies macht klar, weshalb das regionale Windgeschäft ein laues Lüftchen ist. Nun will man aber "gemeinsam für Schwung sorgen". Dies kündigten die Geschäftsleiter der regionalen Energieversorgungsunternehmen Industrielle Werke Basel (IWB), Elektra Birseck (EBM) und Elektra Baselland (EBL) heute Montagmorgen an einer Medienkonferenz in Bubendorf an.

Alle drei an einem Tisch – drei favorisierte Standorte

"Ein historischer Moment: Nach zwölf Jahren sitzen erstmals wieder alle drei Energieversorger der Region an einem Tisch, um gemeinsam ein Projekt durchzuziehen", sagte EBL-Geschäftsleiter Urs Steiner. IWB-Chef David Thiel begründete das Vorgehen indem, man "gemeinsam vorgehen  und die bestgeeignetsten Standorte zusammen entwickeln kann". Der Weg werde auch dann "lange und beschwerlich bleiben". EBM-Geschäftsleiter Conrad Ammann lobte die "sinnvolle Hebung des regionalen Potenzials". Die Windleute blieben aber auf die Unterstützung durch die Politik angewiesen.

Die drei Energieversorger haben, wie sie heute bekanntgaben, sieben potentielle Standorte für Windenergie im Auge, wovon drei Favoriten sind (Grafik oben): Die IWB führen ihre Planungen für den Standort "Chall" bei Kleinlützel fort. Die EBM prüft Windräder bei Liesberg und die EBL an einem Standort bei Liestal. Daneben gibt es Plätze, die alternativ verfolgt werden und die ausserhalb national geschützter Landschaftszonen liegen. Das ist den Beteiligten wichtig zu betonen, um offensichtliche Landschaftsschutz-Konflikte auszuschliessen. Ferner wollen die Werke sich jeweils gemeinsam an Standortgesellschaften, die die Windparks managen, beteiligen und die Gemeinden einladen, Aktienkapital zu zeichnen.

Unterschiedliche Ertragsaussichten

Über den Daumen gepeilt, rechnet IWB-Chef Thiel mit 100 bis 130 Millionen Kilowattstunden Strom (ungefähr die Hälfte, was das Rheinkraftwerk Augst im Jahr erzeugt), wenn alle drei Windparks dereinst, also nach 2020, realisiert würden. Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro sagte, die Regierung erwarte ein Potential von lediglich 20 bis 30 Millionen Kilowattstunden – sie gab sich also deutlich pessimistischer. Sie geht davon aus, dass nur ein Bruchteil des Möglichen genutzt werden kann.

2012 machte Pegoraro noch schweizweit Schlagzeilen, als sie dem Baselbiet ein Potential von einer halben Milliarde Kilowattstunden Windenergie bescheinigte – etwa ein Viertel des kantonalen Stromverbrauchs. Davon ist keine Rede mehr. Pegoraro will erst Mitte März die in Frage kommenden Standorte bekannt machen. Sie sagte indes, es seien "in etwa die gleichen, wie sie die Energieversorger hier vorstellen".

Neue Bedingungen seit 9. Februar

Die Chefs der drei Energieunternehmen betonten den Wert der Windenergie für die Versorgungssicherheit. IWB-CEO Thiel brachte es auf diesen Punkt: "Die Schätzungen über die Windenergie-Erträge schwanken zwischen 20 bis 130 Millionen Kilowattstunden Strom. Das ist auch eine Frage, ob man an Windenergie glaubt oder nicht." Thiel weiter: "Natürlich weht der Wind in der Bretagne stärker. Aber wir haben eine Stromleitung zum Chall, die wir zur Versorgungssicherheit benötigen."

Interessant war in diesem Zusammenhang eine andere Erkenntnis: Wenn die EU den Schweizer Elektrizitätswerken den Zugang zum gemeinsamen Strommarkt durch ein bilaterales Stromabkommen verweigert, der 2015 geschaffen wird, wächst nach der Abstimmung vom 9. Februar der Druck, innerhalb der Landesgrenzen gesicherte Stromkapazitäten zu betreiben. Damit ist klar: Die Debatte über das Für und Wider von Windenergie wird zusätzlich befeuert, weil sie für die Stromversorger tatsächlich noch eine ungehobene Ressource ist und der Realisierungsdruck zunehmen dürfte.

Bild von links: David Thiel, Sabine Pegoraro, Urs Steiner, Conrad Ammann




Weiterführende Links:
- Wind-Anlagen: Schwere Vorwürfe an die Bank Sarasin
- Windkraft-Turbinen im Baselbiet: Die Hit-Liste
- Opposition gegen Windkraftwerk formiert sich
- Es rauschen die Rotoren der Windturbinen, es rollen die Euro
- Die EBL weiht in Südspanien innovatives Gross-Solarkraftwerk ein
- IWB überprüft Einstieg in deutsche Offshore-Windkraftparks
- IWB landen Coup und kaufen französische Windkraftwerke
- Erneuerbare Energie: IWB wollen eine Viertelmilliarde investieren
- EBL prüft Solarstrom aus Spanien und Windenergie aus Bulgarien


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gesehen.gif
BZ Basel
Kolumne
vom 23. Mai 2018
fileadmin/templates/pics/gesehen.gif

Oh, das tut weh. Augenarzt und Mediator daher! Schreibgerangel.

Veranstaltungs-Hinweis

 

OFFENE TORE
zu historischen Wohnbauten
am Sa/So 26./27. Mai
Zahlreiche Gratis-Führungen in sehenswerten Altstadt-Häusern in Basel und in der ganzen Schweiz. Eine Aktion des Vereins DOMUS ANTIQUA HELVETICA aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018.

Genauere Informationen und Online-Anmeldung für Gratis-Tickets über www.domusantiqua.ch/offenetore

RückSpiegel


Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.