© Foto by Monika Jäggi, OnlineReports.ch


Masseneinkauf statt Boykott: "Carrotmob" macht Schule

Rund 200 Schüler stürmten heute in Basel einen Quartierladen. Die "Carrotmob"-Aktion des Gymnasiums Leonhard soll ökologisch bewusste Ladenbesitzer belohnen. Bei Ladenschluss lagen immerhin 1'000 Franken mehr in der Kasse als sonst.
Basel, 21. Mai 2011

Noch bis 22 Uhr kann heute Samstag der Quartierladen "Seker" an der Basler Hegenheimerstrasse 64 leer gekauft werden. Das zumindest ist das Ziel von 12 Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Leonhard in Basel. Im Rahmen eines Schulprojektes organisierten sie heute Samstag den ersten Schüler-"Carottmob" in der Schweiz. Je mehr besagter Quartierladen an diesem Tag verkauft, je höher also seine Tageseinnahmen sind, desto mehr wird Ibrahim Seker (Bild Zweiter von links), Besitzer des Ladens und Vertragspartner von "Carrotmob" in ökologisch sinnvolle Energiemassnahmen investieren können, um die Energiebilanz seines Ladens aufzubessern: 70 Prozent der Einnahmen, um genau zu sein.

Projektarbeit des Gymnasums Leonhard

Statt Geschäfte zu boykottieren, die der Umwelt schaden, kehrt die Aktion "Carrotmob" – die Idee dazu stammt aus San Francisco – die Sache um. Der Konsum wird gesteuert und Geschäfte, die umweltschonende Massnahmen umsetzen wollen, werden belohnt statt boykottiert. Der erste "Carottmob" in der Schweiz wurde 2009 im Kleinbasel durchgeführt. Nach damaliger Einschätzung von OnlineReports war die Aktion weniger erfolgreich als von den Initiatoren geplant.

Nun hat das Leonhard Gymnasium die Idee aufgegriffen und die Aktion im Rahmen des Wahlangebots "Lernen am Projekt" in das Schulprogramm aufgenommen. "Mich hat das Projekt von all denjenigen, die zur Auswahl standen, am meisten angesprochen," erzählt Silvio Meessen (17), Gymnasiast der 3. Klasse und Teilnehmer am Schüler-"Carrotmob". "Am Anfang wussste ich nicht, was ein 'Carrotmob' ist. Die Idee mit dem Klimaschutz überzeugte mich jedoch. Auch dass wir selbständig arbeiten konnten, alles selber planen, organisieren und nun auch umsetzen müssen, hat mich sehr angesprochen."

Zum Zug kam, wer am meisten bot

Mit Hochdruck machten die Jugendlichen auf den sozialen Netzwerken mobil, um möglichst viele Leute zu erreichen: auf "Facebook", "Twitter", mit selbstgestalteten Flyern, auf eigens gedruckten T-Shirts, auf Plakaten, auf Blogs und mit Mund-zu-Mund Propaganda.

Zuerst musste allerdings ein geeigneter Quartierladen für die Klimaaktion gefunden werden. Bei rund 20 Quartierläden leisteten die Schüler nicht nur inhaltliche Überzeugungs- sondern auch Dolmetscherarbeit."Ich war ganz erstaunt, dass so viele Ladenbesitzer nicht richtig Deutsch konnten, sie mussten den Sohn oder die Tochter rufen, um zu übersetzen", sagt Meessen. Richtig interessant sei es geworden, als es darum ging, das attraktivste Angebot herauszuschlagen. Wer von den Ladensbesitzern bereit gewesen sei, den höchsten Anteil der Tageseinnahmen in Klimaschutzmassnahmen zu investieren, haben den Zuschlag erhalten.

25 Prozent tiefere Beleuchtungskosten

In diesem Fall war es der Seker-Laden. Roger Ruch, Leiter der Energieberatung Industrielle Werke Basel (IWB), sondierte gestern in einem Rundgang im Laden bereits mögliche Energiesparmassnahmen, die umzusetzen sich Ibrahim Seker vertraglich verpflichtet hat.

Das Wahlprojekt wurde von Klaus Bernard, Organisator des ersten "Carrotmob" und Adrian Auer, Deutschlehrer am Gymnasium Leonhard, betreut. Im ersten Quartal 2011 sind die Stromkosten im "Alban Markt", dem Ort des ersten "Carrotmobs", dank der Aktion und einem vollständig erneuerten Beleuchtungssystem 25 Prozent tiefer als im Vorjahr. Ingesamt 710 Personen haben damals im "Alban Markt" eingekauft.

Erster Schüler-"Carrotmob", heute Samstag, 21. Mai, Quartierladen Seker, Hegenheimerstrasse 64, 8 bis 22 Uhr.




Weiterführende Links:
- Klimaschutz-Überfall auf Quartierladen war ein Flop


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Frisch pubertiert

Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


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In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.